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30.03.2020

In der Krise gemeinsam für die Betroffenen

Stadt und Kreis Offenbach und die Kassenärztliche Vereinigung bessern nach

In der aktuellen Situation arbeiten alle, die im Gesundheitswesen tätig sind, am Limit. Das trifft auf die Hausärzte, die von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) vertreten werden, ebenso zu wie auf das öffentliche Gesundheitswesen in Stadt und Kreis Offenbach – auch wenn sich die Aufgabenstellung unterscheidet. „So arbeiten wir doch alle mit dem gleichen Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen“, betonen der Oberbürgermeister der Stadt Offenbach Dr. Felix Schwenke, der Landrat des Kreises Offenbach Oliver Quilling und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen Dr. Eckhard Starke. In den letzten Wochen gab es Rückmeldungen aus der Bevölkerung, dass Menschen bis zu zehn Tagen auf die Testergebnisse warten mussten. In der Anlaufphase gab es zwischen den beteiligten Organisationseinheiten Kommunikationsprobleme.

Zusätzlich herrscht bei den Bürgerinnen und Bürgern derzeit eine große Verunsicherung rund um das Coronavirus. Viele Fragen treten auf. Das belastet alle im Gesundheitssektor. Beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst in Frankfurt gehen derzeit 100.000 Telefonate in der Woche ein. Normalerweise sind es 4.000 bis 5.000 Anrufe pro Woche.

„Besonders wichtig ist es bei allem Stress, dass die Kontaktdaten der getesteten Patientinnen und Patienten vollständig und aktuell sind“, sind sich Dr. Felix Schwenke, Oliver Quilling und Dr. Eckhard Starke einig. „Nur so kann der Kommunikationsfluss verbessert werden und den Patienten schnell ein Ergebnis übermittelt werden. Diese Anlaufschwierigkeiten wurden behoben und die KV entwickelt eine systematischere Befundübermittlung an die Gesundheitsämter. Erste Ergebnisse können sich sehen lassen.“

„Wir konnten bereits 80 Prozent der negativ getesteten Patientinnen und Patienten übers Wochenende anrufen und informieren, weil die Telefonnummern alle korrekt waren“, sagt Landrat Oliver Quilling. „Zusätzlich sind aktuell mehr als 450 Personen in der Überwachung, die täglich von uns angerufen werden. Dies sind neben den positiv Getesteten auch diejenigen, die aufgrund von Kontakten zu Infizierten in Quarantäne sind. Darüber hinaus haben wir in diesem Monat mehr als 1.000 Absonderungsverfügungen und Informationsschreiben verschickt. Im Gesundheitsamt, Telefon 06074 8180-63707, haben wir die Möglichkeit auf Fragen zu reagieren, weil an sieben Tagen der Woche Fragen der Bürgerinnen und Bürger vor allem mit direkten Bezügen zur Erkrankung beantwortet werden.“ Unter www.kreis-offenbach.de/corona steht ein umfangreiches Informationsangebot bereit. Dort gibt es unter anderem auch Antworten auf häufig gestellte Fragen.“

Ähnlich sieht die Situation in der Stadt Offenbach aus. „Auch wir konnten am Wochenende 80 Prozent der Getesteten über ihr Ergebnis informieren“, ergänzt Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. „Die Übermittlung der Kontaktdaten funktioniert jetzt. Auch wir haben ein Bürgertelefon 069 840004-375 geschaltet und Informationen im Internet unter https://www.offenbach.de/leben-in-of/gesundheit/dir-6/corona/index.php abrufbar.“

Stadt und Kreis haben ihre Unterstützung für den Aufbau eines weiteren Testzentrums in Offenbach angeboten. Gemeinsam kommen die Stadt und der Kreis auf rund 450.000 Einwohner.

Wer ist für was zuständig?

Die Hausärzte sind für die Anamnese der Patienten, deren Therapie bei Symptomen, die Krankschreibung und die Vermittlung ins nächst gelegene Testcenter auf das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 zuständig. In deren Abwesenheit übernimmt dies der Ärztliche Bereitschaftsdienst. Wesentliche Aufgabe der öffentlichen Gesundheitsämter im Infektionsschutz ist die Erfassung und Bewertung von Einzelfällen oder Ausbrüchen von Infektionskrankheiten. Diese beinhaltet auch die erforderlichen Ermittlungen, Anordnung, Durchsetzung, Koordination und Überwachung von Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung des Infektionsgeschehens, gegebenenfalls einschließlich Absonderung erkrankter beziehungsweise infizierter Personen mit meldepflichtigen Erkrankungen, wie dem Coronavirus.

Ganz praktisch sieht die „Corona-Kette“ wie folgt aus. Eine Person ist erkrankt und meldet sich telefonisch bei ihrem Hausarzt. Dieser stellt eine Krankschreibung aus und leitet nach der Anamnese eine Therapie ein. Wenn der Hausarzt einen Test nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts für notwendig hält, verweist er an das nächstgelegene Testcenter. Dort wird dem Patienten ein Rachenabstrich genommen, der im Labor ausgewertet wird. Das Ergebnis wird an die Gesundheitsämter übermittelt. Bei einem positiven Befund erhält der Patient eine Absonderungsverfügung und wird während der Zeit der Quarantäne täglich angerufen. Gleichzeitig muss das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen ermitteln, um die weitere Verbreitung einzudämmen. Diese Ermittlung steht im Vordergrund der Tätigkeit der Gesundheitsämter. Nachgelagert ist die Information der Patientinnen und Patienten mit negativen Testergebnissen.