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26.03.2019

Hohe Inklusionsquote im Kreis Offenbach

Der Kreis Offenbach ist seit dem Schuljahr 2014/15 Modellregion Inklusive Bildung. Seitdem liegt der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die die Regelschulen besuchen, über dem Landesdurchschnitt. Im aktuellen Schuljahr beträgt die Quote zwei Prozent im Kreis Offenbach, im Vergleich liegt der Landesdurchschnitt bei 1,9 Prozent. Im Gegenzug sinkt die Quote der Schülerinnen und Schüler, die Förderschulen besuchen. Diese liegt aktuell bei 2,7 Prozent im Kreis und bei 3,8 Prozent im Land.

„Unser Ziel ist, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderungen weder vom Besuch der Grundschule noch der weiterführenden allgemeinbildenden Schule ausgeschlossen werden“, erklärt Landrat Oliver Quilling. „Dazu haben wir in den vergangenen Jahren viele Weichen – organisatorisch und baulich – gestellt.“ Im Rahmen des vorgelagerten Schulversuchs „Begabungsgerechte Schule“ wurden vier Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte geschaffen. Dieses Personal unterstützt derzeit sechs Grundschulen in Mühlheim und Obertshausen. Neben dem barrierefreien Ausbau von Neu- und Erweiterungsbauten hat der Kreis Offenbach seit 2014 insgesamt mehr als 350.000 Euro in die Ausstattung der Bestandsschulen investiert, um diese fit für Inklusion zu machen. Dazu wurden beispielsweise zahlreiche Teppichböden für hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler verlegt, Rampen und Lifte gebaut und verstellbare Schülertische angeschafft.

„Diese Bemühungen haben sich gelohnt“, bilanziert Landrat Oliver Quilling. „Inzwischen findet an fast allen Grundschulen und weiterführenden allgemeinbildenden Schulen inklusiver Unterricht statt. Der wohnortnahe Besuch der Schule bringt den Kindern und Jugendlichen viele Vorteile. Sie sind in einem Umfeld, das sie kennen, sowohl räumlich als auch von den Personen. Freundschaften können leichter gepflegt werden und vor allem entstehen auch Kontakte zwischen Kindern mit und ohne Handicap. Es fallen keine langen Fahrzeiten zur Schule und zurück an.“

Als Alternative zur inklusiven Beschulung sind in Langen Kooperationsklassen mit Schülerinnen und Schülern des Förderschwerpunkts geistige Entwicklung an der Janusz-Korczak-Schule eingerichtet. An der Grundschule Albert-Schweitzer-Schule und der Kooperativen Gesamtschule Adolf-Reichwein-Schule werden Schülerinnen und Schüler mit Behinderung im Klassenverband an der Regelschule mit Schülerinnen und Schüler ohne Behinderung unterrichtet. Eine weitere Kooperationsklasse soll zum Schuljahr 2019/20 an der Albert-Einstein-Schule, einer Integrierten Gesamtschule, in Langen gebildet werden. Eine weitere Kooperationsklasse wird voraussichtlich mit Schülerinnen und Schülern der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule Rodgau an der Emma-Schule, eine Grundschule in Seligenstadt, eingerichtet.