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Gemeinsames Projekt mit der Claus-von-Stauffenberg-Schule feiert 10-jähriges Jubiläum 29.06.2017 

Geschafft! 25 Schülerinnen und Schüler der Claus-von-Stauffenberg-Schule in Rodgau haben am Donnerstag erfolgreich einen Feuerwehrgrundlehrgang absolviert. Der Lehrgang ist Teil des Ausbildungsprogramms „Arbeitsgemeinschaft schulbegleitende Feuerwehr- und Rettungssanitäter-Ausbildung im Kreis Offenbach“, das dieser Tage zehn Jahre alt wird und auf eine gemeinsame Initiative der Claus-von-Staufenberg-Schule und des Kreises Offenbach zurückgeht.

An dessen Ende legen die Jungen und Mädchen ihre staatliche Prüfung zum Rettungssanitäter ab. Insgesamt dauerte die Ausbildung, die auch jeweils ein vierwöchiges Praktikum in einer Notfallklinik sowie auf einer Lehr-Rettungswache umfasst, zweieinhalb Schuljahre. Die rund 800 Stunden umfassende Ausbildung wird von den Schülerinnen und Schülern zum größten Teil nach dem regulären Unterricht absolviert.

Seit 2007 gibt es die hessenweit wohl einmalige Ausbildung an der Rodgauer Schule. Insgesamt nahmen seit Beginn des Projektes 235 Jugendliche an dem Programm teil, dessen Teilmodule 2010 und 2013 mit dem ersten und zweiten Platz im Wettbewerb „Helfende Hände“ des Bundesministeriums des Inneren im Bereich „Jugend- und Nachwuchsarbeit zur Förderung und zum Erhalt des Ehrenamtes im Bevölkerungsschutz“ ausgezeichnet wurde.

„Im Rahmen einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft absolvieren Gymnasiasten der Oberstufe der Claus-von-Stauffenberg-Schule in ihrer Freizeit zunächst ihre feuerwehrtechnische Grundausbildung im Umfang von 130 Unterrichtsstunden“, betonte Landrat Oliver Quilling auf der Jubiläumsfeier des Projektes in der Claus-von-Stauffenberg-Schule. Hierbei unterrichten Feuerwehrleute jeden Freitagnachmittag die Schüler im Umfang von bis zu drei Stunden ehrenamtlich. Die Vorteile: Die Ausbildung findet größtenteils auf dem Schulgelände statt und die Schüler sind unter sich, arbeiten aber mit Original-Einsatzgerät und voller Schutzkleidung. So sinkt die Hemmschwelle und man lernt sich besser untereinander kennen. Die Abnahme der theoretischen und der praktischen Prüfung erfolgt an der Schule durch den Kreisbrandinspektor.

47 neue, bereits ausgebildete Mitglieder konnten die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis in den vergangenen zehn Jahren so hinzugewinnen. Weitere 48 Schülerinnen und Schüler ließen sich zum staatlich geprüften Rettungssanitäter weiterqualifizieren. Die Reanimation und Defibrillation von Kindern und Erwachsenen steht dabei ebenso auf dem umfangreichen Unterrichtsplan wie medizinische Gerätekunde, Grundkenntnisse aus der Inneren Medizin, Traumatologie und Rechtskunde sowie die Patientenversorgung in Notfällen. So müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beweisen, dass sie sowohl mit Asthma- und Zuckerkranken als auch mit Pneumothorax- und akuten Coronarpatienten umzugehen verstehen und im Fall der Fälle rasch und kompetent Hilfe leisten können.

Quilling: „Die Jungen und Mädchen lernen also Notlagen zu erkennen und diese zu meistern. Sie können das Gelernte später im Ehrenamt, im Beruf oder auch in der eigenen Familie bei der Pflege von Angehörigen einsetzen. Das Projekt ist daher eine Win-Win-Situation für alle.“ Die Ausbildungskosten finanzieren sich ausschließlich aus Spenden und Fördergeldern. Aufgrund seines Erfolgs hat das Programm zwischenzeitlich regional und bundesweit zahlreiche Nachahmer gefunden. Das Land Hessen plant zum kommenden Jahr eine Ausweitung im Rahmen einer Landesförderrichtlinie.