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03.11.2015

"Orte des Glaubens" im Kreis Offenbach

Religiöse Vielfalt und Toleranz prägen das Zusammenleben der Kulturen im Kreis Offenbach. Dazu tragen schon seit Jahren unterschiedliche Organisationen, Institutionen und auch die Religionsgemeinschaften mit ihrer engagierten Arbeit bei. Nach dem 11. September 2001 haben sich die Vertreterinnen und Vertreter der Glaubensgemeinschaften, der Politik und des Kreisausländerbeirates zu der Initiative „Eine Stunde für den Frieden Interreligiöser Dialog“ zusammengefunden. „Ziel war und ist es“, so Landrat Oliver Quilling, „in unterschiedlichen Veranstaltungen, wie beispielsweise während der interkulturellen Wochen, die Religion des jeweils anderen besser kennenzulernen und Vorurteile abzubauen. Dieses Thema hat gerade jetzt mit Blick auf die Flüchtlingssituation einen besonderen Stellenwert, weil spürbar wird, dass Menschen zunehmend unsicher werden und Skepsis gegenüber dem scheinbar Fremden haben.“

Mit der jetzt aktuell erstmals aufgelegten Broschüre „Orte des Glaubens“ werden viele weitere Einblicke in das vielfältige religiöse Leben gegeben. Entsprechend gehörten dem Redaktionsteam Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche, des Judentums und des Islam sowie des Ausländerbeirats an. Mit der Präsentation in den Räumen der evangelisch- reformierten Gemeinde am Marktplatz in Neu-Isenburg, wurde ein passender Rahmen gefunden. Natürlich findet sich in der Broschüre nicht jeder Ort des Glaubens wieder, dazu gibt es in den 13 kreisangehörigen Kommunen zu viele.

„Wir haben eine Auswahl treffen müssen und es ist sicher nicht leicht gefallen“, so die Mitglieder des Redaktionsteams, „im Mittelpunkt stand aber nicht jede einzelne Gebetsstätte, sondern die Vielfalt.“ Darum haben der Fotograf Matthias Towae und der Redakteur Kai Fuchs, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim evangelischen Dekanat Rodgau, ein abgestimmtes Bild-Text-Konzept umgesetzt, bei dem Aspekte und Details sichtbar werden, die gelegentlich auch Kenner überraschen könnten. Die Texte mit ihren ebenfalls unterschiedlichen Schwerpunkten, die jede Gemeinde selbst gesetzt hat, sprechen nicht nur vom religiösen Leben, sie sind oftmals Spiegel der Geschichte und versprechen spannende und interessante Lektüre. Aber nicht nur das.

„Wir können uns für dieses Engagement bei allen Beteiligten nur bedanken“, so der Landrat abschließend, „denn es sind viele fleißige Köpfe notwendig, um dieses wirklich gelungene und informative Produkt zusammenzutragen. Gerade jetzt – wo die Menschen aus anderen Ländern und unterschiedlichen Glaubensrichtungen zunehmend in unserer Nachbarschaft leben, kann die Broschüre sicher dazu beitragen, hier und da Brücken zu bauen.“

Interessierte können sich aber nicht nur über die Broschüre, die der Kreis Offenbach in einer Auflage von 3.000 Stück aufgelegt hat und die es kostenlos gibt, den Orten des Glaubens nähern. Sie können diese auch persönlich erleben. Für Mittwoch, 4. November, wird zu einem Interreligiösen Spaziergang, offizielles Ende der interkulturellen Wochen 2015, nach Hainburg eingeladen. Der dreiteilige Rundgang beginnt um 18:00 Uhr in der Beyazi Camii Moschee in der Siemensstraße 6a. Die Teilnehmer kommen eine Stunde später an der ehemaligen Synagoge in der Ketteler Straße zusammen und treffen sich um 20:00 Uhr in der Kirche St. Nikolaus in der Kirchstraße 10.