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31.03.2021

Kreis verschärft Bedingungen für Geldanlagen

Agentur-Ratings müssen künftig mindestens bei A statt bei B liegen

Der Kreisausschuss des Kreises Offenbach hat nach dem Desaster mit der Greensill Bank AG die Bedingungen für Geldanlagen erschwert. Mehrere hessische Kommunen wie etwa Wiesbaden, Gießen und Eschborn hatten der Greensill Bank AG vertraut und dort – in der Hoffnung auf höhere Zinseinkünfte – Millionen von Euro angelegt. Das Geld könnte verloren sein, da das Amtsgericht Bremen am 16. März 2021 ein Insolvenzverfahren eröffnet und die Finanzaufsicht Bafin die Greensill Bank geschlossen hat. „Wir haben mit der Greensill Bank keine Geschäftsverbindungen und dort auch kein Geld angelegt, doch die Verschärfung der Anlagerichtlinien halten wir für wichtig, um eine sichere Vorsorge für die Zukunft zu treffen“, sagt Kreisbeigeordneter Carsten Müller.

Wesentliche Änderungen in der neugefassten Richtlinie sind die festgesetzten Ratings. Die Messlatte wurde nach oben gelegt, das bedeutet eine Geldanlage soll nur ermöglicht werden, wenn das Rating von den Agenturen auf der höheren Stufe A statt wie bisher auf B liegt. Künftig müssen Geldanlagen, in die der Kreis investieren will, beispielsweise von Standard & Poor´s mindestens mit A-, von Moods´s mit A3 und von Fitch mit A- oder höher bewertet worden sein. In der alten Regelung lag das unterste Limit bei BBB, Baa3 und BBB-.

Im Beschluss des Kreisausschusses heißt es, dass sich das Rating auf die Emittenten, die Wertpapiere ausgeben, selbst oder auf die Muttergesellschaft beziehen kann. Mit der jetzt getroffenen Anpassung der Richtlinien will der Kreis Offenbach das Ausfallrisiko von künftigen Anlagen reduzieren.