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Equine Infektiöse Anämie (EIA)

Die Equine Infektiöse Anämie ist eine systemische Viruserkrankung von Pferden und anderen Einhufern, wie Eseln und Zebras, die sich als chronisch-zehrende Krankheit mit Fieberschüben zeigt und nach unterschiedlich langem Verlauf tödlich endet. Die Übertragung der Seuche erfolgt hauptsächlich durch blutsaugende Insekten, wie beispielsweise Bremsen. Ebenso kann das Virus, der in Körpersekreten und -exkreten vorhanden ist, durch einen engen direkten Kontakt zwischen Pferden weitergegeben werden. Menschen sind durch das Virus nicht gefährdet!

Bei der ansteckenden Blutarmut der Einhufer handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die staatliche bekämpft wird. Die Bekämpfungsstrategie sieht neben der Tötung infizierter Pferde, Sperr- und Quarantänemaßnahmen des betroffenen Pferdebestandes sowie von Kontaktbeständen und gezielte Blutuntersuchungen vor.

Auch wenn das Ansteckungsrisiko für andere Einhufer allgemein sehr gering ist, sollten Pferdehalter grundsätzlich darauf achten, Boxen und Stallgassen sauber zu halten. Der gemeinsame Gebrauch von Sattelzeug und Bürsten sollte vermieden werden. Pferdeäpfel und Mist sind regelmäßig zu entfernen, Weiden sollten über gute Drainage verfügen. Von besonderer Bedeutung sind auch Maßnahmen gegen hohen Bremsenbefall und sowie eine allgemeine Insektenbekämpfung. Vor Reitturnieren, Auktionen und Exporten sollten Bluttests auf EIA gemacht werden.

Veranstalter von Reitturnieren, Auktionen und Exporten sollten Bluttests auf EIA verlangen. Außerdem müssen Veranstalter Turniere, bei denen Pferde unterschiedlicher Bestände zusammenkommen, mindestens vier Wochen vor Beginn beim zuständigen Veterinäramt anzeigen und ein Register führen, das folgende Angaben enthält: Name des Einhufers, Chip-Nummer, Name und Anschrift des Halters sowie den Standort des Tieres.

Das saudi-arabische Außenministerium hat einen befristete Importsperre für Equiden (Pferde, Esel und Maultiere) erlassen. Grund hierfür ist die Feststellung der Equiner Infektiöser Anämie (EIA) in Deutschland.

Aktuelles zur ansteckenden Blutarmut der Einhufer

Im Kreis Offenbach ist die Equine Infektiöse Anämie (EIA, Ansteckende Blutarmut der Einhufer) in Rodgau-Jügesheim aufgetreten. Das Hessisches Landeslabor in Gießen hat das Virus bei einem rund 14 Jahre alten Wallach nachgewiesen. Das Tier muss nach tierseuchenrechtlichen Vorschriften eingeschläfert werden.

Weitere Maßnahmen für den betroffenen Betrieb sind veranlasst. Rund um den Stall des infizierten Tieres wurde eine Sperrzone von einem Kilometer Radius errichtet. In den Sperrbezirk dürfen keine Pferde ohne Erlaubnis hinein oder hinausgebracht werden, außerdem werden von allen Pferden in dem Bezirk Blutproben gezogen, um festzustellen, ob sich ein Pferd angesteckt hat.

Darüber hinaus werden nun alle Pferde ermittelt, die mit dem Wallach in Kontakt gekommen sind, um auch diese Tiere vorsorglich testen zu lassen.

Die ausgewiesene Sperrzone und die damit verbundenen Regelungen bleiben ab dem Zeitpunkt des Einschläfern des infizierten Tieres zunächst für drei Monate bestehen. Nach dieser Zeit werden die Einhufer in der Zone ein zweites Mal getestet. Auf Basis der Ergebnisse wird über die Fortführung der Maßnahmen entschieden.