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Bertha-Pappenheim-Haus

Am 28. Mai 1936, verstarb in Neu-Isenburg die engagierte Frauenrechtlerin, Sozialpolitikerin, Sozialarbeiterin, Erzieherin und Schriftstellerin Bertha Pappenheim im Alter von 77 Jahren. In Neu-Isenburg gründete sie als Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes im Jahre 1907 das "Heim des Jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg", das jungen Jüdinnen Schutz, Erziehung und Ausbildung bot.

Im Laufe seines Bestehens entwickelte sich das Heim zur bedeutendsten jüdischen Einrichtung im damaligen Deutschen Reich. Das Haupthaus, Taunusstraße 9, wurde während der Pogromnacht am 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört. Bis zu seiner Auflösung im März 1942 fanden insgesamt 1.750 Säuglinge, Kleinkinder, Kinder, junge Mädchen und Frauen im Heim Hilfe und Unterstützung.

Im ehemaligen Haus II, einem Erweiterungsbau auf dem früheren Heimgelände, 1914 speziell für Säuglinge und junge Mütter von Bertha Pappenheim eröffnet, befindet sich heute die Seminar- und Gedenkstätte Bertha Pappenheim. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, Leben und Werk Bertha Pappenheims zu dokumentieren sowie auch die Geschichte des früheren Heims und seiner ehemaligen Bewohner.

Nun wurden auf einem Dachboden in einem Koffer Fotos von Zeitzeugen gefunden. Die Bilder stammen aus den Jahren 1929 bis 1933. Sie zeigen unterschiedliche Gruppen und Einzelpersonen. Vielleicht gibt es noch Zeitzeugen, die sich gerne auf den Bilder wiederfinden würden? Außerdem war bei dem Fund ein Zeugnis vom 26. Oktober 1933 dabei. Dieses bescheinigte der ehemaligen jüdischen Einrichtung, "dass das Heim des Jüdischen Frauenbunds alles Anstaltsmäßige vermeidet und durchaus Familiencharakter hat". Auch dieses Zeugnis kann man sich nun im Bertha-Pappenheim-Haus ansehen.

Es finden regelmäßig Vorträge, Veranstaltungen, Gedenkstättenführungen statt.