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Corona-FAQ für Arbeitnehmer

Gelten die aktuellen Kontaktbeschränkungen automatisch auch fürs Büro?

Auch betriebsbedingte Kontakte sind auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren. Lassen sich Kontakte nicht vermeiden, haben Arbeitgeber weitere Schutzvorkehrungen wie Abtrennungen zwischen Anwesenden oder Lüftungsmaßnahmen einzurichten. Nähere Informationen dazu gibt es unter anderem beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Muss mir mein Arbeitgeber kostenlos Corona-Tests zur Verfügung stellen?

In der zweite Verordnung zur Änderung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ist festgeschrieben, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten, die nicht ausschließlich im Homeoffice in der eigenen Wohnung arbeiten, mindestens einmal pro Kalenderwoche einen Test auf das Corona-Virus anbieten müssen. In einigen Fällen, beispielsweise wenn körpernahe Dienstleistungen erbracht werden, müssen mindestens zweimal pro Woche entsprechende Testangebote unterbreitet werden. Der Arbeitgeber kann dabei selbst entscheiden, ob es PCR-Tests, Antigen-Schnelltests oder Selbsttests sind.

Die Kosten für die Tests sind vom Arbeitgeber zu tragen. Die Zeit, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für das Wahrnehmen der Testangebote in Anspruch nehmen, gilt nicht als Arbeitszeit.

Ich komme aus dem Ausland zurück. Was muss ich beachten?

Reisen ist aktuell weiterhin möglich. Es gibt jedoch zum Teil Ausnahmen und Einschränkungen. Das Auswärtige Amt bietet auf seiner Homepage eine entsprechende Übersicht mit Reise- und Sicherheitshinweisen an, die stetig aktualisiert wird.

Alle Einreisenden sind seit dem 1. August 2021 verpflichtet, bei Einreise in die Bundesrepublik einen Negativnachweis (Test, Genesenen- oder Impfnachweis) vorzulegen, unabhängig davon, ob sie sich zuvor in einem Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet aufgehalten haben oder nicht.

Flugreisende müssen den entsprechenden Nachweis dem Beförderer bereits vor Abreise vorlegen. Einreisende aus einem Virusvariantengebiet müssen immer ein negatives Testergebnis vorweisen, auch wenn sie genesen oder vollständig geimpft sind.
Kinder unter zwölf Jahren sind von der Nachweispflicht bei Einreise befreit. 

Ein Antigen-Test darf maximal 48 Stunden beziehungsweise bei einem Voraufenthalt in einem Virusvariantengebiet maximal 24 Stunden alt sein. Erfolgte die Testung mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik), darf der Test maximal 72 Stunden als sein.

Alle Personen, die per Flugzeug in die Bundesrepublik einreisen, müssen dem Beförderer den Negativnachweis bereits vor Abreise vorlegen.

Treten typische Symptome einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus wie Fieber, trockener Husten, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns auf, ist umgehend das zuständige Gesundheitsamt zu verständigen.

Was ist bei Rückreisen aus Hochrisiko- und Virusvarianten-Gebieten zusätzlich zu beachten?

Reisende aus Regionen, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Hochrisikogebiet oder Virusvarianten-Gebiet eingestuft werden, müssen sich noch vor der Einreise nach Deutschland online im Einreiseportal der Bundesrepublik registrieren. Diese digitale Einreiseanmeldung ersetzt unter anderem die früheren Aussteigerkarten in Papierform und wird an das Gesundheitsamt übermittelt. Auch beim Grenzübertritt kann das Vorliegen der am Ende des Registrierungsprozesses erhaltenen Bestätigung behördlich kontrolliert werden.

Einreisen aus Hochrisikogebieten

Bei Einreisen aus einem Hochrisikogebiet müssen sich Reiserückkehrende bereits vor Einreise auf das Corona-Virus testen lassen oder über einen Impf- oder Genesenennachweis verfügen. Die Einreise in die Bundesrepublik ist nur mit negativem Testergebnis, welches nicht älter als 48 Stunden sein darf und für zehn Tage aufbewahrt werden muss, oder Impf- oder Genesenennachweis gestattet. Der Nachweis muss ab dem Zeitpunkt der Vorlage im Portal www.einreiseanmeldung.de der eigenen Einreiseanmeldung beigefügt werden. Ohne Impf- oder Genesenennachweis ist eine Verkürzung der zehntägigen Quarantäne frühestens ab Tag fünf nach der Einreise durch die Vorlage eines erneuten negativen Testergebnisses in Bezug auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 möglich. Der Einreisetag zählt als Tag null. Der Nachweis muss ab dem Zeitpunkt der Vorlage im Portal www.einreiseanmeldung.de der eigenen Einreiseanmeldung beigefügt werden. Erst dann endete die Quarantäne vorzeitig.

Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Quarantäne automatisch nach dem fünften Tag.

Treten innerhalb dieser Zeit typische Symptome einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus wie Fieber, trockener Husten, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns auf, ist umgehend das zuständige Gesundheitsamt zu verständigen.

Einreisen aus Virusvariantengebieten

Reiserückkehrende aus einem Virusvarianten-Gebiet, in dem sich bestimmte Virusvarianten ausgebreitet haben, müssen sich bereits vor Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Ein Impfnachweis über eine Impfung gegen SARS-CoV 2 oder ein Genesenen-nachweis über SARS-CoV 2 entbindet nicht von der Testpflicht. Die Einreise in die Bundesrepublik ist nur mit negativem Testergebnis gestattet. Dieser Nachweis darf nicht älter als 48 Stunden sein und muss für 14 Tage aufbewahrt werden.

Zudem besteht auch bei einem negativen Testergebnis in Bezug auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 eine sofortige 14-tägige Quarantänepflicht. Ein Impfnachweis über eine Impfung gegen SARS-CoV 2 oder ein Genesenennachweis über SARS-CoV 2 entbindet nicht von der Quarantänepflicht. Eine Verkürzung ist nur dann möglich, wenn das betroffene Virusvarianten-Gebiet während der Quarantänezeit zu einem Hochrisikogebiet herabgestuft wird. In diesem Fall gelten ab diesem Zeitpunkt die Regelungen für Hochrisikogebiete mit den entsprechenden Ausnahmemöglichkeiten.

Treten innerhalb dieser Zeit typische Symptome einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus wie Fieber, trockener Husten, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns auf, ist umgehend das zuständige Gesundheitsamt zu verständigen.

Der zu Grunde liegende Test muss die Anforderungen des Robert Koch-Instituts erfüllen. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen hat eine Liste mit Ärzten, die Coronatests durchführen, zusammengestellt. Darüber hinaus verfügen zum Beispiel auch das Testzentrum des Kreises Offenbach, sowie das Testcenter am Frankfurter Flughafen über entsprechende Kapazitäten. Ein Test im Gesundheitsamt ist dagegen nicht möglich.

Alle Einreisenden sind verpflichtet sich vor der Rückkehr, noch während des Aufenthalts im Ausland, eigenständig zu informieren, da sich die Einstufungen der Länder täglich ändern können. 

Häufige Fragen rund um das Thema Urlaub werden auch in einem eigenen FAQ beantwortet.

Alle Vorgaben und auch Ausnahmeregelungen sind in der Coronavirus-Einreiseverordnung nachzulesen.

Ordnungswidrigkeit droht

Wer nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet keinen negativen Test vorweisen kann und sich nicht in Quarantäne begibt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die geahndet werden kann. Außerdem kann der Anspruch nach dem Infektionsschutzgesetz für Lohnersatzzahlung verloren gehen, wenn man sich wissentlich in ein Risikogebiet begibt. Das heißt, der Arbeitgeber muss gegebenenfalls für die Zeit der Quarantäne keinen Lohn zahlen. Diesen bekommt der Arbeitgeber dann auch nicht vom Land erstattet.

Wo kann ich einen Test machen?

Die KV Hessen hat eine Liste mit Ärzten, die Coronatests durchführen, zusammengestellt.

Darüber hinaus verfügen auch das Testzentrum des Kreises Offenbach, das Corona-Schnelltestzentrum in Egelsbach, das Testcenter am Frankfurter Flughafen sowie das Testcenter am Frankfurter Opernplatz über entsprechende Kapazitäten.

Ein Test im Gesundheitsamt ist dagegen nicht möglich.

Ich arbeite im medizinischen Bereich und komme aus dem Ausland zurück. Was gilt es zu beachten?

Für Personen, die im medizinischen Bereich arbeiten, gelten besondere Regeln, um die Ausbreitung von Infektionen mit SARS-CoV-2 einzudämmen.

Wer aus einer Region, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet eingestuft wird, zurückkommt und im medizinischen Bereich tätig ist, muss bis zum 14. Tag nach der Einreise eine persönliche Schutzausstattung während der Arbeit tragen.Die Einrichtungsleitung ist verpflichtet die Arbeitsaufnahme dem Gesundheitsamt, per E-Mail an gesundheit@kreis-offenbach.de oder telefonisch unter 06074 8180-63707, anzuzeigen.

Dies gilt für alle, die in

    1. Krankenhäusern,
    2. Einrichtungen für ambulantes Operieren,
    3. Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt,
    4. Dialyseeinrichtungen,
    5. Tageskliniken,
    6. Entbindungseinrichtungen,
    7. Behandlungs- oder Versorgungseinrichtungen, die mit einer der in den Nummern 1 bis 6 genannten Einrichtungen vergleichbar sind,
    8. Arztpraxen, Zahnarztpraxen,
    9. Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe,
    10. Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, in denen medizinische Untersuchungen, Präventionsmaßnahmen oder ambulante Behandlungen durchgeführt werden,
    11. ambulante Pflegedienste, die ambulante Intensivpflege in Einrichtungen, Wohngruppen oder sonstigen gemeinschaftlichen Wohnformen erbringen, und
    12. Rettungsdiensten
    13. nicht unter § 23 Absatz 5 Satz 1 fallende voll- oder teilstationäre Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen,
    14. nicht unter § 23 Absatz 5 Satz 1 fallende ambulante Pflegedienste und Unternehmen, die den Einrichtungen nach Nummer 2 vergleichbare Dienstleistungen anbieten; Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne von § 45a Absatz 1 Satz 2 des Elften Buches Sozialgesetzbuch zählen nicht zu den Dienstleistungen, die mit Angeboten in Einrichtungen nach Nummer 2 vergleichbar sind.

tätig sind.

Habe ich einen gesetzlichen Anspruch darauf, im Homeoffice zu arbeiten?

Es wird Arbeitgeber, dringend empfohlen, ihren Beschäftigten Homeoffice anzubieten, wo immer es möglich ist. Das ist dann der Fall, wenn für die Arbeitsabläufe die Anwesenheit nicht zwingend erforderlich ist, zum Beispiel bei Bürotätigkeiten. Eine Verpflichtung zum Homeoffice besteht derzeit nicht.

Muss ich ins Büro, wenn Kollegen dort husten oder Erkältungssymptome zeigen?

Nur weil Kolleginnen und Kollegen husten, niesen oder vergleichbare Erkältungssymptome zeigen, sind Sie nicht berechtigt, einfach Ihrer Arbeit fernzubleiben. Um vom Leistungsverweigerungsrecht Gebrauch zu machen, muss die Erbringung Ihrer Arbeitsleistung unzumutbar sein (§ 275 Absatz 3 BGB). Dafür muss allerdings eine erhebliche objektive Gefahr oder ein begründeter Verdacht der Gefährdung von Leib oder Gesundheit vorliegen. Husten, Niesen, Erkältungssymptome der Kollegen sind ohne weitere Anhaltspunkte oder einen objektiv begründeten Verdacht nicht ausreichend.

Bekomme ich weiter Lohn, auch wenn ich derzeit zuhause die Kinder betreuen muss?

Kinderkrankentage

Sind Kitas und Schulen pandemiebedingt geschlossen, haben Eltern unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf zusätzliche Kinderkrankentage, wenn sie ihre Kinder zuhause betreuen. Statt wie bisher 10 beziehungsweise 20 Kinderkrankentage stehen jedem Elternteil im Jahr 2021 nun 30 Kinderkrankentage pro Kind, maximal insgesamt 65, zur Verfügung. Bei Alleinerziehenden erhöht sich die Zahl auf 60 Tage pro Kind, insgesamt maximal 130 Tage.

Eine Erkrankung des Kindes ist anders als bisher keine Voraussetzung dafür, Kinderkrankentage in Anspruch nehmen zu können. Es reicht, dass die Betreuungseinrichtung aufgrund einer behördlichen Anordnung geschlossen oder der Präsenzunterricht ausgesetzt wurde oder dass empfohlen wird, die Betreuungsmöglichkeiten nur im Notfall wahrzunehmen. 

Unter diesen Umständen können Sie die zusätzlichen Kinderkrankentage bei Ihrer Krankenkasse beantragen, wenn

    • sowohl der Elternteil als auch das jeweilige Kind gesetzlich krankenversichert sind,
    • das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder aufgrund einer Behinderung auf Hilfe angewiesen ist,
    • keine andere im Haushalt lebende Person das Kind beaufsichtigen kann.

Die Regelung gilt auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die für gewöhnlich im Homeoffice arbeiten. Bei Krankheit des Kindes muss ein Attest vom Arzt eingereicht werden, bei den anderen genannten Gründen eine Bescheinigung der Kindertagesstätte beziehungsweise Schule.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt weitere Informationen und eine Musterbescheinigung für die Krankenkasse zur Verfügung.

Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz

Neben den zusätzlichen Kinderkrankentagen, können Eltern eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz geltend machen, wenn Ihr Kind zwölf Jahre alt oder jünger ist und wegen geschlossener Kindertagesstätten und Schulen zuhause betreut werden muss. Sie können dann gegebenenfalls vom Staat 67 Prozent Ihres Nettolohns, höchstens 2016 Euro pro Monat, erhalten. Die Regelung gilt für einen Betreuungszeitraum von bis zu zehn Wochen, für Alleinerziehende bis zu 20 Wochen.

Voraussetzungen für die Auszahlung sind, dass

  • Sie erwerbstätige Sorgeberechtigte beziehungsweise erwerbstätiger Sorgeberechtigter für Kindern bis zum 12. Lebensjahr sind oder für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind.
  • die eigene Betreuung der Kinder aufgrund der Schließung erforderlich und daher keine Berufsausübung möglich ist,
  • eine andersweitig zumutbare Betreuung (etwa durch den anderen Elternteil oder die Notbetreuung der Einrichtungen) nicht zur Verfügung steht. Risikogruppen, etwa die Großeltern des Kindes, müssen dazu nicht herangezogen werden.

Zu beachten gilt auch, dass der Lohnersatz nicht gezahlt wird, wenn es andere Möglichkeiten gibt, Ihrer Tätigkeit vorübergehend bezahlt fernzubleiben, etwa durch Abbau von Zeitguthaben.

Die Regelung gilt nicht für Zeiten, in denen die Betreuungseinrichtung wegen der Schulferien ohnehin geschlossen wäre und ist befristet bis zum 31. März 2021.

Ansprüche auf Kurzarbeitergeld gehen dem Anspruch vor. 

Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der sich das Geld bei der zuständigen Landesbehörde erstatten lassen kann. Es besteht auch die Möglichkeit, einen Vorschuss zu beantragen. Die Abwicklung hat das Regierungspräsidium Darmstadt übernommen. Anträge können ab sofort auf dem Infoportal IfSG gestellt werden. 

Mehr Informationen gibt es im Überblick über das Sozialschutz-Paket auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie auf der Infoseite zum Entschädigungsanspruch.

Mir droht die Arbeitslosigkeit, an wen muss ich mich wenden?

Wer seinen Job verloren hat oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, findet bei der Bundesagentur für Arbeit Hilfe.

Die Dienststellen sind aktuell für den Publikumsverkehr geschlossen, weshalb persönliche Vorsprachen nicht möglich sind. Die gebührenfreie Arbeitnehmerhotline unter 0800 4 5555-0 ist aber weiterhin erreichbar.

Eine Arbeitslosmeldung ist derzeit telefonisch möglich. Anträge auf Arbeitslosengeld sind ebenso online abrufbar, wie auch Anträge zur Grundsicherung. Sie können per E-Mail, per Post oder per Einwurf in die Hausbriefkästen der Agenturen eingereicht werden.

Für die Arbeitslosmeldung, die normalerweise nur persönlich vor Ort erfolgen kann, gibt es aufgrund der Corona-Prävention aktuell eine Sonderregelung. Im Onlineantrag ist anzugeben, dass noch keine persönliche Arbeitslosmeldung erfolgt ist. Der Leistungsantrag wird anschließend dennoch schnellstmöglich bearbeitet und – bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen und der notwendigen Unterlagen – vorläufig entschieden.

Bewilligtes Arbeitslosengeld wird monatlich rückwirkend gezahlt, die Antragsbearbeitung entsprechend der Zahlungsfälligkeit priorisiert.

Nach Wiedereröffnung der Agenturen erhalten Antragssteller unaufgefordert eine Einladung zur Nachholung der persönlichen Arbeitslosmeldung unter Vorlage des gültigen Ausweises (alternativ: Pass und Meldebescheinigung).

Wer zahlt meinen Lohn, wenn ich in Quarantäne muss?

Müssen Sie auf behördliche Anordnung in Quarantäne, sind aber nicht erkrankt, ist Ihr Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, Ihnen für bis zu sechs Wochen den Lohn weiter zu bezahlen. Er kann im Gegenzug eine entsprechende Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz beantragen. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat Anfang Mai die Abwicklung übernommen, die künftig über ein länderübergreifendes IT-System erfolgt. Anträge können ab sofort auf dem entsprechenden Infoportal IfSG eingereicht werden. 

Sollte Ihre Quarantäne über die sechs Wochen hinaus dauern, müssen Sie ab der siebsten Woche selbst einen Antrag stellen, um die Entschädigung weiter zu erhalten. Zuvor läuft alles über Ihren Arbeitgeber.

Ich stehe unter Quarantäne - wie ist mein Arbeitgeber zu informieren?

Sie müssen Ihren Arbeitgeber umgehend über die Quarantäne in Kenntnis setzen und ihm entsprechende Dokumente zukommen lassen.

Stehen Sie auf Anordnung des Gesundheitsamtes unter Quarantäne, erhalten Sie eine Absonderungsverfügung. Diese müssen Sie ihrem Arbeitgeber vorlegen.

Stehen Sie als Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet unter Quarantäne, müssen Sie neben der entsprechenden Verordnung des Landes Hessen auch eine Bescheinigung des Reiseveranstalters über Ihre Rückkehr beim Arbeitgeber einreichen.

Was ist Kurzarbeitergeld und muss ich es selbst beantragen?

Meldet ein Unternehmen Kurzarbeit an und erfüllt es die notwendigen Voraussetzungen dafür, erhalten die betroffenen Beschäftigten als Leistung aus der Arbeitslosenversicherung ein sogenanntes Kurzarbeitergeld als teilweisen Ersatz für den entfallenen Lohn. Der Antrag wird vom Arbeitgeber eingereicht, Arbeitnehmer müssen nicht aktiv werden.

Die Bundesagentur für Arbeit zahlt den Beschäftigten für bis zu zwölf Monate 60 Prozent des Verdienstausfalls des Nettolohns, Beschäftige mit Kindern haben einen Anspruch auf 67 Prozent. Das Kurzarbeitergeld steigt für Beschäftigte, deren Arbeitszeit um mindestens 50 Prozent reduziert ist, ab dem vierten Monat auf 70 Prozent und ab dem siebten Monat auf 80 Prozent des Nettolohns. Eltern erhalten 77 beziehungsweise 87 Prozent.

Der Arbeitgeber bekommt zusätzlich die Sozialbeiträge voll erstattet.

Das Kurzarbeitergeld soll auf diese Weise Arbeitsplätze erhalten und einen Verdienstausfall zumindest zum Teil abfedern.

Wie das mit den Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld genau ist und das Verfahren im Detail abläuft, veranschaulicht die Bundesagentur für Arbeit auch in zwei Erklärvideos.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat zusätzlich auch einen umfangreichen Fragenkatalog zum Thema Kurzarbeitergeld und Qualifizierung als pdf-Download zur Verfügung gestellt.

Muss ich als Arbeitnehmer meine Zustimmung zur Kurzarbeit geben?

Nur unter bestimmten Umständen.

Gibt es einen Betriebsrat im Unternehmen, so entscheidet dieser gemeinsam mit dem Arbeitgeber über die Einführung und Regelung der Kurzarbeit.

Existiert jedoch kein Betriebsrat und darüber hinaus auch keine tarifvertragliche Regelung, so muss der Arbeitgeber von allen betroffenen Beschäftigten eine Zustimmung einholen.

Gibt es Kurzarbeitergeld auch bei befristeter Beschäftigung?

Ja. Auch befristet Beschäftigte können Kurzarbeitergeld erhalten.

Gibt es Kurzarbeitergeld auch bei geringfügiger Beschäftigung?

Nein, geringfügig Beschäftigte erhalten kein Kurzarbeitergeld.

Meine Abteilung wird in Kurzarbeit geschickt, andere nicht. Ist das rechtens?

Ja. Kurzarbeit muss nicht für das gesamte Unternehmen beantragt werden, sondern kann sich auch nur auf einzelne Abteilungen beschränken.

Was passiert, wenn ich während der Kurzarbeit einen Nebenjob annehme?

In diesem Fall wird das daraus erzielte Entgelt auf das Kurzarbeitergeld (KUG) angerechnet. Das bedeutet, dass die Berechnungsgrundlage für das KUG (die Differenz zwischen Soll- und Istentgelt) um den Verdienst aus dem Nebenjob gekürzt wird.

Ausgenommen von dieser Regelung sollen laut Beschluss des Bundeskabinetts vom 23. März 2020 allerdings Minijobs in systemrelevanten Bereichen sein. Dazu zählen unter anderem das Gesundheitswesen und die Landwirtschaft. Wer während des Bezugs von Kurzarbeitergeld in diesen Bereichen einen Minijob annimmt, soll das KUG nicht gekürzt bekommen. Voraussetzung ist allerdings, dass das Istentgelt, das KUG und der Verdienst aus dem Minijob zusammengerechnet das reguläre Einkommen nicht übersteigen.

Nebentätigkeiten, egal in welchem Bereich, die bereits vor Beginn der Kurzarbeit ausgeübt worden, haben keinen Einfluss auf die Berechnung des Kurzarbeitergelds.

Hat das Kurzarbeitergeld für mich steuerliche Konsequenzen?

Das Kurzarbeitergeld selbst ist zwar steuerfrei, allerdings unterliegt es dem Progressionsvorbehalt. Was es dabei zu beachten gilt, erklärt das Hessische Ministerium der Finanzen unter anderem in seinem "FAQ-Katalog: Steuern in Zeiten der Corona-Pandemie"

Welche Auswirkungen hat Kurzarbeit auf den Rentenanspruch?

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Kurzarbeitergeld beziehen, sind weiterhin rentenversichert. Wie sonst auch leisten Arbeitgeber und Arbeitnehmer die auf das verminderte Arbeitsentgelt zu entrichtenden Beiträge gemeinsam. Damit Arbeitnehmer keine Nachteile bei der späteren Rentenhöhe haben, werden zusätzlich auf Grundlage von 80 Prozent des Entgeltausfalls (Differenz zwischen dem Soll-und Ist-Entgelt) Beiträge erbracht, die der Arbeitgeber alleine trägt.

Zu den Auswirkungen von Kurzarbeit auf die künftige Rentenleistungen informieren die Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung. Das Servicetelefon ist unter der Nummer 0800 100048070 erreichbar.

Durch die Kurzarbeit reicht es nicht mehr für die Miete - kann ich Wohngeld beantragen?

Ob ein Anspruch auf Wohngeld besteht, richtet sich nach mehreren Faktoren. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Ihnen nun noch zur Verfügung stehende Gesamteinkommen und ob es unter der entsprechenden Grenze der sogenannten Wohngeldtabelle liegt.

Nähere Informationen gibt es bei der Wohngeldstelle des Kreises Offenbach

Wie wirkt sich das Kurzarbeitergeld auf den Anspruch und die Höhe von Arbeitslosengeld aus?

Kurzarbeit soll dazu beitragen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Falls Kündigungen trotz dessen ausgesprochen werden müssen, entstehen den Beschäftigten durch Kurzarbeit keine Nachteile.

Der Zeitraum des Bezuges von Kurzarbeitergeld hat keine negativen Auswirkungen auf einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Auch wird durch das Kurzarbeitergeld eine grundsätzlich zur Arbeitsförderung versicherungspflichtige Beschäftigung nicht versicherungsfrei, selbst dann nicht, wenn im Zuge der Kurzarbeit Beschäftigte keine Arbeitsleistung mehr erbringen. Die Zeiträume, in denen Kurzarbeitergeld bezogen wird, tragen ganz regulär zur Erfüllung der Anwartschaftszeit für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld bei und werden beim Feststellen der Anspruchsdauer berücksichtigt.

Falls die Arbeitslosigkeit nach dem Bezug von Kurzarbeitergeld eintritt, orientiert sich das Arbeitslosengeld nach dem Arbeitsentgelt, das ohne den Arbeitsausfall bezogen worden wäre.

Hinweis: Die Seiten werden fortlaufend aktualisiert. Aufgrund der großen Situationsdynamik kann es jedoch passieren, dass die beschriebenen Informationen, Maßnahmen, Empfehlungen und Verordnungen jederzeit und kurzfristig geändert, verstärkt, verlängert oder gänzlich erneuert werden und die hier hinterlegten Angaben überholen.