Stellungnahme von Landrat Peter Walter zu der Sendung in SAT.1
27.08.2008

Im Februar 2008 hat eine Fernsehproduktionsgesellschaft, die mit SAT.1 zusammenarbeitet, beim Kreis Offenbach angefragt, ob es möglich sei, die Alltagsarbeit im Bereich „Soziale Ermittlung“ zu begleiten. Ziel der mehrteiligen Reportage sei es, das breit gefächerte Arbeitsfeld darzustellen, das sowohl Hilfsmöglichkeiten für tatsächlich Bedürftige aufzeige als auch Sanktionsmöglichkeiten im Fall des Betrugsverdachtes. Außerdem solle dazu beigetragen werden, nach wie vor bestehende Unsicherheiten und Vorurteile in der Bevölkerung abzubauen. Der Blick auf die Berichterstattung, die im Vorfeld der Sendung erfolgte, macht für jeden deutlich, wie die Arbeit in diesem Bereich immer noch empfunden und bewertet wird.

Diese Anfrage der von SAT.1 beauftragten Produktionsgesellschaft ist nach den gleichen Kriterien behandelt worden, wie alle anderen Anfragen dieser Art auch, denn wir sind zur Gleichbehandlung der Medien verpflichtet. So ist in der Vergangenheit beispielsweise die Arbeit im Verbraucherschutz, in der Archäologie oder der Gesundheitsaufsicht von Medienvertretern begleitet worden. Auch die Arbeit im Bereich „Soziale Ermittlung“ wurde bereits mehrfach von Medienvertretern begleitet, unter anderem auch von regionalen Zeitungen. Darüber hinaus stehen wir dazu, unser Verwaltungshandeln immer wieder transparent zu machen und dies unter Einbeziehung aller Medien, denn ein großer Teil der Bevölkerung wird von den „klassischen Medien“, wie den öffentlich-rechtlichen Sendern oder regionalen und überregionalen Tageszeitungen, kaum erreicht.

Die Produktionsgesellschaft hat selbstverständlich auch die schriftliche Zusage gegeben, dass sie die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Drehaufnahmen übernimmt und alle Rechte gegenüber den Beteiligten gewahrt werden. Vor diesem Hintergrund entbehren Vorwürfe der Verletzung der Rechte Dritter uns gegenüber, wie sie ebenfalls schon im Vorfeld der Sendung erhoben wurden, jeder Grundlage. Darüber hinaus - das wurde bereits im Haupt- und Finanzausschuss am letzten Freitag mitgeteilt - ist zwischen dem Sender und dem Kreis und den Kreisbediensteten kein Geld geflossen.

Natürlich wurde von uns im Vorfeld durchaus einkalkuliert, dass die Sendung und das Sendeformat kontrovers diskutiert werden könnten, wie auch andere Berichterstattungen aus diesem Themenumfeld kontrovers diskutiert werden. Bedingt durch die Berichterstattung im Vorfeld ist der Aufmerksamkeitswert allerdings überproportional hoch. Auch kann die szenische Darstellung innerhalb der Sendung, die gemäß der journalistischen Freiheit allein vom Sender verantwortet wird, vom Kreis nicht beeinflusst werden. Dazu räume ich ein, dass nicht alle Szenen glücklich sind. Im Nachhinein wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Produktion der Tatsache mehr Rechnung getragen hätte, dass die Beteiligten Laiendarsteller sind. Darum wird es unsererseits künftig ohne erheblich weitergehende Zugeständnisse und Mitspracherechte keine Zusage mehr zu solchen Sendungen geben. Darüber hinaus werden wir uns mit Blick auf die Fürsorgepflicht den Beschäftigten gegenüber mit der Kritik auseinandersetzen, die nicht nur durch Kommentare der Medienvertreter geäußert wird. Dies wird hausintern geschehen. Ebenfalls im Sinne der Fürsorgepflicht wird es keine weiteren Medienauftritte der Beteiligten geben.