Sprungziele
Seiteninhalt
09.01.2019

Sternsinger segnen Kreishaus

Immer kurz nach dem Jahreswechsel singen Kinder und Jugendliche verkleidet als die drei Weisen aus dem Morgenland an den Haustüren Lieder, wünschen Segen für das neue Jahr und bitten um Spenden für Kinder, denen es nicht gut geht. Am Mittwoch machten Caspar, Melchior und Balthasar vor dem Kreishaus in Dietzenbach Halt. Landrat Oliver Quilling und die Stellvertretende Kreistagsvorsitzende Maria Becht empfingen die bunte Sternsinger-Schar im Foyer des Kreishauses. Kurz darauf schrieben die „Heiligen Drei Könige“ mit weißer Kreide und mit Hilfe einer Leiter den Segen „CMB – Christus mansionem benedicat (Christus segne dieses Haus)“ über den Eingang des Kreishauses.

Mit goldenen Papierkronen, selbst gebastelten Holzstäben, farbigen Umhängen und vielen Sammelbüchsen ausgestattet, baten die „Weisen aus dem Morgenland“ zudem um eine Gabe für Mädchen und Jungen, die ein Handicap haben. Denn die diesjährige Sternsinger-Kampagne will den Blick auf peruanische Kinder mit einer Behinderung lenken. Weltweit gibt es ungefähr 165 Millionen Kinder, die mit einem Handicap leben müssen. In armen Ländern leiden viele von ihnen unter Diskriminierung und Chancenlosigkeit. Durch die Spenden, die die Sternsinger sammeln, können Hilfsprojekte wie das „Yancana Huasy“ in der peruanischen Hauptstadt Lima unterstützt werden. In dem „Haus der Arbeit“ mitten in einem Armenviertel der Stadt wird Kindern und Jugendlichen mit körperlichen und geistigen Behinderungen geholfen. Sie können dort zur Schule gehen, bekommen physiotherapeutische Anwendungen und basteln Karten, die anschließend in den Handel gehen. Von manchen Mädchen und Jungen kommen auch die Mütter mit, die wiederum bunte Mäppchen und Kleider herstellen, die ebenfalls verkauft werden. So können die betroffenen Familien langfristig der Armut entkommen.

Den Sternsingern und den vielen Menschen, denen sie begegnen, soll im Laufe der diesjährigen Kampagne bewusst werden: Menschen sind nicht behindert, sie werden in vielfacher Weise behindert. Es sind nämlich nicht die vielfältigen Barrieren im Alltag, die Menschen mit Behinderung davon abhalten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Vielmehr sind es die Vorurteile in den Köpfen, die verhindern, dass Barrierefreiheit selbstverständlich wird.

Grundlage für das Sternsingen ist übrigens die biblische Erzählung der Sterndeuter, die das Jesuskind in der Krippe aufsuchen. Es deutet vieles darauf hin, dass Kloster- und Chorschüler den Brauch im 16. Jahrhundert einführten. Sie trugen überlieferte Sprüche und Lieder vor und bekamen dafür Essen, Geld und Süßigkeiten. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es in Deutschland und Österreich zentral gesteuerte Sternsinger-Aktionen. Die Aussendungsfeier der 61. Sternsinger-Kampagne „Wir gehören zusammen - in Peru und weltweit“ fand Ende Dezember im bayerischen Altötting mit weit über 2.000 Sternsingern aus ganz Deutschland statt.