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Inklusion

Der Kreis als Modellregion Inklusion

Der Kreis Offenbach setzt sich bereits seit vielen Jahren für die kontinuierliche Umsetzung der Inklusion ein; und das nicht ohne Grund. Denn im Kreis leben rund 29.500 Menschen mit einem Handicap. 

Diese Menschen müssen dieselben Möglichkeiten und Chancen haben, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger. So sollten Kinder mit einer Behinderung im Regelfall dieselben Schulen offenstehen wie Mädchen und Jungen ohne Handicap. Jugendliche mit einer Behinderung sollten ohne Probleme und zusätzliche Hindernisse eine Ausbildung machen können oder studieren können, wenn sie wollen.

Auch ältere Menschen sollen ohne Probleme am ganz normalen Alltag und am kulturellen Leben teilnehmen können - vor allem, da auch im Kreis Offenbach der demografische Wandel spürbar ist. 2030 etwa werden laut aktuellen Schätzungen mehr als 114.000 Menschen im Kreis 65 Jahre und älter sein.

Der Kreises Offenbach arbeitet daran, dass mittelfristig allen alle Wege offen stehen. Denn genau das bedeutet gesellschaftliche Teilhabe. Eine der wichtigsten Aufgaben des Kreises ist es daher, Barrieren im Alltag der Menschen zu beseitigen.

Seit Oktober 2014 ist der Kreis Offenbach außerdem "Modellregion Inklusion". Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zur „Modellregion Inklusive Bildung im Kreis Offenbach“ zwischen dem Land Hessen und dem Kreis Offenbach wurde der Grundstein für den Ausbau des inklusiven Unterrichts in der Region gelegt. Der Kreis Offenbach ist eine von insgesamt vier Modellregionen in Hessen. Ziel ist es, inklusive Strukturen im gesamten Kreis flächendeckend einzurichten.

Inklusion in der Bildung

Seit der Kreis im Schuljahr 2008/2009 als Erster in Hessen den Schulversuch "Begabungsgerechte Schule" auf den Weg gebracht hat, unterrichten und fördern seine Schulen so viele Schülerinnen und Schüler mit einer Beeinträchtigung oder Behinderung an allgemeinen Schulen wie noch nie.

Die allgemeinen Schulen sehen in der Vielfalt der Schüler einen Gewinn. Sie berichten übereinstimmend, dass die betroffenen Kinder mit einem Handicap früher Lesen lernen und sich das Schulklima positiv verändert hat. Zur Unterstützung der Entwicklung der Modellregion stellt das Land verschiedene Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung. So gibt es nicht nur für Lehrkräfte und Schulleitungen umfassende Fortbildungsveranstaltungen zum Thema „Umgang mit heterogenen Lerngruppen“ beziehungsweise eine Begleitung der Entwicklung zur inklusiven Schule, sondern auch angehende Lehrkräfte werden bereits in der zweiten Ausbildungsphase auf das erweiterte Aufgabenfeld gezielt vorbereitet.

Mit seiner Entscheidung zur Modellregion unterstreicht der Kreis Offenbach seine herausragende Stellung in der Umsetzung der Inklusion hat und baut seine Maßnahmen im Bereich des inklusiven Unterrichts an den Schulen weiter aus.

Gleichzeitig sind für den Kreis auch Förderschulen weiterhin ein wichtiger Bestandteil eines allgemeinen und inklusiven Bildungssystems. Vor allem, weil sie Kindern mit einer schweren Behinderung eine adäquate Teilhabe am Lernen ermöglichen. Denn letztlich geht es immer um eine begabungsgerechte Schulwahl, nicht um die Regelschule um jeden Preis. Ansprechpartnerin für die Modellregion Inklusion ist Renate Heckel vom Fachdienst Schule.

Inklusion im Alltag

Für viele Menschen ist der Alltag jedoch noch immer voller Schranken. Eine Stufe, eine Treppe, ein fehlender Handlauf oder eine nicht behindertengerechte Toilette sind für viele Menschen mit einem Handicap oder Senioren unüberwindbare Hindernisse. Ob nun Menschen mit motorischer Einschränkung, Hör- oder Sehbehinderung – Barrierefreiheit ist für etwa zehn Prozent der Bevölkerung unentbehrlich und für 100 Prozent komfortabel, so das Motto des Kreises Offenbach.

Der Kreis will daher ein barrierefreies  Lebensumfeld schaffen. Verkehrsanlagen, öffentliche Verkehrsmittel und Kommunikationsmedien sollen in Zukunft für alle zugänglich sein.

Um das Ziel einer weitgehend flächendeckenden inklusiven Beschulung zu verwirklichen, hat der Kreis Offenbach im Zuge seines umfangreichen Sanierungsprogramms in den Jahren 2004 bis 2010 etwa eine Vielzahl von Schulen aus allen Bildungsgängen ganz oder in Teilen barrierefrei hergerichtet. Über alle Schulformen hinweg wurden Schulstandorte mit Aufzügen, Rampen und Behindertentoiletten ausgestattet. Bei Neu- und Erweiterungsbauten findet die Barrierefreiheit ebenfalls Beachtung.

Inklusion in der Mobilität

Auch das Reisen im Kreis soll möglichst hindernisfrei sein. Daher bietet die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mbH bei der Einzelauskunft »Optionen für eine barrierefreie Reisekette« an. Dort kann aus sieben verschiedene Lebenslagen ausgewählt werden; beispielsweise Rollstuhlfahrer, Reisende mit Kinderwagen, blinde oder schwerhörige Menschen. Auf Grund dieser Information erhalten die Reisenden dann die für sie einfachste und beste Verbindung.

Grundsätzlich werden bis zum Jahr 2022 alle Kunden barrierefrei an ihr Ziel gelangen. Vor diesem Hintergrund hat die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mbH ein Haltestellenausbaukonzept erarbeitet. Zudem wurde gemeinsam mit den Städten und Gemeinden ein stufenweises Ausbauprogramm entwickelt.

Inklusion im Kreishaus

Die Kreisverwaltung Offenbach mit Sitz in Dietzenbach etwa ist zu 99,9 Prozent barrierefrei. Somit können auch Bürger mit einem Handicap ihr Anliegen im persönlichen Gespräch mit den Sachbearbeitern bequem erörtern.

Auch die Barrierefreiheit am Arbeitsplatz wird großgeschrieben. Der Anteil der Arbeitnehmer mit Beeinträchtigungen liegt in der Kreisverwaltung aktuell bei um die zehn Prozent – gesetzlich vorgeschrieben ist eine Quote von fünf Prozent.

Und der Kreis Offenbach als Arbeitgeber investiert eine ganze Menge, um behinderten Menschen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Menschen mit körperlichen Einschränkungen erhalten unterschiedlichste Arbeitshilfen. Dies können zum Beispiel besondere Schreibtische, Bildschirme oder Telefone mit Diktierfunktionen sein.