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Informationen zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Anzeigepflichtige Tierseuche - Stand: 19. Juli 2024

Bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) handelt es sich um eine oftmals tödlich verlaufende Viruserkrankung, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Sie wurde im September 2020 zum ersten Mal in Deutschland nachgewiesen. Schweine können sich durch den direkten Kontakt mit infizierten Tieren sowie die Aufnahme von kontaminierten Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen anstecken. Auch eine indirekte Übertragung der Viren, etwa durch Fahrzeuge, landwirtschaftliche Geräte, Jagdausrüstung, Kleidung et cetera, ist möglich.

Eine Infektionsgefahr für Menschen sowie andere Haus- und Nutztiere besteht nicht. Auch vom Verzehr von möglicherweise kontaminiertem Fleisch geht für Menschen keine Gefahr aus. 

Aktuell

Die Afrikanische Schweinepest hat Hessen erreicht. Die erste Infektion eines Wildschweins im Kreis Groß-Gerau wurde am 16. Juni 2024 bestätigt. Seitdem sind im dortigen Kreisgebiet weitere positiv-getestete Wildschweine gefunden sowie Infektionen in bislang zwei Hausschweinbeständen nachgewiesen worden.

Im Kreis Offenbach gibt es bislang keinen ASP-Fall. Auf der Themenseite des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat ist eine Tabelle mit den aktuellen Fallzahlen in den einzelnen Städten und Kreisen abrufbar.

Um die Fundorte der erkrankten Tiere wurde eine sogenannte Restriktionszone erlassen, für die besondere Vorgaben gelten. Sie ist online abrufbar (Karte der Restriktionszone) und reicht bis in den Kreis Offenbach hinein. Betroffen sind weiterhin nur westliche Waldgebiete auf Gemarkungen der Gemeinde Egelsbach sowie der Städte Langen und Neu-Isenburg. Bewohnte Gebiete, landwirtschaftliche Betriebe oder landwirtschaftlich genutzte Flächen fallen aktuell nicht darunter. Per Allgemeinverfügung des Kreises gelten in den Gebieten der Restriktionszone unter anderem ein Jagdverbot und für Hunde eine Leinenpflicht. Wildschweine sowie im Zusammenhang damit stehende Produkte wie Fleisch, Erzeugnisse, Neben- und Folgeprodukte dürfen nicht aus der Zone herausgebracht werden.

Das weitere Vorgehen

Der Verwaltungsstab des Kreises Offenbach – allen voran das Veterinäramt – arbeitet eng mit dem Hessischen Landwirtschaftsministerium, dem Forstamt Langen, den zuständigen Bundesbehörden sowie den anderen betroffenen Landkreisen und kreisfreien Städten zusammen. Auch mit weiteren wichtigen Beteiligten - wie den Kreiskommunen, Jägern und Landwirten - findet ein Austausch statt. 

Zu den Maßnahmen im Kreis zählten bereits unter anderem die systematische Kadaversuche zu Fuß und per Drohne in den in der Restriktionszone liegenden Bereichen. Etwaige tote Tiere können auf diese Weise lokalisiert, beprobt und geborgen werden. Auch außerhalb der infizierten Zone aufgefundene Wildschweine werden auf das ASP-Virus hin beprobt. 

Darüber hinaus werden in schweinehaltenden Betrieben vorsorglich die Biosicherheitsmaßnahmen überprüft, Zäune entlang möglicher Einfallswege von Wildschweinen aus der Infizierten Zone kontrolliert und gegebenenfalls ausgebessert. 

Tote Wildschweine melden

Jedes verendet aufgefundene Wildschwein ist unter Angabe des genauen Fundortes – wenn möglich mit GPS-Daten – zu melden. Zu diesem Zweck hat der Kreis Offenbach ein Bürgertelefon unter 06074 8180-2222 eingerichtet, das zu den üblichen Bürozeiten erreichbar ist.

Funde können aber auch online über das Tierfund-Kataster oder über die TFK-App des Deutschen Jagdverbands gemeldet werden. Die App steht kostenfrei im App-Store für Android oder Apple zum Download bereit. Mithilfe der Standortfunktion können Funde exakt erfasst und gemeldet werden. 

Kadaversammelplatz in Egelsbach

Der Kreis Offenbach hat einen Kadaversammelplatz auf dem Gelände des Vorklärwerks in Egelsbach einrichten lassen. Den Aufbau übernahm die Gemeinde zusammen mit Kräften der Feuerwehren Egelsbach und Langen sowie des DRK OV Egelsbach. Bei der Einrichtung handelt sich um eine reguläre Maßnahme, die alle von der Restriktionszone-betroffenen Landkreise und kreisfreien Städte durchführen müssen.

Alle derzeit tot im Kreisgebiet aufgefundenen Wildschweine - auch solche jenseits der Restriktionszone - werden unter besonderen Vorkehrungen geborgen und auf das ASP-Virus beprobt. An der Sammelstelle können die Kadaver anschließend in Containern sicher entsorgt und die Fahrzeuge sowie die Ausrüstungen an eigens dafür eingerichteten Stationen desinfiziert werden.

ASP-Informationen für Jäger

Allgemeine Informationen für Jäger im Kreis Offenbach

In der Restriktionszone - auch Infizierte Zone genannt - gilt per Allgemeinverfügung ein grundsätzliches Jagdverbot mit Ausnahme der Nachsuche von Unfallwild mit Kadaversuchhunden oder Drohnen.

Darüber hinaus wurde aktuell noch keine sogenannte Pufferzone eingerichtet. Außerhalb der  errichteten Infizierten Zone gelten daher bisher keine Anordnungen des Veterinäramtes.

Nähere allgemeine Informationen sind auf der Themenseite des Landes unter dem Reitern „Jagd" sowie „Gebiete“ abrufbar.

Vorgehen bei Fallwild, Unfallwild und schwerkrankem Schwarzwild

Bei Fallwild, Unfallwild und schwerkrankem Schwarzwild - sogenannte Indikatorschweine – ist eine Beprobung auf das ASP-Virus in jedem Fall unabdingbar. Bei Auffinden solchen Wildes ist daher das zuständige Veterinäramt per E-Mail an veterinaeramt@kreis-offenbach.de oder über das eigens eingerichtete Bürgertelefon, 06074 8180-2222, zu benachrichtigen. Auf diese Weise wird die Bergung und Beprobung sichergestellt.

Vorgehen bei geschossenem Schwarzwild

Für geschossenes Schwarzwild empfiehlt sich derzeit stets eine Beprobung auf das ASP-Virus. Jedes einzelne Testergebnis hilft dabei, die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest weiter einzugrenzen und ein aktuelles Lagebild zu erhalten. 

Tupfer und Probenbegleitscheine stehen beim Veterinäramt zur Abholung bereit. Die ASP-Proben können anschließend zusammen mit denen auf Trichinen beim Veterinäramt abgegeben werden. Dabei sollten sich beide möglichst in einer gemeinsamen Umverpackung - beispielsweise einer Tüte - befinden, um die spätere Zuordnung zu erleichtern. Bitte beachten Sie darüber hinaus bei den Probenbegleitscheinen das Eintragen des Breiten- und Längengrades im Bemerkungsfeld.

Die Freigabe des Wildes erfolgt nach Negativ-Befund auf Trichinen und ASP (Beprobung im Hessischen Landeslabor) durch das Veterinäramt. Die Erfahrung der vergangenen Tage hat gezeigt, dass der gesamte Vorgang bis zu drei Tagen dauern kann. Die zeitnahe Abgabe der Proben, unabhängig von den festen Beprobungstagen auf Trichinen, beeinflusst nun - zumindest zeitweise - den Freigabe-Tag. 

ASP-Informationen für Landwirte

Im Kreis Offenbach liegen aktuell keine landwirtschaftlichen Flächen oder Betriebe in der Restriktionszone / Infizierten Zone. Für Landwirte gelten daher derzeit keine gesonderten Vorgaben in den 13 Kreiskommunen. 

Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat hat angekündigt, in der kommenden Woche (KW 27) eine Online-Informationsveranstaltung anzubieten, die sich gezielt an Landwirte außerhalb der Restriktionszone richtet. Sobald der genaue Termin feststeht, wird das Veterinäramt des Kreises die Daten an die Landwirte weiterleiten.

FAQ und Broschüren

Auch wenn im Kreis Offenbach derzeit keine landwirtschaftlichen Flächen und Betriebe von Vorgaben betroffen sind, gibt es dennoch viele Fragen, sollte die Restriktionszone irgendwann ausgeweitet werden. Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat hat einen allgemeinen Frage-Antwort-Katalog rund um das Thema Ernte innerhalb der Infizierten Zone veröffentlicht:

Sollte der Fall eintreten, informieren der Verwaltungsstab und das Veterinäramt über die konkrete Umsetzung für die dann betroffenen Areale im Kreisgebiet. 

Weitere Publikationen

FAQ zur Afrikanischen Schweinepest

Das Land Hessen hat einen umfangreichen Frage-Antwort-Katalog auf seiner Homepage veröffentlicht.