70 neue Bäume für die Streuobstwiesen in Rodgau

Mitglieder der „StreuObstCoOp-Rodgau“ haben am Samstagvormittag auf dem Festplatz in Rodgauer Stadtteil Nieder-Roden 70 frisch bereitgestellte Obstbäume entgegengenommen. Kreisbeigeordneter Alexander Böhn überreichte die Baumsetzlinge zusammen mit dem notwendigen Pflanzmaterial an die anwesenden Grundstücksbesitzerinnen und -besitzer. Unter anderem wurden Apfel-, Zwetschgen-, Birnen-, Quitten- und Kirschbäume kostenlos ausgehändigt, ergänzt um klimatisch angepasste Wildobstgehölze wie Walnuss, Mispel, Elsbeere, Maulbeere und Speierling. Ziel der Verteilung ist es, die genetische Vielfalt zu fördern, alte Sorten zu bewahren und ein lebendiges Stück Kulturlandschaft zu erhalten, das in der Region tief verwurzelt ist.

Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas, werden jedoch zunehmend seltener. Der Kreis Offenbach engagiert sich aus diesem Grund bereits seit vielen Jahren für den langfristigen Schutz dieser ökologisch wertvollen Flächen. „Wir wollen die Streuobstwiesen nicht nur erhalten, sondern ihre Bedeutung auch wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Mit der heutigen Verteilung kommen wir auf eine Zahl von insgesamt 950 neu gepflanzten Obstbäumen seit Beginn der Aktion im Jahr 2012“, sagte Alexander Böhn während der Übergabe und fügte hinzu: „Neben den Bäumen stellen wir auch das nötige Zubehör wie Pflanzpfähle, Kokosseile und Verbissschutz bereit, damit die Setzlinge gut gedeihen."

Der Kreis Offenbach unterstützt die diesjährige Aktion mit rund 4.700 Euro. Seit 2012 wurden von Kreisseite insgesamt 40.000 Euro in das Projekt investiert.

Streuobstwiesen leisten nicht nur einen Beitrag zur Artenvielfalt, sondern prägen auch das Landschaftsbild. Gerade in einer dicht besiedelten Region wie dem Rhein-Main-Gebiet sind naturnahe Flächen von unschätzbarem Wert – für das Mikroklima ebenso wie für die Erholung. Die alten Sorten liefern außerdem beste Grundlagen für regionale Erzeugnisse.

Für eine nachhaltige Entwicklung benötigen die Bäume jedoch regelmäßige Pflege und fachkundige Begleitung. „Nur durch kontinuierliche Schnittmaßnahmen und das Engagement der Grundbesitzerinnen und -besitzer bleibt uns dieses Kulturerbe dauerhaft erhalten. Die StreuObstCoOp-Rodgau übernimmt eine wichtige Rolle, indem sie Wissen vermittelt, berät und Mitwirkende untereinander vernetzt. Ihre Arbeit ist in unserer Region quasi unersetzlich“, sagte Alexander Böhn abschließend.

Mehr Informationen zum Thema Streuobst finden Interessierte unter www.kreis-offenbach.de/lebensraum-streuobstwiese.