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04.12.2018

Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Dietzenbach fertiggestellt

Ab Mitte Dezember können die ersten Flüchtlinge in die neue Gemeinschaftsunterkunft in Dietzenbach an der Paul-Brass-Straße 14 einziehen. Die Fertigstellung des kreiseigenen Gebäudes, das bereits 2016 auf den Weg gebracht worden war, hatte sich verzögert, weil das beauftragte Unternehmen Konkurs anmelden musste. Danach hat es einige Zeit gedauert, bis die Schadensersatzansprüche des Kreises geklärt waren, weil in Deutschland nicht zertifizierte Baumaterialien zum Einsatz gekommen sind. Nachdem dieses Verfahren Ende 2017 abgeschlossen war, hat der Kreis die Fertigstellung selbst in die Hand genommen.

Künftig können in dem zweigeschossigen Bau 120 Geflüchtete Aufnahme finden. Die insgesamt 61 Zimmer haben 16,3 Quadratmeter. Grundsätzlich gibt es 45 Doppel- und 8 Familienzimmer, zur gemeinschaftlichen Nutzung gibt es acht Küchen, zwei Gemeinschaftsräume, Duschen/WC sowie einen Waschmaschinenraum und Abstellraum für Kinderwagen. Möbel werden in den kommenden Tagen geliefert, so dass ab dem 17. Dezember 2018 die ersten Menschen einziehen können. Die Betreuung übernimmt die AWO, die ständig mit einer Mitarbeiterin vor Ort ist. Ein Hausmeister kümmert sich außerdem um die Gebäude und die Außenanlagen. Die Pflanzarbeiten werden in den kommenden Wochen fertiggestellt. Die Zufahrtstraße wird von der Stadt Dietzenbach im Frühjahr noch befestigt werden.

„Auch wenn die Zuweisung von Flüchtlingen im Jahr 2018 erneut stark rückläufig ist“, führt der Kreisbeigeordnete Carsten Müller aus, „brauchen wir aktuell diese Einrichtung. Aus wirtschaftlichen Überlegungen haben wir uns bereits 2015 dazu entschlossen, an verschiedenen Standorten selbst zu bauen. Damit können wir, so ist es mittelfristig geplant, auf angemietete Unterkünfte verzichten, sobald die bestehenden Mietverträge auslaufen. Außerdem wollen wir dauerhaft auch auf die Reserveunterkünfte verzichten, wie beispielsweise auf das Gebäude hier in Dietzenbach an der Voltastraße“.

Im laufenden Jahr wurden dem Kreis aus Gießen 398 Flüchtlinge zugewiesen, davon sind neun in Dietzenbach untergekommen. Insgesamt leben im Kreis Offenbach (Stand 1. November 2018) 1.645 Geflüchtete, die sich noch im Asylverfahren befinden und 3.613 Flüchtlinge, die anerkannt sind. In Dietzenbach sind es 91 Personen im Asylverfahren und 404, die anerkannt sind. In 17 Einrichtungen, von denen 15 angemietet sind und zwei dem Kreis gehören, sind etwa 940 Menschen untergebracht. Aktuell befinden sich noch rund 100 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in kreiseigenen Einrichtungen, die aber mit Vollendung des 18. Lebensjahres in andere Einrichtungen überführt werden.