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Am Rande notiert
Julius, 2 Jahre *
Julius erholte sich zwar langsam von den körperlichen Verletzungen, die er als Folge der wochenlangen Misshandlungen durch seine Eltern davongetragen hatte, aber das Baby war schwer traumatisiert. Auf Antrag des Jugendamtes entschied das Vormundschaftsgericht, dass das Kind nicht mehr zu seinen eigentlichen Eltern zurück kann. Julius kam zu einer Pflegefamilie, um dort dauerhaft aufzuwachsen. Am Anfang war es eine schwierige Zeit, doch durch die liebevolle Zuwendung und das Verständnis der Pflegeltern, entwickelte sich Julius zu einem aufgeweckten und fröhlichen Kind.

Svenja, 3 Jahre *
Svenja blieben die traumatischen Erfahrungen physischer Gewalt zum Glück erspart, dennoch litt sie fast ihr gesamtes junges Leben unter mangelnder Zuwendung.
Ihre Mutter war selbst noch ein Kind, als sie mit knapp 15 Jahren schwanger wurde. Die Jugendliche war mit der Situation heillos überfordert. Der Vater hat gleich zu Beginn der Schwangerschaft die junge Frau verlassen. Svenja wurde von ihr zwar gefüttert, aber ansonsten sehr vernachlässigt. Als das Jugendamt entschied, sie in einer Pflegefamilie unterzubringen, war sie verdreckt und die Haare verklebt. Sie schaute sehr ängstlich und wollte weder essen noch trinken.
Schon nach kurzer Zeit in ihrem neuen Umfeld blühte Svenja auf. Sie lernte spielen, lachen, sprechen und vor allem, was es bedeutet, Teil einer Familie zu sein. Svenjas leibliche Mutter bemühte sich jedoch, ihre Tochter regelmäßig zu besuchen. Nachdem sie ihre Lebenssituation stabilisieren konnte, war es für Svenja möglich, nach einigen Wochen zu ihr zurückzukehren.

(*Namen geändert)

Ihre Rechte & Pflichten

Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen rund um das Thema Pflegekind und Pflegeeltern werden im SGB VIII (Sozialgesetzbuch) und im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) festgehalten

Pflegeeltern haben das Recht auf Beratung und Unterstützung in allen das Pflegeverhältnis betreffende Fragen und Probleme.

Sie haben die Aufgabe, das Kind angemessen zu pflegen, zu erziehen und für einen regelmäßigen Besuch von Kindergarten beziehungsweise Schule zu sorgen. Ihnen stehen im Alltag die gleichen Erziehungsrechte und Erziehungsmittel zu wie leiblichen Eltern.

Wenn nicht die Personenberechtigten (Eltern oder Vormund) etwas anderes erklären oder das Familiengericht etwas anderes angeordnet hat, sind Sie als Pflegeeltern berechtigt, in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens für das Kind tätig zu werden. Bezüglich weitergehender Fragen zur gesetzlichen Vertretung klärt Sie Ihre Fachkraft des Jugendamtes auf.

Als Pflegeeltern sind Sie verpflichtet, das Jugendamt über wichtige Ereignisse in Ihrer Familie, die das Wohl des Kindes betreffen, zu informieren. Während des Pflegeverhältnisses werden Sie auch persönliche Dinge über das Pflegekind und seine Eltern erfahren. Diese Informationen müssen Sie vertraulich behandeln. Nur  in begründeten Ausnahmefällen dürfen Informationen und Auskünfte an Dritte weitergegeben werden.

Hinsichtlich der Hilfeplanung für das Kind haben Sie dem Jugendamt gegenüber eine Mitwirkungspflicht.

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