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Sternsinger segnen Kreishaus 09.01.2018 

"Christus mansionem benedictat" steht über der Eingangstür

Immer kurz nach dem Jahreswechsel singen Kinder und Jugendliche verkleidet als die drei Weisen aus dem Morgenland an den Haustüren Lieder, wünschen Segen für das neue Jahr und bitten um Spenden für Kinder, denen es nicht gut geht. Am Dienstag machten sie vor dem Kreishaus in Dietzenbach Halt. Landrat Oliver Quilling und der Kreistagsvorsitzende Bernd Abeln empfingen die als Kaspar, Melchior und Balthasar verkleidete Sternsinger-Schar im Foyer des Kreishauses. Kurz darauf schrieben die „Heiligen Drei Könige“ mit weißer Kreide und mit Hilfe einer Leiter den Segen „CMB – Christus mansionem benedicat (Christus segne dieses Haus)“ über den Eingang des Kreishauses.

Mit goldenen Papierkronen, selbst gebastelten Holzstäben, bunten Umhängen und vielen Sammelbüchsen ausgestattet, baten die „Weisen aus dem Morgenland“ zudem um eine Gabe für Mädchen und Jungen, die bereits von klein auf arbeiten müssen. Denn die diesjährige Kampagne will den Blick auf das Thema Kinderarbeit lenken. Obwohl Kinderarbeit weltweit verboten ist, arbeiten etwa 168 Millionen Kinder teilweise unter schlimmen Bedingungen – vor allem in Afrika und Asien. Viele Menschen sind dort so arm, dass die Familien ohne das Einkommen ihrer Kinder nicht über die Runden kommen würden; so auch in Indien, dem Partnerland der Sternsinger-Aktion 2018. Hier müssen oft schon sehr junge Kinder hart arbeiten: anstatt in die Schule zu gehen, knüpfen sie Teppiche, löten Armreifen zusammen oder schleppen Steine.

Durch die Spenden, die die Sternsinger sammeln, können Hilfsprojekte finanziert werden. Diese ermöglichen beispielsweise regelmäßige Schulbesuche und eine Ausbildung. So können betroffene Familien langfristig der Armut entkommen. Auch auf das Thema Fairer Handel wollen die Sternsinger dieses Jahr aufmerksam machen. Ihr Credo: Wenn alle konsequent auf Fairtrade-Siegel achten, wird es weltweit weniger ausbeuterische Kinderarbeit geben.
 
Grundlage für das Sternsingen ist die biblische Erzählung der Sterndeuter, die das Jesuskind in der Krippe aufsuchten. Es deutet vieles darauf hin, dass Kloster- und Chorschüler den Brauch im 16. Jahrhundert einführten. Sie trugen überlieferte Sprüche und Lieder vor und bekamen dafür Essen, Geld und Süßigkeiten.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es in Deutschland und Österreich zentral gesteuerte Sternsinger-Aktionen. Die Aussendungsfeier der 60. Sternsinger-Kampagne „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit“ fand Ende Dezember in Trier mit rund 2.600 Sternsingern aus ganz Deutschland statt.