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"Engel der Kulturen" in Dietzenbach 04.10.2016 

Engel der Kulturen

Was in Sarajewo, Istanbul und anderen Städten bereits fest verankert ist, soll jetzt auch in Dietzenbach in den Boden eingelassen werden und damit eine fundamentale Bedeutung erhalten: Das symbolträchtige Kunstobjekt „Engel der Kulturen“ wird am Sonntag, 9. Oktober, um 16:00 Uhr an zentraler Stelle am Europaplatz in der Kreisstadt installiert. Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger stellte das Projekt am Dienstagvormittag gemeinsam mit dem Ersten Stadtrat der Kreisstadt Dietzenbach, Dr. Dieter Lang, und dem Dekan Carsten Tag des Evangelischen Dekanats Rodgau vor. „Durch das Miteinander ganz unterschiedlicher Akteure kann ein lebendiger Dialog entstehen, der Vorurteile abbaut und Toleranzgrenzen erweitert“, so Claudia Jäger.

Bereits von 12:30 Uhr an wird der „Engel“ vom Trinkbornbrunnen aus auf einem „Pilgerweg für den Frieden“ in Form eines eisernen Rades durch Dietzenbach rollen. Auf dieser Tour durch die Kreisstadt halten der Engel und seine Begleiter an verschiedenen Stationen an, bis das Kunstobjekt schließlich   umrahmt von einem Friedensgebet der Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach (ARD)   am Rathaus seinen endgültigen Platz bekommt. An dieser Stelle wird dann aus einer Metallscheibe ein Teil der Engelsskulptur für das Kunstwerk in der nächsten Stadt herausgenommen, um damit eine symbolische Verbindung zwischen den Kommunen zu schaffen. Von Dietzenbach aus soll der „Engel der Kulturen“ ein starkes Signal für Frieden und Versöhnung sowie für ein harmonisches Zusammenleben verschiedener Völker, Religionen und Kulturen senden.

Der „Engel der Kulturen“ wurde von den beiden Künstlern Gregor Merten und Carmen Dietrich, die ihr Atelier in der Nähe von Leverkusen haben, kreiert. Das Duo möchte mit seinem Werk den Wunsch vieler Menschen nach einem Zusammenleben in Gleichberechtigung und Harmonie zum Ausdruck bringen und extremistischen sowie fremdenfeindlichen Tendenzen entgegenwirken. Seit der ersten Installation des „Engel der Kulturen“ Anfang 2010 sind in verschiedenen Städten Europas bereits Tausende von Menschen den Pilgerweg gegangen.

Die Künstler wollen mit der Skulptur unter anderem auf die angespannte Situation zwischen den drei abrahamitischen Weltreligionen Islam, Juden- und Christentum hinweisen. Der „Engel“ wird dabei als vermittelnde Kraft eingesetzt. Wer genau hinsieht, kann im Rund des Kunstobjektes die für die drei Religionen stehenden Zeichen wie Halbmond, Stern und Kreuz erkennen.

„Der „Engel der Kulturen“ wird von rund 20 Unterstützergruppen auf den Weg gebracht und die Installation ist in den Veranstaltungsreigen der Interkulturellen Wochen integriert“, freut sich Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. Mehr noch: Das Projekt ist eingebettet in den „Fonds für Innere Sicherheit der Europäischen Union“, in das Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“, in das kreiseigene Projekt „Pro-Prävention – gegen (religiösen) Extremismus“, in das Förderprogramm „Gott neu entdecken“ zum 500 Reformationsjubiläum der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und es wird unterstützt vom Bistum Mainz sowie der Arbeitsgemeinschaft der Religionen in Dietzenbach. Schirmherr der Installation des „Engels“ ist Landrat Oliver Quilling.

Alle, die sich von dem Projekt „Engel der Kulturen“ beflügelt fühlen, können das Kunstwerk auch mit einem Obolus unterstützen. Die beteiligten religiösen Gemeinden bieten für zehn Euro Anhänger oder Broschen mit Geldstücken, die mit dem Engel geprägt wurden. Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet unter www.dekanat-rodgau.ekhn.de oder unter www.kreis-offenbach.de/Pro-Prävention sowie telefonisch bei Sandra Scholz, Ökumene-Pfarrerin des Evangelischen Dekanats Rodgau, Telefon 0175/7644852, und bei Selver Erol, Leiterin des Integrationsbüros des Kreises Offenbach, Telefon 06074/8180-4171.