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Pro Arbeit: Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie zahlt sich aus 27.03.2018 

Der Kreis Offenbach und das kreiseigene Jobcenter Pro Arbeit können, was die Arbeit als Hartz IV-Optionskommune betrifft, auf ein hervorragendes Jahr zurückblicken. „Wir konnten 2017 die Vermittlungszahlen gegenüber dem Vorjahr definitiv nochmals steigern. Bis einschließlich November konnten wir in 2017 insgesamt 3.971 Menschen in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln“, betont Sozialdezernent Carsten Müller. „Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt nur 3.861 Vermittlungen. Insgesamt ist für 2017 mit rund 4.200 Integrationen zu rechnen. Hier müssen wir allerdings noch bestimmte Maßnahmen auswerten.“ Fest steht jedoch bereits: Auch die Zahl der monatlichen Vermittlungen stieg gegenüber 2016 an; aktuell von 344 auf 361 Vermittlungen.

Ein Grund für die Erfolge der Pro Arbeit – Kreis Offenbach – (AöR) Kommunales Jobcenter liegt in der Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie des Kreises Offenbach. Müller: „Unterschiedliche Kundengruppen brauchen unterschiedliche Betreuungsmodelle. Dieser Ansatz, verschiedene Zielgruppen individuell mittels speziell zugeschnittenen Maßnahmen zu betreuen, zahlt sich aus. Zahlreiche Wirtschafts-Rankings und Studien bescheinigen dem Kreis Offenbach langfristig eine hohe Wirtschaftskraft und sehr gute Zukunftschancen. Wir spielen seit einiger Zeit in einer Liga mit dem Maintaunus- und dem Hochtaunuskreis. Das schlägt sich letztlich auch bei den Langzeitarbeitslosen nieder; auch wenn wir wie gesagt im Kreis Offenbach von der Sozialstruktur her eine durchaus anspruchsvolle Ausgangslage haben!“ Hier helfe sicherlich die klare Strategie, die wir seit Jahren in Sachen Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit verfolgen, so Müller weiter.

Konsequent würden etwa bestehende kreisweite Strukturen wie beispielsweise das „Netzwerk Jugend in Beruf“ und „OloV“ sowie Maßnahmen und Projekte wie die „Schulsozialarbeit“, das Projekt „Neustart“ und „Angebote zum frühzeitigen Spracherwerb und Qualifikation für Asylbewerber“, in die Strategie der Pro Arbeit mit einbezogen, so Müller. „Ergänzt durch eine stetige Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Bereichen Asyl, der Wirtschaftsförderung sowie den Kommunen und ihren Angeboten verfolgt der Kreis Offenbach letztlich das Ziel eines „One-Stop-Government“-analogen Ansatzes für alle Bürgerinnen und Bürger zwischen 15 und 65 Jahren. Das heißt, klare Ansprechpartner und klare Strukturen. Jede Zielgruppe weiß, wo ihr geholfen wird.“ Doppelstrukturen würden so vermieden. Zudem steuere man bereits über das Servicecenter und die Aktivierungswerkstatt, wer an welchen Maßnahmen teilnimmt.

Müller: „In den letzten fünf Jahren konnten wir so rund 21.000 Vermittlungen in den ersten Arbeitsmarkt erzielen. Bei den Integrationen liegen wir damit deutlich über dem Durchschnitt in Hessen und Deutschland. Auch diese Zahl verdeutlicht: Die Option im Kreis Offenbach und unsere Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie, bestimmte Gruppen wie Migranten, alleinerziehende Mütter sowie unter 25-jährige und Ältere individuell in zielgruppengenauen Maßnahmen und Projekten zu betreuen, ist eine Erfolgsgeschichte. Wenn wir unsere Vermittlungszahlen als Grundlage nehmen, profitierten nämlich im Kreis Offenbach endlich auch die Hartz-IV-Bezieher vom wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre.“

Klar sei jedoch auch, so Müller weiter, der Kreis und die Pro Arbeit könnten nur Chancen schaffen. „Ich warne daher vor allzu viel Euphorie angesichts der aktuell guten Vermittlungszahlen. Denn den Job behalten müssen die Leistungsberechtigen selber. Und Fakt ist auch: Der Staat wird es nicht schaffen, jede Sozialkarriere zu stoppen und alle Menschen aufzufangen. Auch hier im Kreis nicht“, macht Müller deutlich. Dies zeigt sich beispielsweise bei der aktuellen Entwicklung im Bereich der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Hier verzeichnete die Pro Arbeit im November 2017 einen Anstieg zum Vorjahresmonat von etwa 8,3 Prozent auf 3.057 Personen. „Dies hing allerdings eindeutig mit der Flüchtlingswelle zusammen. Viele Flüchtlinge kommen eben gerade aus dieser Altersgruppe“, stellt Müller klar. Gleichzeitig verweist er auch in diesem Zusammenhang auf das Konzept der individuellen Betreuung. Auf eine solche Herausforderung könne man eben nicht schablonenartig mit Standardmaßnahmen antworten und dann hoffen, das Problem mit vorgefertigten Modulen in den Griff zu bekommen. Man brauche vielmehr gezielte und auf diesen speziellen Personenkreis zugeschnittene Antworten, so Müller. „Und die geben wir; etwa mit einer engen Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft, dem Familienmanagement, der konsequenten Teilnahme der Flüchtlinge an Sprachkursen oder etwa unserem Projekt „Z.I.E.L.“, mit dem wir die Kompetenzen minderjähriger Flüchtlinge erfassen!“

Die Vermittlungszahlen in Ausbildung stiegen 2017 hingegen deutlich an. „Dass wir innerhalb von nur zwölf Monaten 463 Jugendliche in Ausbildung bringen konnten, bedeutet, dass wir 463 Sozialkarrieren verhindert haben! Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum konnten die Vermittlungen bei den Auszubildenden damit um fast 10 Prozent gesteigert werden“, betont Müller.

Auch der Arbeitsmarkt insgesamt entwickelt sich im Kreis weiterhin positiv. Im Februar 2018 waren im Kreis Offenbach insgesamt 8.289 Personen bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Zum Vergleich: Ende 2005 waren noch 13.765 Menschen arbeitslos gewesen. Der aktuelle Wert entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent. Bundesweit liegt die Quote bei immerhin 5,7 Prozent. Der Kreis nähert sich damit weiter statistisch der Vollbeschäftigung. Bei der Jugendarbeitslosigkeit hat der Kreis dieses Ziel mit zuletzt nur 3,8 Prozent arbeitslosen Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren bereits erreicht.

Erfreulich sei zudem, dass die Anzahl der Langzeitleistungsberechtigten im November 2017 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,0 Prozent von 9.468 auf 9.281 Personen gesunken ist, so Müller. Gerade in diesem Bereich zeige sich, dass die enorme Anstrengung der Pro Arbeit Menschen möglichst individuell zu betreuen, Früchte trägt, so Müller abschließend.