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Alle Grundschulen im Kreis Offenbach haben ein Betreuungsangebot 24.10.2017 

Die zuverlässige Betreuung von Kindern auch während der Grundschulzeit ist wesentlicher Bestandteil einer familienfreundlichen Standortpolitik und gerade in der Metropolregion FrankfurtRheinMain unverzichtbar. „Wenn wir im Kreis Offenbach auf ein flächendeckendes Betreuungsangebot an unseren Grundschulen verweisen können“, erklärt Landrat Oliver Quilling, „verdanken wir dies zum einen den seit Jahrzehnten hoch engagierten Fördervereinen. Auf der anderen Seite haben die Kommunen und der Kreis an zahlreichen Standorten investiert um räumliche Voraussetzungen zu schaffen.“ Insgesamt sind aus öffentlichen Mitteln seit 2002 etwa 45 Millionen Euro geflossen, davon rund 5,8 Millionen Euro vom Kreis, rund 13 Millionen Euro von den Kommunen und der Rest aus Fördermitteln. Die Betriebskosten, die der Kreis für bestehende Betreuungseinrichtungen aufwendet, schlagen mit 1,5 Millionen Euro jährlich zu Buche.

Der aktuelle Bericht „Schulkindbetreuung zum Schuljahr 2016/17“, der in der nächsten Sitzung des Kreistags vorgelegt wird, gibt darüber hinaus dezidiert Auskunft über die Situation der Betreuung an den Grundschulen. Eine wichtige Erkenntnis: Die Anzahl der Grundschulkinder, die am Nachmittag betreut werden, wächst.

Im gesamten Kreis Offenbach nimmt im Schuljahr 2016/2017 mittlerweile fast jedes zweite Kind (2016/17 45,5 Prozent, 2014/15 42,5 Prozent) das Betreuungsangebot am Standort Grundschule in Anspruch. Die Betreuungsquote der Grundschülerinnen und -schüler in allen Betreuungseinrichtungen und -maßnahmen, neben der Schulkindbetreuung auch die Angebote Hausaufgabenhilfe, Horte und altersübergreifende Angebote in Kindertageseinrichtungen, liegt bei 56,4 Prozent. Insgesamt haben im vergangenen Schuljahr rund 7.300 Kinder an einem nachmittäglichen Betreuungsangebot teilgenommen.

„Es ist aber anzunehmen“, so Oliver Quilling weiter, „dass der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen von Elternseite höher liegt. Darauf geben Wartelisten und die Nutzung alternativer Betreuungsformen, beispielsweise Großeltern oder Tagesmütter, klare Hinweise.“ Hinzu kommt, dass ab dem kommenden Schuljahr Kinder jener Jahrgänge in die Grundschule kommen, die ab dem ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf Betreuung hatten. Es ist zu vermuten, dass diese Familien ihre Lebensführung nochmal stärker auf ein verlässliches Betreuungsangebot stützen und auf Betreuung angewiesen sind. Dies lässt sich beispielsweise an den hohen Anmeldezahlen in der Stadt Neu-Isenburg ablesen, die bisher das Angebot am tatsächlichen Bedarf ausrichtete: dort liegt die Betreuung bei über 80 Prozent.

Der Bericht zeigt außerdem auf, dass sich die schulischen Ganztagsangebote stetig weiter entwickeln. Seit dem letzten Bericht von 2014/2015 konnten die Wilhelm-Busch-Schule in Rodgau und die Schule an den Linden in Rödermark in das Profil 1 aufgenommen werden. Die ehemalige Dependance der Albert-Schweitzer-Schule, Neu-Isenburg, die Grundschule Buchenbusch, verblieb nach der Verselbständigung im Profil 1. Die Albert-Schweitzer-Schule und die Ludwig-Uhland-Schule in Neu-Isenburg wechselten aus Profil 1 in den Pakt für den Nachmittag. Im laufenden Schuljahr 2017/18 haben zwei Grundschulen zusätzliche Landesressourcen in Anspruch genommen und so ihr Ganztag-Profil 1 ausgeweitet. (Aueschule, Dietzenbach und Dietrich-Bonhoeffer-Schule, Dietzenbach).

Ein wesentlicher Faktor für die Ausweitung des Betreuungsangebots und die Weiterentwicklung im Ganztag ist das Raumangebot. Am Standort Schule ist neben den schulischen Räumen ausreichend Fläche für freizeitpädagogische Angebote und das Mittagessen erforderlich, um Betreuung und Ganztagsangebote organisieren zu können. Das vorhandene Raumprogramm lässt eine Ausweitung der Angebote bei gleichbleibender Qualität nicht immer zu. Dies macht der Bericht zur Schulkindbetreuung ebenfalls deutlich. Hier gilt es in den kommenden Jahren, eine mit Schulen und Kommunen gemeinsame Nutzungsidee von vorhandenen Räumlichkeiten zu entwickeln bzw. über langfristige Maßnahmen Lücken zu schließen.

„Ganz aktuell beziffert ein Bericht im „Kämmerer“ den Bedarf nur für den Ausbau einer Infrastruktur mit vergleichbarer Qualität in Deutschland auf 20 Milliarden Euro. Dazu werden noch etwa 73.000 Fachkräfte benötigt“, so Landrat Oliver Quilling zum Schluss, „dies zeigt zum einen, dass hier noch eine gewaltige Aufgabe vor uns liegt, zum anderen aber auch, was die Fördervereine in unserem Kreis leisten. Mit dem Pakt für den Nachmittag haben wir ein Angebot zur Entlastung geschaffen. Diesen Weg müssen wir konsequent weitergehen, um an allen Standorten gleichwerte Qualität der Kinderbetreuung zu schaffen, das geht nicht von heute auf morgen. Die regelmäßigen Berichte tragen dazu bei Fortschritte und Handlungsbedarf zu erkennen.“