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Equine Infektiöse Anämie (EIA)

Sperrbezirk ist mit Wirkung vom 9. September 2020 aufgehoben.

Die Equine Infektiöse Anämie ist eine systemische Viruserkrankung von Pferden und anderen Einhufern, wie Eseln und Zebras, die sich als chronisch-zehrende Krankheit mit Fieberschüben zeigt und nach unterschiedlich langem Verlauf tödlich endet. Die Übertragung der Seuche erfolgt hauptsächlich durch blutsaugende Insekten, wie beispielsweise Bremsen. Ebenso kann das Virus, der in Körpersekreten und -exkreten vorhanden ist, durch einen engen direkten Kontakt zwischen Pferden weitergegeben werden. Menschen sind durch das Virus nicht gefährdet!

Bei der ansteckenden Blutarmut der Einhufer handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die staatlich bekämpft wird. Die Bekämpfungsstrategie sieht neben der Tötung infizierter Pferde, Sperr- und Quarantänemaßnahmen des betroffenen Pferdebestandes sowie von Kontaktbeständen und gezielte Blutuntersuchungen vor.

Auch wenn das Ansteckungsrisiko für andere Einhufer allgemein sehr gering ist, sollten Pferdehalter grundsätzlich darauf achten, Boxen und Stallgassen sauber zu halten. Der gemeinsame Gebrauch von Sattelzeug und Bürsten sollte vermieden werden. Pferdeäpfel und Mist sind regelmäßig zu entfernen, Weiden sollten über gute Drainage verfügen. Von besonderer Bedeutung sind auch Maßnahmen gegen hohen Bremsenbefall und sowie eine allgemeine Insektenbekämpfung. Vor Reitturnieren, Auktionen und Exporten sollten Bluttests auf EIA gemacht werden.

Veranstalter von Reitturnieren, Auktionen und Exporten sollten Bluttests auf EIA verlangen. Außerdem müssen Veranstalter Turniere, bei denen Pferde unterschiedlicher Bestände zusammenkommen, mindestens vier Wochen vor Beginn beim zuständigen Veterinäramt anzeigen und ein Register führen, das folgende Angaben enthält: Name des Einhufers, Chip-Nummer, Name und Anschrift des Halters sowie den Standort des Tieres.

Das saudi-arabische Außenministerium hat einen befristete Importsperre für Equiden (Pferde, Esel und Maultiere) erlassen. Grund hierfür ist die Feststellung der Equiner Infektiöser Anämie (EIA) in Deutschland.

Aktuelles zur ansteckenden Blutarmut der Einhufer

Im Kreis Offenbach ist die Equine Infektiöse Anämie (EIA, Ansteckende Blutarmut der Einhufer) in Rodgau-Jügesheim Anfang Juni 2020 aufgetreten. Das Hessisches Landeslabor in Gießen hat das Virus bei einem rund 14 Jahre alten Wallach nachgewiesen. Das Tier musste nach tierseuchenrechtlichen Vorschriften eingeschläfert werden.

Weitere Maßnahmen für den betroffenen Betrieb wurden veranlasst. Rund um den Stall des infizierten Tieres wurde eine Sperrzone von einem Kilometer Radius errichtet. In den Sperrbezirk durten keine Pferde ohne Erlaubnis hinein- oder hinausgebracht werden, außerdem werden von allen Pferden in dem Bezirk Blutproben gezogen, um festzustellen, ob sich ein Pferd angesteckt hat.

Darüber hinaus wurden alle Pferde ermittelt, die mit dem Wallach in Kontakt gekommen sind, um auch diese Tiere vorsorglich zu testen. Alle Tests waren negativ.

Drei Monate nach Ausbruch wurden die Einhufer in der Zone ein zweites Mal getestet. Diese Blutproben waren negativ. Die Pferde wiesen keine klinischen Anzeichen einer Infektion auf. Beide Betriebe haben die abschließende Reinigung und Desinfektion durchgeführt. Somit konnte das Veterinäramt die Sperrzone zum 9. September 2020 aufheben. Tiere dürfen nun wieder unbegrenzt hinein- und hinausgebracht werden.