Hilfsnavigation

Kreiskarte
   Schrift
   Kontrast








Tiere unter dem Weihnachtsbaum 22.11.2017 

„Alle Jahre wieder“ sind nicht nur die Eingangsworte eines bekannten Weihnachtsliedes. Jahr für Jahr stehen Eltern vor der Frage, mit welchem Geschenk sie die Augen ihrer Liebsten zum Leuchten bringen können. Trotz aller Neuheiten auf dem Markt, sei es bei Spielwaren oder Unterhaltungselektronik, bleibt eine Geschenkidee trauriger Dauerrenner: das süße Tierjunge unter dem heimischen Tannenbaum.

„Mal ist es die kindliche Freude, die alsbald schnell verfliegt, mal ist es das böse Erwachen, da ein Tier Zeit und Geld in Anspruch nimmt. Doch für das betroffene Tier endet das Fest der Liebe dann allzu oft im Tierheim oder mit der Aussetzung“, weiß die Leiterin des Fachdienstes Veterinärwesen und lebensmittelrechtlicher Verbraucherschutz, Dr. Evelin Jugl.

Der Kauf eines Tieres will daher wohl überlegt sein, denn egal ob Hund, Katze oder Kaninchen: Tiere sind keine Ware und vom Umtausch ausgeschlossen. Wer mit dem Gedanken spielt ein Tier für seine Tochter oder den Sohn zu kaufen, sollte sich daher zuerst einige Fragen stellen. Hat mein Kind wirklich festes Interesse an einem Tier? Sind alle in der Familie damit einverstanden? Bekommen wir Tier und Alltag unter einen Hut?

Für den Fall, dass alle Bedenken aus dem Weg geräumt werden können, empfiehlt es sich, ohnehin bis zu den wärmeren Monaten zu warten, damit Mensch und Tier sich beim gemeinsamen Herumtollen in Garten oder Park besser kennenlernen können. In diesem Fall eignen sich Ratgeber oder Tierspielzeug als nützliche Geschenke unter dem Weihnachtsbaum.

Jugl: „Wenn die Anschaffung eines Haustieres aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist, die Kinder sich aber trotzdem gerne um ein Tier kümmern würden, besteht ganzjährig die Möglichkeit sich an ein örtliches Tierheim zu wenden. Dort harren viele Tiere aus, die sich über Zuneigung und Gassi-Gefährten freuen würden, denn mitunter warten die Vierbeiner lange und vergebens auf ein neues Zuhause.“ Viele Haustiere werden mittlerweile aus dem Ausland oder von unseriösen Züchtern bezogen, was die Lage in den heimischen Tierherbergen nur zusätzlich verschärft.

Hieran erkennt man als Interessent auch gute und vertrauenswürdige Tierschutzvereine, sie setzen nämlich zur Weihnachtszeit ihre Kennenlern-Zeiten aus, um unbedachte und kurzentschlossene Tierabgaben zu verhindern. „Denn so sehr das Freudestrahlen eines Kindes auch das eigene Herz erwärmt; es sollte niemals auf Kosten eines Tieres gewonnen sein“, macht Jugl deutlich. „Haustiere bedeuten neben Freude eben auch Verantwortung und Verpflichtung. Dessen sollte man sich stets bewusst sein!“