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Die Kompetenzagentur Kreis Offenbach wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Europäischer Sozialfond für Deutschland

Europäischer Sozialfonds

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Herausforderungen für junge Menschen im Übergang Schule-Beruf

Im Überblick:

1 Ausbildungsstellen suchen
1.1 Berufsorientierung
1.2 Ausbildungsplatz finden
a) Betriebliche Ausbildung
b) Schulische Ausbildung
1.3 Fördermöglichkeiten von Ausbildungsstellen
a) Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)
b) Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)
c) Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)
d) BaföG

2 Schulabschlüsse
2.1 Hauptschulabschluss
2.2 Mittlerer Bildungsabschluss
2.3 Fachhochschulreife / Abitur
a) Fachhochschulreife
b) (Berufliches) Abitur

3 Berufsvorbereitung
3.1 Bildungsgänge an Berufsschulen
a) Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung (BBV)
b) EIBE-Klassen
c) Berufsgrundbildungsjahr (BGJ)
d) Einjährige höhere Berufsfachschule
3.2 Maßnahmen der Arbeitsförderung
3.3 Einstiegsqualifizierung für Jugendliche (EQ)
3.4 Weitere Angebote zur Berufsorientierung und Berufsvorbereitung

4 Alternativen zu Schule und Ausbildung
4.1 Freiwilliges Soziales/Ökologisches Jahr
4.2 Wehr- oder Zivildienst
4.3 Au Pair
4.4 Praktika

5 Individuelle Lebensbewältigung
5.1 Familiäre Probleme
5.2 Finanzielle Probleme
5.3 Gesetzeskonflikte
5.4 Körperliche und seelische Behinderung
5.5 Migrationshintergrund
5.6 Obdachlosigkeit / Wohnungsnot / Betreutes Wohnen
5.7 Probleme in der betrieblichen Ausbildung
5.8 Psychische Probleme / Krisen / Konflikte
5.9 Schwangerschaft / Kinder
5.10 Sucht

6 Arbeitsplatzsuche
6.1 Jobsuche und Jobvermittlung
6.2 Arbeitslosengeld
a) Arbeitslosengeld I
b) Arbeitslosengeld II

7 Überblick: Möglichkeiten für junge Menschen

Im Detail:

1 Ausbildungsstellen suchen

1.1 Berufsorientierung
Die Wahl eines Ausbildungsberufs ist keine einfache Entscheidung. Die eigenen Stärken und Schwächen zu entdecken und ihnen entsprechende Berufe zu finden ist ein komplexer Prozess, der neben dem berufsorientierenden Schulunterricht durch verschiedene Institutionen und Einrichtungen im Kreis unterstützt wird. So bietet die Berufsberatung der Arbeitsagentur individuelle Beratungsgespräche zur Berufsorientierung an und informiert über verschiedene Berufsbilder und deren Anforderungen. Im Rahmen eines Berufswahltests lassen sich entsprechende Stärken, aber auch Schwächen erkennen. Weitere Ansprechpersonen für Fragen rund um den Beruf sind die Ausbildungsberaterinnen und -berater der Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer. Die BerufsWegeBegleitung mit Standorten in Dreieich, Langen und Rodgau steht allen Jugendlichen zur Verfügung. Auch alle Jugendzentren im Kreisgebiet bieten Beratung und Unterstützung rund um die Berufswahl an. Die Kompetenzagentur Kreis Offenbach hilft Jugendlichen, bei denen sich der Übergang ins Berufsleben besonders schwierig gestaltet. Für die Eigeninformation ist das Berufsinformationszentrum (BIZ) der Arbeitsagentur eine gute Anlaufstelle. Im Internet finden sich zudem zahlreiche Websites zum Thema, die Test und Informationen zu verschiedenen Berufen anbieten.

1.2 Ausbildungsplatz finden

Ausbildungsplatz finden

Haben die Jugendlichen ihren Berufswunsch eingekreist, ist Eigeninitiative eine der wichtigsten Eigenschaften, um zu einem Ausbildungsplatz zu kommen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Ausbildungsformen:

a) Betriebliche Ausbildung
Die duale Ausbildung findet sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule statt. Je nach Beruf dauert die Ausbildung zwischen zwei und dreieinhalb Jahren und wird mit einer Ausbildungsvergütung entlohnt. Für eine betriebliche Ausbildung muss man sich selbstständig bei den Betrieben oder Behörden bewerben. Die oben genannten Institutionen helfen i.d.R. bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Wer keinen PC zu Hause hat, findet in vielen Jugendzentren die Möglichkeit dazu, angemessene Unterlagen zu erstellen. Wichtig ist vor allem die frühzeitige Suche nach einer Ausbildungsstelle: Begehrte Unternehmen besetzen freie Ausbildungsstellen oft ein Jahr vor Beginn. Sinnvoll ist es daher, bereits zwei Jahre vor Schulabschluss Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen, z.B. im Rahmen von Betriebspraktika, Tagen der offenen Tür oder Ausbildungsmessen. Bei der Arbeitsagentur oder bei der Pro Arbeit – Kreis Offenbach (wenn der Jugendliche Teil einer Bedarfsgemeinschaft ist) kann man sich zudem in die Ausbildungsstellenvermittlung aufnehmen lassen.

b) Schulische Ausbildung
Manche Berufe lassen sich ausschließlich im Rahmen einer schulischen Ausbildung erlernen (z.B. Erzieher/in oder Altenpfleger/in). Dazu besucht man sog. Berufsfachschulen, deren Ausbildungen ebenfalls zwischen zwei und dreieinhalb Jahren dauern Das berufliche Wissen wird durch Vollzeitunterricht mit ergänzenden Betriebspraktika vermittelt. Die Auszubildenden erhalten während dieser Zeit i.d.R. keine Ausbildungsvergütung (Ausnahme ist z.B. Gesundheits- und Krankenpfleger/in oder Hebamme), zum Teil muss (an privaten Schulen) Schulgeld bezahlt werden. Die Zugangsvoraussetzungen sind unterschiedlich: Manche Berufe stehen Hauptschulabsolventen und -absolventinnen offen, für die meisten braucht man allerdings den mittleren Bildungsabschluss. Informationen über die in der Region angebotenen schulischen Ausbildungsmöglichkeiten findet man z. B. in der von der Arbeitsagentur herausgegebenen „hesseninfo" oder der „KURSNET"-Datenbank. Die Berufsfachschulen haben i.d.R. feste Anmeldetermine und Notenvorgaben, zudem wird oft ein Praktikum vor Beginn gefordert. Daher gilt auch hier: Rechtzeitig über die Zugangsmöglichkeiten informieren! Viele Schulen bieten auch einen Tag der offenen Tür zur weiteren Information an.

1.3 Fördermöglichkeiten von Ausbildungsstellen
a) Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)
Fördermöglichkeiten bestehen z.B. für Jugendliche mit einer Lernbeeinträchtigung (z.B. ohne Schulabschluss, erhebliche Bildungsdefizite, Legasthenie oder Dyskalkulie) oder einer sozialen Beeinträchtigung (unabhängig vom erreichten Schulabschluss z.B. soziale, persönliche, psychische Probleme, ehemals drogenabhängige Jugendliche, straffällig gewordene Jugendliche oder Jugendliche mit Sprachdefiziten wie z.B. Spätaussiedler oder ausländische Jugendliche). In diesen Fällen kann eine „Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung" (BaE) in Frage kommen, die von der Arbeitsagentur oder der Pro Arbeit – Kreis Offenbach (AöR) gefördert wird. Verschiedene Bildungsträger führen die Maßnahmen in eigenen Lernwerkstätten oder in Kooperation mit Betrieben durch und bieten eine sozialpädagogische Begleitung an. Die Jugendlichen werden vom zuständigen Fallmanager / Fallmanagerin oder Berufsberater / Berufsberaterin zugewiesen. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, daher ist eine rechtzeitige Kontaktaufnahme empfohlen. Liegt eine Lern- oder Körperbehinderung vor, so können Ausbildungsplätze durch eine Maßnahme der beruflichen Erstintegration (Reha-Maßnahmen) der Arbeitsagentur gefördert werden.

b) Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)
Ist für die Aufnahme einer Ausbildung ein Auszug aus der elterlichen Wohnung notwendig, kann bei der Agentur für Arbeit für die erhöhten Lebenshaltungskosten Berufsausbildungsbeihilfe beantragt werden. Ansprechpartner ist die Arbeitsagentur.

c) Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)
Jugendliche, die Probleme in der Berufsschule haben, können sog. „Ausbildungsbegleitende Hilfen" beantragen. Dabei handelt es sich um Stützunterricht, Deutsch- bzw. Sprachunterricht bei ausländischen Auszubildenden oder Prüfungsvorbereitung für Berufsschüler, der bei unterschiedlichen Bildungsträgern stattfindet. Darüber hinaus ist auch eine sozialpädagogische Förderung möglich. Interessierte wenden sich an die Arbeitsagentur oder an die Pro Arbeit – Kreis Offenbach.

d) BaföG
Schülerinnen und Schülern, die eine vollschulische Ausbildung machen, kann ab Besuch der Klasse 10 BaföG gewährt werden, wenn das Einkommen nicht zur Sicherung des Lebensunterhalts ausreicht. Die Antragstellung für das Schülerbafög erfolgt beim Kreis Offenbach (Amt für Ausbildungsförderung).

2 Schulabschlüsse

2.1 Hauptschulabschluss
Etwa 14% der hessischen Jugendlichen verlassen die Schule ohne den Hauptschulabschluss. Ihnen fehlt eine ganz wesentliche Voraussetzung für die Aufnahme einer Ausbildung. Andererseits wird der Abschluss aufgrund schlechter Schulleistungen nicht erreicht. Hier kann sich nach der Hauptschule der Besuch eines Besonderen Bildungsgangs an einer Berufsschule mit intensiver schulischer Förderung anschließen. Bei schulmüden Jugendlichen, die mit dem Regelschulunterricht kaum zu erreichen sind, bietet sich nach der Hauptschule der Besuch von berufspraktischeren Schulangeboten an, wie z.B. den Produktionsschulen oder den FAuB-Lehrgängen. Der Hauptschulabschluss kann auch durch Maßnahmen der Arbeitsförderung erreicht werden, z.B. in sog. Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen von Arbeitsagentur oder Pro Arbeit – Kreis Offenbach oder anderen Fördermaßnahmen z.B. aus dem Hessischen Landesprogramm „Qualifizierung & Beschäftigung".
Einige Bildungsträger bieten kostenpflichtige Kurse an, die auf die externen Hauptschulabschlussprüfung vorbereiten und i. d. R. ein Jahr dauern. Bei volljährigen jungen Menschen mit erster Berufserfahrung bietet sich auch der Besuch der (kostenlosen) Abendhauptschule in Frankfurt an.

2.2 Mittlerer Bildungsabschluss
Jugendliche mit einem guten Hauptschulabschluss können den Besuch einer weiterführenden Schule anstreben und so den Mittleren Bildungsabschluss erwerben. Zum einen ist dies in zweijährigen Berufsfachschulen möglich. Es kann gewählt werden zwischen den Fachrichtungen Wirtschaft/Verwaltung, Ernährung/Hauswirtschaft, Körperpflege/Gesundheit, Elektrotechnik, Metalltechnik und Holztechnik. Voraussetzungen für den Beruf einer so genannten Fachschule sind:

  • Hauptschulabschluss mit Notenschnitt von 2,5,
  • in den Hauptfächern nicht schlechter als 2x Note „befriedigend" und 1x Note „ausreichend",
  • kein „ungenügend" in den Nebenfächern,
  • maximal 17 Jahre alt,
  • Empfehlung des Klassenlehrers.

Andere Möglichkeiten zum Erwerb des Mittleren Bildungsabschlusses sind der reguläre Besuch von Klasse 10 der Real- oder Gesamtschule. Jugendliche, die eine Ausbildung absolvieren, können die Mittlere Reife durch Zusatzkurse an der Berufsschule erreichen. Private Bildungsträger bieten kostenpflichtige Kurse an, die auf den externen Realschulabschluss vorbereiten. erreicht werden. Eine weitere Option bietet die kostenfreie Abendrealschule in Frankfurt für junge Erwachsene.

2.3 Fachhochschulreife / Abitur
a) Fachhochschulreife
Bei guten schulischen Leistungen kann direkt nach dem Erwerb der Mittleren Reife die Fachhochschulreife angestrebt werden. Der Besuch einer Fachoberschule dauert in dieser sog. „Form A" zwei Jahre, wobei für das erste Jahr selbstständig ein Praktikumsplatz zu suchen ist. Im Kreis Offenbach existieren derzeit drei Fachrichtungen, die besucht werden können:

  • Technik (Elektrotechnik, Maschinenbau, Bautechnik, Informationstechnik, Textiltechnik u. Bekleidung),
  • Wirtschaft (Wirtschaft u. Verwaltung, Wirtschaftsinformatik),
  • Sozialwesen (Gesundheit)

Liegt bereits ein erster Berufsabschluss vor, kann die Fachhochschulreife auch in einem Jahr erlangt werden (sog. „Form B"). Für die Zulassung zur Fachoberschule gelten folgende Vorschriften:

  • Mittlerer Bildungsabschluss mit mindestens befriedigenden Leistungen in zwei der Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch. In keinem der genannten Fächer darf die Leistung schlechter als ausreichend sein. Oder: Versetzung in die Jahrgangsstufe 11 einer gymnasialen Oberstufe.
  • Praktikumsvertrag für das erste Jahr,
  • maximal 21 Jahre alt,
  • bei Form B: zusätzlich eine Abschlussprüfung in einem einschlägigen anerkannten Ausbildungsberuf oder den Abschluss einer mindestens zweijährigen einschlägigen Berufsausbildung.

Eine andere Möglichkeit ist der Besuch einer zweijährigen höheren Berufsfachschule. Dabei wird eine schulische Berufsausbildung in sog. Assistentenberufen absolviert. Parallel dazu kann der schulische Teil der Fachhochschulreife erreicht werden. Auch durch den Besuch des Abendgymnasiums bis zur ersten Hälfte der Kursphase ermöglicht den Abschluss der Fachhochschulreife. Dafür ist ein Mindestalter zu beachten, zudem muss bereits Berufserfahrung vorliegen.

b) (Berufliches) Abitur
Jugendliche, die einen guten Mittleren Bildungsabschluss haben, können nach der zehnten Klasse auf ein Allgemeinbildendes oder Berufliches Gymnasium wechseln. Für die Zulassung gelten folgende Voraussetzungen:

  • Mittlerer Bildungsabschluss mit einem Notendurchschnitt von max. 2,75 in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik sowie einer Naturwissenschaft; in den übrigen Fächern Durchschnitt nicht schlechter als 3,0.
  • Oder: Versetzung in die Jahrgangsstufe 11 einer gymnasialen Oberstufe.
  • Empfehlung der abgebenden Schule,
  • Schullaufbahnberatung der Arbeitsagentur bzw. abgebender Schule,
  • maximal 21 Jahre alt.

Im dritten Bildungsweg kann das Abitur auch auf einem Abendgymnasium erworben werden.

3 Berufsvorbereitung

3.1 Bildungsgänge an Berufsschulen
a) Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung (BBV)
In den einjährigen Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung (BBV) werden Jugendliche ohne Hauptschulabschluss oder mit sonderpädagogischem Förderbedarf soweit gefördert, dass sie ihre beruflichen Neigungen und Fähigkeiten besser erkennen. Schwerpunkt dieser Maßnahme ist die Berufsorientierung, die Förderung von Arbeits-, Lern und Sozialverhalten, Allgemeinbildung und Persönlichkeitsentwicklung. Aufgenommen werden können Schülerinnen und Schüler nach der Erfüllung der Vollzeitschulpflicht (= 9 Schulbesuchsjahre). Voraussetzung ist, dass der oder die Jugendliche mindestens die 8. Klasse abgeschlossen hat und maximal 17 Jahre alt ist. Die Anmeldung erfolgt über die abgebende Schule. Mögliche Schwerpunkte in den Berufsschulen in Stadt und Kreis Offenbach: Ernährung/Hauswirtschaft, Wirtschaft/Verwaltung, Gesundheit, Körperpflege, Farbtechnik/Raumgestaltung, EDV, Elektrotechnik, Metalltechnik, Holztechnik, Textiltechnik/Bekleidung. Nach der Abschlussprüfung wird entweder das Abschlusszeugnis des Berufsvorbereitungsjahres oder der Hauptschulabschluss erworben.

b) EIBE-Klassen
Die Hessische Landesregierung unterstützt mit dem Programm EIBE (Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt) Jugendliche und junge Erwachsene, die eine besondere Förderung benötigen. Dazu gehören insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund, Jugendliche ohne Hauptschulabschluss bzw. deren schlechter Abschluss die Aufnahme einer Ausbildung erschwert sowie Jugendliche aus Förderschulen. Am Ende des ein- bis zweijährigen Besuchs einer EIBE-Klasse können die Jugendlichen den Hauptschulabschluss erwerben (ggf. kann auch eine externe Realschulabschlussprüfung abgelegt werden). Die EIBE-Maßnahme dauert maximal 2 Jahre und kann bis zum 19. Lebensjahr besucht werden.

c) Berufsgrundbildungsjahr (BGJ)
Jugendliche, die trotz Hauptschulabschluss und fester Berufswahl keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, besuchen zur Erfüllung der verlängerten Vollzeitschulpflicht (= 10 Schulbesuchsjahre) an einer Berufsschule das einjährige Berufsgrundbildungsjahr (BGJ). Hier erfolgt die berufliche Grundbildung im gewählten Berufsfeld (EDV, Ernährung/Hauswirtschaft, Wirtschaft/Verwaltung, Gesundheit, Elektrotechnik, Metalltechnik, Holztechnik, Textiltechnik/Bekleidung) und eine Fortsetzung der allgemeinen Bildung. Das BGJ schließt mit einer Prüfung ab und kann auf eine anschließende Berufsausbildung angerechnet werden. Die Anmeldung erfolgt ebenfalls über die abgebende Schule. Das Höchstalter beträgt 17 Jahre.

d) Einjährige höhere Berufsfachschule
Mit einem mittleren Bildungsabschluss kann eine einjährige höhere Berufsfachschule besucht werden. Dabei handelt es sich um eine berufliche Grundbildung in den Berufsfeldern Wirtschaft und Verwaltung (so genannte „Höhere Handelsschule") sowie Ernährung und Gastronomie. Der Besuch kann auf eine anschließende Ausbildung angerechnet werden. Die Anmeldung erfolgt direkt bei der Schule, es genügt das Abschlusszeugnis.

3.2 Maßnahmen der Arbeitsförderung
In Ergänzung zu den o.g. Angeboten der Berufsschulen bieten Arbeitsagentur und Pro Arbeit-Kreis Offenbach weitere Maßnahmen an, die von wechselnden Bildungsträgern durchgeführt werden. Zur Zielgruppe berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen (BVB) gehören unabhängig von der erreichten Schulbildung Jugendliche und junge Erwachsene ohne berufliche Erstausbildung bis 24 Jahren. Die Vollzeitschulpflicht muss erfüllt sein. Zur Zielgruppe gehören noch nicht ausbildungsreife Jugendliche, Jugendliche mit Lernbeeinträchtigung, sozial Benachteiligte oder Jugendliche mit Migrationshintergrund, deren Entwicklungsstand eine erfolgreiche Ausbildung noch nicht erwarten lässt. Die Maßnahmen werden durch sozialpädagogische Betreuung und Unterstützung begleitet und sind auch für Jugendliche ohne Schulabschluss interessant, da sie teilweise auf die externe Hauptschulabschlussprüfung vorbereiten. Die Jugendlichen werden über die Arbeitsagentur oder die Pro Arbeit - Kreis Offenbach bei den Bildungsträgern angemeldet.
Darüber hinaus gibt es weitere berufsorientierende Kurse und Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose junge Menschen ohne Ausbildung.

3.3 Einstiegsqualifizierung für Jugendliche (EQ)
Die Bundesregierung fördert mit dem Sonderprogramm zur Einstiegsqualifizierung Jugendlicher (EQ) junge Menschen bis 25 Jahre, die auch nach den bundesweiten Nachvermittlungsaktionen ohne Ausbildungsplatz geblieben sind. Darüber hinaus können auch lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Jugendliche gefördert werden. EQ dient der Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit. Die Jugendlichen absolvieren ein ausbildungsvorbereitendes Langzeitpraktikum zwischen 6 und 12 Monaten und erhalten dafür ein monatliches Entgelt von 212 €. Voraussetzung ist, dass der oder die Jugendliche die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat. Während des EQ kann die Berufsschule besucht werden, so dass das Praktikum später auf eine Ausbildung angerechnet werden kann. Informationen über EQ erteilen Arbeitsagenturen, Pro Arbeit-Kreis Offenbach und die Kammern.

3.4 Weitere Angebote zur Berufsorientierung und Berufsvorbereitung
Mit Mitteln aus dem Hessischen Landesprogramm „Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen" werden Projekte freier und öffentlicher Träger der Jugendhilfe nach dem KJHG gefördert, die eine arbeitsmarktorientierte Vorbereitung und Qualifikation von jungen Menschen mit Förderbedarf zum Inhalt haben. Ziel ist die Aufnahme eines Ausbildungs- bzw. Arbeitsverhältnisses oder die Vermittlung in passende weiterführende Angebote der beruflichen Integration. Inhalte der Maßnahmen sind u.a. Berufsorientierung, Praktika, Training von Sozialkompetenzen, sozialpädagogische Begleitung. Im Kreis Offenbach gibt es derzeit vier entsprechende Angebote, in denen z.T. auch der Hauptschulabschluss erworben werden kann. Die Stadt Rodgau bietet im Projekt Rodgau 16+ eine Berufsorientierung in der Stadtverwaltung an, der IB Langen eine kaufmännische Grundqualifizierung, das Zentrum für Weiterbildung Langen und die Lernwerkstatt Dietzenbach haben u.a. Lehrgänge speziell für junge Frauen im Angebot. Darüber hinaus stehen auch für Jugendliche des Kreises Plätze im Offenbacher START-Projekt zur Verfügung, einem pädagogisch begleiteten Langzeitpraktikum mit dem Schwerpunkt Gastronomie.
Das Projekt „Zugpferd" bietet jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren die Möglichkeit einer beruflichen Orientierung in der Forstwirtschaft. Neben handwerkliche Tätigkeiten und Waldarbeit, steht dabei auch die Tierversorgung, Verkauf und Veranstaltungsorganisation im Mittelpunkt. Die praktische Arbeit wird mit Bewerbungstraining und schulischer Förderung ergänzt. Teilnahmevoraussetzung ist der Bezug von Arbeitslosengeld II.
Das CGIL-Bildungswerk organisiert vorbereitende Qualifizierungsmaßnahmen und Praktika speziell für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

4 Alternativen zu Schule und Ausbildung

4.1 Freiwilliges Soziales/Ökologisches Jahr
Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) bietet jungen Menschen vom Abschluss der Vollzeitschulpflicht bis zum Alter von 27 Jahren die Möglichkeit, ein Jahr lang im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich zu arbeiten. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Umweltbereich zu absolvieren. Die Träger zahlen ein Taschengeld sowie ggf. freie Unterkunft und Verpflegung. Die FSJ/FÖJ-Helferinnen und Helfer sind voll sozialversichert. Das FSJ/FÖJ kann als Zivildienst anerkannt und auch im Ausland absolviert werden. Interessierte Jugendliche bewerben sich direkt beim Träger. Deren Adressen und zahlreiche weitere Informationen gibt auf der Homepage www.fsj-hessen.de bzw. www.foej-hessen.de. Es gibt noch weitere Freiwilligenprogramme – einen guten Überblick findet man auf der Website: www.rausvonzuhaus.de.

4.2 Wehr- oder Zivildienst
Junge Männer mit deutschem Pass unterliegen der Wehrpflicht und erhalten kurz vor dem 18. Geburtstag einen Musterungstermin. Wurde dabei die Tauglichkeit festgestellt, wird der junge Mann nach Vollendung des 19. Lebensjahrs zum Wehrdienst eingezogen bzw. muss bei einer beantragten Verweigerung den Zivildienst antreten. Die neunmonatige Dienstzeit kann allerdings aufgeschoben werden, beispielsweise wenn noch die Schule besucht wird oder Berufsausbildung begonnen bzw. vertraglich zugesichert wurde.
Für junge Männer, die keine Ausbildungsstelle gefunden haben, die keine Schule besuchen oder arbeitslos sind, ist die frühzeitige Ableistung von Wehr- oder Zivildienst sinnvoll und trägt zur beruflichen Orientierung bei. Eine Einberufung aus persönlichen oder beruflichen Gründen kann bereits ab Vollendung des 17. Lebensjahres beantragt werden. Für Wehrdienstverweigerer ist eine Musterung und Antrag auf Wehrdienstverweigerung ab 16 ½ Jahren möglich. Ansprechpartner ist in beiden Fällen das Kreiswehrersatzamt Darmstadt.
Für Informationen zum Wehrdienst steht jeden zweiten Donnerstag im Monat die Wehrdienstberatung bei der Arbeitsagentur Offenbach (BIZ) zur Verfügung. Alternativ kann ein Termin in Darmstadt vereinbart werden.

4.3 Au Pair
Durch ein Au Pair-Jahr können junge Erwachsene praktische Berufserfahrung mit Auslandserfahrung und Erweiterung der Sprachkenntnisse kombinieren. Die Gastfamilie im Ausland übernimmt die Kosten für Unterkunft und Verpflegung und zahlt zusätzlich ein Taschengeld. Aufgaben eines Au-pair liegen hauptsächlich in der Kinderbetreuung, zudem wird eine leichte Mithilfe im Haushalt erwartet. Einen Überblick über seriöse Vermittlungsagenturen findet sich im Internet. Für die meisten Programme muss man mindestens 18 Jahre alt sein, die Dauer variiert zwischen 3 und 12 Monaten.

4.4 Praktika
Sinnvoll lässt sich die Wartezeit auf eine Ausbildungsstelle oder einen Schulplatz auch mit einem Praktikum im Wunschberuf überbrücken. Gehalt, Arbeitsumfang und Inhalt sind dann mit dem Arbeitgeber abzusprechen. Praktikumsstellen finden sich am ehesten durch direkte Ansprache der geeigneten Arbeitgeber. Wenn die Voraussetzungen stimmen, kann man auch ein EQ-Praktikum absolvieren. Zudem gibt es geförderte Auslandspraktika, über die Europaservice der Arbeitsagentur informiert.

5 Individuelle Lebensbewältigung

Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz sind für viele Jugendliche nicht die einzige Herausforderung. Immer häufiger sind sie auch mit persönlichen Problemen konfrontiert, die zunächst einem Ausbildungsbeginn im Wege stehen.

5.1 Familiäre Probleme
Jugendliche, die unter häuslicher Gewalt leiden, sollten Hilfe bei Beratungsstellen in Anspruch nehmen. In Frankfurt gibt es eine Zuflucht speziell für Mädchen mit familiärer Gewalt oder die mit dem Problem der Zwangsverheiratung konfrontiert sind. Auch einige Beratungsstellen bieten eine Beratung für Jugendliche und junge Erwachsene in familiären Konfliktsituationen an.

5.2 Finanzielle Probleme
Hier ist zu unterscheiden zwischen jungen Menschen,

  • deren Einkommen während der Ausbildung nicht ausreicht,
  • die arbeitslos sind,
  • die nicht erwerbsfähig sind oder
  • die sich in einer akuten Notlage befinden.

Grundsätzlich sind die Eltern bis zum Abschluss einer Ausbildung unterhaltspflichtig. Reicht das Elterneinkommen nicht aus, kann seitens des Jugendlichen bei einer vollschulischen Ausbildung BaföG, bei einer betrieblichen Berufsausbildung BAB beantragt werden, wenn sie wegen der Ausbildung aus der elterlichen Wohnung ausziehen mussten.
Geht der junge Mensch weder einer Ausbildung noch einem Schulbesuch nach, kommt es drauf an, ob Erwerbsfähigkeit (= es kann 3 Stunden am Tag gearbeitet werden) vorliegt. Ist das der Fall, greifen Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitssuchende („Hartz IV") – das Arbeitslosengeld II, das bei der Pro Arbeit – Kreis Offenbach zu beantragen ist. Junge Erwachsene unter 25 Jahren haben allerdings keinen eigenständigen Anspruch darauf, sondern werden in die Bedarfsgemeinschaft mit ihren Eltern eingerechnet und erhalten einen reduzierten Regelsatz. Im Falle eines Auszugs aus der elterlichen Wohnung haben sie nur Anspruch auf Leistungen, wenn der kommunale Träger dies vorher zugesichert hat.
Liegt keine Erwerbsfähigkeit vor, kann bei der Pro Arbeit – Kreis Offenbach Sozialgeld beantragt werden, wenn der junge Mensch Teil einer Bedarfsgemeinschaft ist. Wer in einer akuten Notlage ist, weil andere öffentliche Stellen oder Angehörige nicht helfen können und nicht erwerbsfähig ist, kann beim Kreis Offenbach Sozialhilfe beantragt werden.
Wurde in den vergangenen zwei Jahren mindestens zwölf Monate sozialversicherungspflichtig gearbeitet, liegt ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I vor, das bei der zuständigen Arbeitsagentur beantragt werden kann.
Für Jugendliche und junge Volljährige greifen zudem noch Leistungen nach dem Kinder und Jugendhilfegesetz. Hier ist der Allgemeine Soziale Dienst des Kreis Offenbach der richtige Ansprechpartner.
Sind die Jugendlichen verschuldet, ist auch ein Gespräch mit der Schuldnerberatung hilfreich.

5.3 Gesetzeskonflikte
Bei straffällig gewordenen Jugendlichen und jungen Volljährigen wird automatisch die Jugendgerichtshilfe des Kreises eingeschaltet. Sie ist für die Beratung und Betreuung der jungen Menschen vor, während und gegebenenfalls nach einem Jugendgerichtsverfahren zuständig. Sie wirken am Gerichtsverfahren mir, setzen die richterlichen Weisungen um und begleiten die Haftentlassung. Darüber hinaus gibt es auch spezielle Maßnahmen für junge Straftäter.

5.4 Körperliche und seelische Behinderung
Jugendliche mit einer körperlichen oder seelischen Behinderung brauchen besondere Unterstützung beim Einstieg in das Berufsleben. Sie finden zum einen Rat und Unterstützung in Beratungsstellen, die beispielsweise über ambulante Hilfen oder betreutes Wohnen den Sprung in die Selbstständigkeit ermöglichen. Zum anderen gibt es Maßnahmen zur beruflichen Integration, die von der behindertengerechten beruflichen Schule bis zur außerbetrieblichen Ausbildung in einem Berufsbildungswerk reichen.

5.5 Migrationshintergrund
Der Berufseinstieg ist für Jugendliche mit Migrationshintergrund statistisch betrachtet schwieriger. Oft reichen die Sprachkenntnisse nicht aus oder liegen Probleme mit Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen vor. Im Kreisgebiet gibt es verschiedene Stellen für die Beratung von neu zugewanderten oder bereits länger in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten. Zur Verbesserung der Sprachkenntnisse werden spezielle Integrationskurse von unterschiedlichen Bildungsträgern angeboten. Speziell für die berufliche Integration von Migrantinnen und Migranten existieren weitere Förderangebote wie sozialpädagogischen Begleitung während der Ausbildung oder die Ausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtungen durch Mittel der Arbeitsagenturen, Pro Arbeit – Kreis Offenbach oder des Landes Hessen. Fragen zum Thema Arbeitserlaubnis und Aufenthaltstitel beantwortet die Ausländerbehörde des Kreises.

5.6 Obdachlosigkeit / Wohnungsnot / Betreutes Wohnen
Meist sind es familiäre Probleme, die dazu führen, dass Jugendliche von zu Hause ausziehen wollen bzw. bereits ausgerissen sind oder von den Eltern der Wohnung verwiesen wurden. Sind sie noch minderjährig, so ist der Allgemeine Soziale Dienst der richtige Ansprechpartner. Durch eine so genannte Inobhutnahme kann bei einer akuten Gefährdung zu Hause eine Unterbringung (z.B. in einer Jugendwohngruppe) organisiert werden. Bei Volljährigen, die die Kosten nicht selbst tragen können, muss die Pro Arbeit – Kreis Offenbach erst einem Auszug zustimmen, damit die Kosten für eine eigene Wohnung übernommen werden. Diese Zusicherung muss nur dann erteilt werden, wenn ein Jugendlicher aus "schwerwiegenden sozialen Gründen" nicht in der Wohnung der Eltern bleiben kann, aus beruflichen Gründen ausziehen muss oder "ein sonstiger, ähnlich schwerwiegender Grund" vorliegt. Bei der Suche nach Sozialwohnungen sind die Wohnungsämter der Kommunen behilflich. Wenn der junge Mensch eine besondere Begleitung braucht (z.B. bei psychischen Problemen, Suchtproblematik oder Behinderung) sind auch betreute Wohnformen denkbar, die von verschiedenen Trägern angeboten werden.

5.7 Probleme in der betrieblichen Ausbildung
Wenn das Ausbildungsverhältnis bedroht ist (zum Beispiel wegen schlechter schulischer Leistungen oder Konflikten im Betrieb) sollte man sofort Hilfe suchen. Anlaufstellen als gesetzlich zuständige Stelle sind die Ausbildungsberaterinnen und –berater der Industrie- und Handelskammer bzw. der Handwerkskammer, die zwischen Arbeitgeber und Auszubildenden schlichten können. Die Stadt Offenbach bietet für Jugendliche mit Ausbildungsplatz oder Berufsschulbesuch in Offenbach eine kostenlose Ausbildungshotline an. Wurde das Ausbildungsverhältnis definitiv beendet, sollten eventuelle Ansprüche auf Arbeitslosengeld bei der Arbeitsagentur geklärt werden. Aber auch die BerufsWegeBegleitung oder die Pro Arbeit-Kreis Offenbach sind Ansprechpartner, wenn ein Ausbildungsverhältnis bedroht ist.

5.8 Psychische Probleme / Krisen / Konflikte
Bei Jugendlichen mit ernsthaften psychischen Problemen oder in akuten Krisen- und Konfliktfällen sollte eine Beratungsstelle aufgesucht werden, damit frühzeitig eine Stabilisierung herbeigeführt werden kann. Anlaufstellen sind bspw. der Sozialpsychiatrische Dienst des Kreises, aber auch andere psychosoziale Beratungsstellen, die ggf. an weitere Einrichtungen verweisen können.

5.9 Schwangerschaft / Kinder
Junge Mütter und Väter können in speziellen Förderprojekten eine Ausbildung absolvieren. So kann bspw. beim Zentrum für Weiterbildung eine Ausbildung in Teilzeit absolviert werden, die auch von der Pro Arbeit – Kreis Offenbach finanziert wird (bei ALGII-Bezug). Betreuungsmöglichkeiten für Kinder lassen sich über verschiedene private Initiativen finden, die bei der Kreisverwaltung recherchiert werden können. Allgemeine Beratung zum Thema Schwangerschaft und Erziehung bieten verschiedene Beratungszentren an. Manche Bildungsträger bieten zudem berufsorientierende / -vorbereitende Kurse speziell für junge Mütter an.

5.10 Sucht
Legale und illegale Drogen, Spielsucht, Internetsucht sind Hemmnisse auf dem Weg in eine berufliche Zukunft. Es gibt im Kreis mehrere Beratungsstellen, an die sich Jugendliche wenden können und die weitere Schritte bis hin zu einem Therapieplatz in die Wege leiten.

6 Arbeitsplatzsuche

6.1 Jobsuche und Jobvermittlung
Da es auf dem Arbeitsmarkt vorwiegend Bedarf an qualifizierten Kräften gibt, gestaltet sich die Jobsuche für Jugendliche ohne einen Berufsabschluss nicht immer einfach. Minderjährige unterliegen zudem dem Jugendarbeitsschutzgesetz, was Einschränkungen für potenzielle Arbeitgeber bedeutet. Bei ausländischen jungen Menschen muss eine gültige Arbeitserlaubnis vorliegen. Aber auch mit einer abgeschlossenen Ausbildung kann der Berufseinstieg problematisch sein, da die jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt mit der Hürde „fehlende Berufserfahrung" zu kämpfen haben. Unterstützen bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt gibt es Pro Arbeit-Kreis Offenbach oder der Arbeitsagentur. Neben Leistungen zur Vermittlung geeigneter Stellenangebote werden Qualifizierungs- und Trainingsmaßnahmen angeboten, um die Chancen auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen. Dazu ist es notwendig, sich arbeitssuchend zu melden (s.u.).
Minijobs bieten eine gute Möglichkeit, erste Berufserfahrung zu sammeln. Dabei darf bis zu 400 Euro verdient werden, bei höherem Gehalt wird man steuer- und sozialabgabenpflichtig. Das kann ggf. Auswirkungen auf das Kindergeld haben. Auch über Zeitarbeitsfirmen kann der Berufseinstieg gelingen.
Manche Jugendliche überlegen, eine Existenz zu gründen und sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig zu machen. Dabei ist eine fundierte Beratung unerlässlich. Informationen, auch über Fördermöglichkeiten gibt es bei der Arbeitsagentur oder weiteren Beratungsstellen bzw. im Internet.

6.2 Arbeitslosengeld
a) Arbeitslosengeld I
Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben alle, die in den vergangenen zwei Jahren mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben. Die zwingend erforderliche Arbeitslosmeldung erfolgt bei der Agentur für Arbeit. Bei befristeten Tätigkeiten ist man verpflichtet, sich 3 Monate vor Ablauf des Arbeitsverhältnisses zu melden, sonst kommt es zu Kürzungen der Leistungen.
Für die arbeitssuchenden Bewohnerinnen und Bewohner des Kreises Offenbach sind (im Gegensatz zu ausbildungsplatzsuchenden) vier Agenturen zuständig:

  • Wohnort Seligenstadt, Obertshausen, Mainhausen, Mühlheim, Hainburg:Agentur für Arbeit Offenbach, Geschäftsstelle Seligenstadt
  • Wohnort Dietzenbach, Heusenstamm, Rödermark, Rodgau:Agentur für Arbeit Offenbach, Geschäftsstelle Rodgau
  • Wohnort Neu-Isenburg:Agentur für Arbeit Frankfurt, Kundenzentrum Nord
  • Wohnort Dreieich, Egelsbach, Langen:Agentur für Arbeit Frankfurt, Geschäftsstelle Langen

Ist das Arbeitslosengeld zu niedrig, können ergänzende Leistungen beim SGBII Träger beantragt werden. Dadurch wechselt man automatisch die Zuständigkeit – für die Vermittlung und Förderung ist dann die Pro Arbeit-Kreis Offenbach zuständig.

b) Arbeitslosengeld II
Wer die Anspruchsvoraussetzungen für ALG I nicht erfüllt, kann für die Sicherung seines Lebensunterhalts Arbeitslosengeld II („Hartz IV") beantragen. Der Regelsatz beträgt 351 € (seit 1.7.2008), darüber hinaus werden die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung übernommen. Arbeitslosengeld II können alle erwerbsfähigen Hilfebedürftigen erhalten, die das 15. Lebensjahr vollendet und das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Junge Menschen unter 25 Jahren, die noch bei Ihren Eltern leben, werden zu deren Bedarfsgemeinschaft dazu gezählt und erhalten einen reduzierten Regelsatz. Zuständig ist für alle Kreisbewohnerinnen und –bewohner die Pro Arbeit – Kreis Offenbach.

7 Überblick: Möglichkeiten für junge Menschen 

Möglichkeiten für junge Menschen