Kreisbeigeordneter Alexander Böhn überreicht Zertifikate an die ersten Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher
Der Kreis Offenbach hat erstmals Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher geschult und sie nach Abschluss eines dreitägigen Seminares ausgezeichnet. Kreisbeigeordneter Alexander Böhn überreichte am Montag zwölf Frauen und fünf Männern im Kreishaus in Dietzenbach ihre Zertifikate. Die ehrenamtlichen Kräfte leisten mit dem Übersetzen in Alltagssituationen wie etwa in der Schule, der Kindertagesstätte oder bei Behörden einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zum Gelingen der Integration im Kreis.
„Ihr Engagement bringt den Bürgerinnen und Bürgern individuelle Vorteile, weil schwierige Situationen und Sachverhalte geklärt, Missverständnisse ausgeräumt und Brücken gebaut werden. Mit ihrer sprachlichen Kompetenz tragen sie zur besseren Verständigung der Menschen bei und können viele Probleme lösen, die durch Sprachbarrieren verursacht werden“, sagte Alexander Böhn. Er betonte darüber hinaus, dass die Arbeit der Dolmetscherinnen und Dolmetscher eine Bereicherung für die gesamte Gesellschaft sei, weil durch bessere Kommunikation das soziale Miteinander insgesamt gestärkt werde.
Die 17 Ehrenamtlichen können sich in mehr als einem Dutzend Sprachen unterhalten. Dazu gehören unter anderem Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Türkisch, Punjabi, Hindi, Urdu, Russisch, Chinesisch, Mazedonisch, Kurdisch, Dari, Fasi, Tigrinja und Amharisch. So vielfältig die Sprachen sind, so heterogen ist auch die Gruppe der Übersetzerinnen und Übersetzer im Alter zwischen 30 und 65 Jahren, die ihre Muttersprache mindestens auf dem Niveau C2 und Deutsch auf B1 beherrschen.
Im Qualifizierungskurs haben sie sich viel mit unterschiedlichen Alltagssituationen beschäftigt, erfahren, wie ein Gespräch zu dritt zu arrangieren ist, gelernt, was Abgrenzung und Verschwiegenheit bedeuten und dass sie nicht im juristischen Sinne übersetzen dürfen. Deshalb werden sie auch Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher genannt.
Immer wenn etwa im Kontakt mit Behörden, bei der Migrationsberatung, in Vereinen, Organisationen oder bei Elterngesprächen in Kindertagesstätten und Schulen sprachliche Schwierigkeiten auftreten, können Bürgerinnen und Bürger künftig die Hilfe der kompetenten Gruppe in Anspruch nehmen. Koordiniert werden die Anfragen vom Integrationsbüro des Kreises. Große Unterstützung für die Umsetzung des Projekts kommt zudem vom Land Hessen. Die finanzielle Hilfe stammt aus dem Programm „WIR“, mit dem das Zusammenleben in den Kommunen gefördert wird und an dem der Kreis Offenbach seit zehn Jahren beteiligt ist.
Die Schulung und Zertifizierung der ersten Gruppe war nur der Anfang. Der Kreis Offenbach plant, weitere Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher auszubilden, denn der Bedarf ist groß: In den 13 Kreiskommunen fühlen sich Menschen zu Hause, die ihre familiären Wurzeln in rund 170 Nationen der Welt haben. „Integration ist eine permanente Aufgabe, die uns alle angeht“, sagte Kreisbeigeordneter Alexander Böhn abschließend bei der Übergabe der Zertifikate. Er dankte den ersten Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetschern dafür, dass sie mit Empathie, ihrem Wissen und ihrer Hilfsbereitschaft zu einer offenen, vielfältigen und inklusiven Gesellschaft beitragen.
Wer sich für die Hilfsangebote der Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher interessiert oder sich selbst in diesem Bereich engagieren möchte, erhält weitere Informationen bei Ricarda Lange vom Integrationsbüro des Kreises, Telefon 06074 8180-5115, E-Mail: r.lange@kreis-offenbach.de.