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12.06.2018

Pflegestützpunkt im Kreis Offenbach will Betroffene und deren Angehörige effektiv und zielgenau unterstützen

Manchmal kann es ganz schnell gehen: Ein Unfall, ein Sturz - und jemand aus der Familie, dem Freundes- oder Bekanntenkreis oder man selbst ist von einem Moment auf den anderen pflegebedürftig. Pflegebedürftige und deren Angehörige im Kreis Offenbach können sich in einem solchen Fall ab sofort an den Pflegestützpunkt im Kreishaus in Dietzenbach wenden.

Er dient künftig als zentrale Anlauf- und Informationsstelle bei allen Fragen zum Thema Pflege und informiert unter anderem über ambulante Dienste, hauswirtschaftliche Hilfen, den Hausnotruf, Essen auf Rädern, die Finanzierung von Hilfen, Leistungen der Pflegeversicherung, über Tagespflege sowie Kurzzeitpflege aber auch über eine mögliche Unterbringung im Pflegeheim. Gleichzeitig will er die pflegenden Angehörigen entlasten und ihnen Tipps für die Organisation des Alltags geben. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Erhaltung, Förderung und Sicherung der Selbstständigkeit, die individuelle Versorgung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit sowie die konkrete Hilfe bei auftauchenden Problemen.

„Unser neuer Pflegestützpunkt ist ein gemeinsames Projekt des Kreises mit den Pflege- und Krankenkassen. Die beiden Mitarbeiter verstehen sich als Lotsen und kompetente Wegweiser im manchmal verwirrenden Dschungel der zahlreichen Angebote, Ansprechpartner und Leistungen rund um die Pflege“, betont der Sozialdezernent des Kreises Offenbach, Carsten Müller. Am neuen Stützpunkt erhalten die Menschen daher individuelle und auf den jeweiligen Einzelfall zugeschnittene Informationen zu den vielfältigen Angeboten für Pflegebedürftige sowie zu den Unterstützungsmöglichkeiten für deren Angehörige. Sie bekommen zudem Auskunft über alle Leistungen, die je nach vorhandenem Pflegegrad in Anspruch genommen werden können.

Müller: „Wichtig ist, dass der Stützpunkt völlig unabhängig und trägerneutral Anregungen zur Auswahl und Inanspruchnahme von Sozialleistungen und Hilfsangeboten gibt. Die Mitarbeiter koordinieren und vernetzen außerdem pflegerische und soziale Hilfen sowie vor Ort vorhandene Unterstützungsangebote, um möglichst effektiv und zielgerichtet helfen zu können. Dabei arbeiten sie mit fast allen Diensten und Einrichtungen der Altenhilfe und des Gesundheitssystems zusammen, die sich mit Fragen der Prävention, Rehabilitation, Pflege sowie der Aufrechterhaltung der Eigenständigkeit im Alltag befassen.“

Bei Bedarf machen die Mitarbeiter des Pflegstützpunktes auch Hausbesuche. Die Beratung ist völlig kostenfrei. Insgesamt gibt es in Hessen ein flächendeckendes Netz von 26 Pflegestützpunkten. „Mit dem Ansatz der Pflegstützpunkte wollen der Bund, die Pflegekassen und wir als Kreis auf den demografischen Wandel reagieren. Außerdem wollen wir den Betroffenen sowie ihren Familien signalisieren, dass wir sie mit ihren Fragen, Sorgen und Nöten nicht alleine lassen und sie wo es nur geht unterstützen“, macht Müller deutlich.

Für den Kreis Offenbach wird im Pflegestützpunkt Anja Breitenbach, Krankenschwester mit Studium für Beratung, Sozialrecht und Case-Management tätig sein. Die Pflegekassen werden durch Andreas Diehl einen examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger mit der Weiterbildung zum Pflegeberater und Case-Manager vertreten.