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Vorbild Niederlande: Die Aktivierungswerkstatt des Kreises Offenbach 01.08.2017 

Ein überaus erfolgreiches Instrument des Kreises Offenbach bei der Vermittlung von Arbeitslosen und Jobsuchenden ist die Aktivierungswerkstatt. Insgesamt fanden seit Start des Projektes im Mai 2012 bis heute 2.631 Menschen über die Maßnahme einen Job oder konnten eine Ausbildung beginnen. „Allein im vergangenen Jahr wurden von 1.256 Antragstellern, die die Aktivierungswerkstatt besuchten, 452 wieder in den Arbeitsmarkt integriert“, betont Sozialdezernent Carsten Müller. 393 Teilnehmer nahmen eine sozialversicherungspflichtige Arbeit auf, 15 starteten eine Ausbildung, neun bekamen einen Minijob. Die Erfolgsquote lag also bei rund 36 Prozent. „Die Aktivierungswerkstatt ist damit eine der wichtigsten und effektivsten Maßnahmen unserer Pro Arbeit und trägt seit Jahren zu den guten Integrationszahlen des Kreises Offenbach bei“, macht Müller deutlich.

Insgesamt stehen vor Ort rund 100 Plätze zur Verfügung. Die Maßnahme richtet sich an Menschen, die gerade einen Hartz-IV-Antrag gestellt haben. Sie dauert jeweils acht Wochen, in denen die Teilnehmer drei Stunden täglich in der Aktivierungswerkstatt anwesend sein müssen. Sie entscheiden dabei flexibel, ob sie vormittags zwischen 8:30 und 11:30 Uhr oder nachmittags zwischen 13:00 und 16:00 Uhr kommen wollen. Fehlzeiten werden nachgeholt und verlängern die Dauer der Maßnahme.

Die Aktivierungswerkstatt geht auf das Modell der in den Niederlanden höchst erfolgreichen Werkakademien zurück. „‘Es ist Ihr Job, einen Job zu finden‘, so lautet kurz gesagt das Prinzip der Aktivierungswerkstatt“, erläutert Müller. „Das heißt: Es passiert nichts über die Köpfe der Menschen hinweg. Sie sind vielmehr in jeden Schritt miteingebunden und werden selber aktiv!“

So können sich die Teilnehmer direkt vor Ort an bereitgestellten PCs über aktuelle Stellenangebote informieren, in der Aktivierungswerkstatt ihre Bewerbungsunterlagen erstellen und sofort versenden. Dabei werden sie von 14 rund um die Uhr anwesenden Jobcoaches unterstützt, die auch auf besondere Problemlagen individuell und direkt eingehen können. Müller: „Passende Angebote zur Förderung werden gemeinsam erarbeitet. Die Coaches geben Hilfestellung bei der Erstellung und Optimierung der jeweiligen Bewerbungsunterlagen, schauen sich Bewerbungsfotos kritisch an, sprechen über Berufswünsche und realistische Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder geben Tipps, wie man sich bei Vorstellungsgesprächen richtig verhält. Zugleich wird auf Eigeninitiative und gegenseitiges Helfen unter den einzelnen Teilnehmern Wert gelegt.“ Dreimal wöchentlich werden von den Jobcoaches zudem Sprechstunden angeboten. Außerdem finden regelmäßige Feedbackgespräche statt.

Abgerundet wird das Angebot durch den Besuch von Arbeitgebern, die ihr Unternehmen und bestimmte Arbeitsplätze gezielt vorstellen und direkt vor Ort Bewerbungsgespräche führen. Darüber hinaus werden Bewerbungstrainings mit Rollenspielen und Videoaufzeichnungen angeboten oder in einem individuellen PC-Training die EDV-Kenntnisse verbessert. Zudem finden Workshops zu Themen wie „online Bewerbung“, „Stellenanzeigen richtig lesen“ oder „Chance Zeitarbeit“ statt.

„Ziel ist stets die sofortige und gezielte Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, um die Berufschancen zu erhöhen und eine Phase längerer Arbeitslosigkeit zu verhindern“, so Müller abschließend.