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19.03.2021

Kindertagespflege wird sichtbarer und zuverlässiger

Kreis verteilt 2.000 gelbe Westen an Tageseltern und Tageskinder

Die Kindertagespflege hat sich in den vergangenen Jahren im Kreis Offenbach für viele Eltern zu einem wichtigen Bestandteil des Betreuungsangebotes entwickelt. Immer mehr Väter und Mütter vertrauen auf die Unterstützung durch Kindertagespflegepersonen, die sich durch eine qualifizierte pädagogische Arbeit sowie durch Familiennähe und Flexibilität auszeichnet. Derzeit sind in den 13 Kommunen des Kreises Offenbach rund 200 Tagesmütter und eine Handvoll Tagesväter aktiv, die 765 Betreuungsplätze für Mädchen und Jungen, meist im Alter von zwölf Monaten bis drei Jahren, anbieten. Durch die Förderung der Kindertagespflegepersonen und den Ausbau an Plätzen hat sich diese Betreuungsalternative zur Kindertagesstätte und U3-Gruppe etabliert.

Der Kreis Offenbach beteiligt sich am Bundesprogramm „ProKindertagespflege: Wo Bildung für die Kleinsten beginnt“ und ist einer von 47 Modelstandorten in ganz Deutschland, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert werden. Mit den finanziellen Zuschüssen aus dem Programm will der Kreis die Qualifizierung und die Arbeitsbedingungen der Tagesmütter und -väter sowie die Qualität in der Kindertagespflege weiter verbessern, die Aufgaben bekannter machen und mehr Kindertagespflegepersonen für die Tätigkeit motivieren, denn die Nachfrage nach Plätzen ist groß.

„Viele Familien sehen die Kindertagespflege als attraktive und bedarfsgerechte Alternative zur Kindertagesstätte oder U3-Gruppe. Die Eltern schätzen an der Arbeit der Tagesmütter und -väter vor allem den familiären Rahmen mit der kontinuierlichen und bedürfnisorientierten Betreuung ihrer Kinder“, sagt Kreisbeigeordneter Carsten Müller. „Wir setzen uns deshalb in Zusammenarbeit mit den Kommunen für den Ausbau der Angebote und die Sicherstellung der Betreuungsqualität ein“, so der Jugenddezernent.

Der Kreis möchte die Kindertagespflege in der Öffentlichkeit stärker sichtbar machen. Eine besondere Aktion sorgt dafür, dass Tagesmütter und -väter sowie ihre Tageskinder künftig besser gesehen werden. „Mit finanzieller Unterstützung aus dem Bundesprogramm haben wir rund 2.000 gelbe Warnwesten der Kindertagespflege im Kreis Offenbach angeschafft, die wir an die Kindertagespflegepersonen verteilen. Das bringt gleich einen doppelten Effekt: mehr Aufmerksamkeit für die Arbeit der Tagesmütter und -väter und mehr Sicherheit etwa auf dem Weg zum Spielplatz“, sagt Rabea Albert, zuständige Projektkoordinatorin im Fachdienst Jugend und Familie des Kreises Offenbach.

Mehr Aufmerksamkeit sollen die Öffentlichkeitsarbeit und die Aktionen der Kindertagespflege der Kommunen und des Kreises Offenbach künftig auch durch ein neu kreiertes Logo erhalten. Passend zum Thema präsentiert sich das einheitliche Erkennungsmerkmal in einem harmonischen Schriftbild mit drei bunten geometrischen Formen, die verspielt einander zugewandt sind. Die Formen schaffen Raum für Gedankenspiele.

Bei der Betreuung in der Kindertagespflege will der Kreis den Eltern eine größere Zuverlässigkeit geben. „In den drei Kommunen Neu-Isenburg, Rodgau und Rödermark haben wir gute Erfahrungen mit dem Vertretungsmodell gemacht. Dabei springen Tagesmütter ein, wenn andere ausfallen. Wir wollen weitere Kommunen darin unterstützen, das Vertretungskonzept umzusetzen, damit die elterliche Berufstätigkeit gewährleistet bleibt und Stressbelastungen für die Kinder vermieden werden“, so Carsten Müller.

Das Ziel der verschiedenen Aktionen im Rahmen des Bundesprogrammes ist es, Interessierte zu motivieren, in der Kindertagespflege aktiv zu werden und die Tätigkeit dauerhaft auszuüben. Außerdem sollen die Kontakte und Verbindungen der Kindertagespflegepersonen zu den Fachberaterinnen beim Kreis Offenbach gestärkt werden.

Wer sich als Tagesmutter oder -vater in der Kindertagespflege engagieren möchte, muss unter anderem die Grundqualifizierung mit 160 Unterrichtseinheiten absolvieren und weitere fachspezifische Fortbildungsseminare besuchen.