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18.02.2020

Zwei neue Fahrzeuge für den Katastrophenschutz

Im Kreis Offenbach sind zwei neue Fahrzeuge für den Brand- und Katastrophenschutz im Einsatz: Der Betreuungsbus löst nach 15 Jahren seinen Vorgänger ab und die Brandschutzaufsicht verfügt bei Großschadenslagen über einen neuen Kommandowagen. Landrat Oliver Quilling hat am Dienstagvormittag gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann die beiden Fahrzeuge, die über Sonderausstattungen verfügen, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Oft müssen ad hoc eine Vielzahl an Personen versorgt werden, beispielsweise bei der Evakuierung von Mehrfamilienhäusern, wenn Wohnungen oder Keller brennen, oder bei Unfällen auf Autobahnen. Häufig sind die Betroffenen nur leicht bekleidet, weil sie mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen werden, oder die Witterungsbedingungen sind aufgrund von Kälte, Regen, Hitze und starker Sonneneinstrahlung widrig. Dann ist ein Ort für die Betreuung der Personen notwendig. Der Betreuungsbus ist ein umgebauter Linienbus, der schnell an eine Einsatzstelle gebracht werden kann. Dazu werden Kräfte des Sanitätsdienstes mitalarmiert. Sie kümmern sich um die Personen, betreuen sie während des Aufenthaltes oder übernehmen die Erstversorgung von Verletzten. Der Bus verfügt über 34 Sitzplätze und einen Platz für einen Rollstuhl. Ausgestattet ist das Fahrzeug mit einer Sondersignalanlage, einem Funksystem sowie einem Minimum an medizinischem Material und Geräten. Rund 55.000 Euro hat der Kreis Offenbach in das neue Fahrzeug, das bei der Stützpunktfeuerwehr Ober-Roden stationiert ist, inklusive der Ausstattung investiert.

„Der Betreuungsbus ist wie sein Vorgänger fester Bestandteil unserer Gefahrenabwehr“, macht Landrat Oliver Quilling deutlich. „Die vorhandenen Ressourcen der Hilfsorganisationen, die am Katastrophenschutz beteiligt sind, werden so sinnvoll ergänzt. An diesem zeigt sich die gute Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr und den Hilfsorganisationen in unserem Kreis. Der Bus steht bei der Feuerwehr, die das Fahrzeug auch pflegt und es zur Einsatzstelle fährt. Vor Ort übernehmen die Sanitätskräfte den Bus mit eigenem Personal.“

Bei dem neuen Kommandowagen handelt es sich um einen BMW X3 im Feuerwehrlook. Im Innern ist das Allradfahrzeug funktechnisch ausgestattet. Der Wagen wird überwiegend vom Kreisbrandinspektor in seiner Funktion als Brandschutzaufsicht genutzt, um beispielsweise die örtliche Einsatzleitung – insbesondere bei komplizierten Einsätzen oder Großschadenslagen – zu unterstützen. Die Kosten für das neue Fahrzeug belaufen sich auf rund 45.000 Euro, das Land Hessen hat die Anschaffung mit etwa 16.000 Euro bezuschusst. „Im Falle eines Falles können wir Dank der modernen Ausstattung des Fahrzeuges vor Ort die Einsatzleitung optimal unterstützen“, erläutert Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann die Vorteile des Wagens. „Der Allradantrieb ermöglicht es auch in schwer zugänglichen Gebieten, beispielsweise bei Waldbränden, vorwärts zu kommen.“

„Die beiden Fahrzeuge sind für uns eine Investition in die Sicherheit der Bevölkerung“, so der Landrat abschließend. „Die Schadenslagen werden immer komplexer und extremer. Die beiden letzten Stürme beispielsweise sind uns allen noch vor Augen, auch weil die zahlreichen Bäume, die dem Wind zum Opfer gefallen sind, noch immer beseitigt werden müssen. Mit einer guten technischen Ausstattung erleichtern wir den haupt- und ehrenamtlichen Kräften des Brand- und Katastrophenschutzes die Arbeit.“