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13.07.2022

»Kunst vor Ort«: Holzskulptur will Identität schaffen

Künstler bei der Arbeit zusehen

Der Landrat des Kreises Offenbach, Oliver Quilling, das Vorstandsmitglied der Sparkasse Langen-Seligenstadt, Hagen Wenzel, und Hainburgs Bürgermeister Alexander Böhn haben am Mittwoch in Hainburg - Klein-Krotzenburg den Bildhauer und diesjährigen Gewinner des Preises „Kunst vor Ort“, Daniel Amadeus Michel, bei der Arbeit besucht und ihm dabei zugesehen, wie seine Holzskulptur „Aus zwei wird eins“ langsam Formen annimmt. Ebenfalls anwesend waren Schülerinnen und Schüler der Hainburger Johannes-Kepler-Schule. Die Mädchen und Jungen nehmen am Begleitprogramm teil, sprechen anschließend über ihre Eindrücke und sammeln Ideen, um eine eigene Skulptur zu entwerfen.

„Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie ein Kunstwerk entsteht. Dieser Prozess macht ein Werk, macht künstlerische Denk- und Herangehensweisen transparent und anschaulich. Unmittelbar dabei zu sein, wie Kunst tatsächlich umgesetzt wird, sowie zu beobachten, welche einzelnen Schritte und Arbeitsabläufe notwendig sind und welche handwerklichen Fähigkeiten ein Künstler beherrschen muss, ist ein wichtiger Teil des Projektes „Kunst vor Ort‘“, betonte Landrat Oliver Quilling.

Der 1965 geborene Daniel Amadeus Michel stammt aus Dieburg. Sein Kunstwerk aus Eichenholz und roten Sandsteinen wird Ende August auf dem Platz neben dem neuen Hainburger Rathaus eingeweiht und soll an den Zusammenschluss der beiden ehemals selbstständigen Gemeinden Klein-Krotzenburg und Hainstadt im Rahmen der hessischen Gebietsreform sowie an die beiden alten Rathäuser erinnern.

„Wir freuen uns, dass Hainburg für das Projekt ,Kunst vor Ort‘ ausgewählt wurde und wir durch das Kunstwerk die Möglichkeit haben, die Zusammenlegung unserer Verwaltungsstellen künstlerisch zu unterstreichen. Sowohl die Idee als auch die Materialität mit Holz aus dem Hainburger Wald und Sandstein hat einen wunderbaren Bezug zu Hainburg und den alten und neuen Gebäuden", so Bürgermeister Alexander Böhn.

Der Preis „Kunst vor Ort“ ist mit 15.300 Euro dotiert und wird durch die Sparkasse Langen-Seligenstadt finanziert. Das Projekt entstand 1999 aus einer gemeinsamen Initiative der Sparkasse Langen-Seligenstadt und des Kreises Offenbach, um die Verbindung von Kunst, Region und Öffentlichkeit zu fördern. Die Holzskulptur vor dem neuen Rathaus ist nach der Bootskörper-Installation „Dona Nobis Pacem“ an der ehemaligen Fähranlegestelle Klein-Krotzenburg aus dem Jahr 2006 bereits das zweite Objekt der Reihe „Kunst vor Ort“ in Hainburg.

Der Künstler Daniel Amadeus Michel ist bekannt für einen künstlerischen Ansatz, der die beiden Materialien Holz und Stein in einen stets neuen Kontext bringt und so gängige Erklärungsmuster aufbricht. Auch die Skulptur „Aus zwei wird eins“ steht ganz in der Tradition dieser modernen Formensprache. „Die Arbeit besteht aus zwei Holzkörpern in Eiche, zwischen denen sich in gleichmäßigem Abstand zahlreiche Steinplatten aufschichten. Der sich so ergebene Zwischenraum ermöglicht eine Durchsicht in die unmittelbare Umgebung. Die Sandsteine selbst berühren sich nicht. Jeder einzelne stellt vielmehr eine schlüssige Verbindung zwischen den beiden fast gleich großen, aber doch individuell bearbeiteten Holzkörpern her. Diese Herangehensweise symbolisiert den Zusammenschluss der Ortsteile Klein-Krotzenburg und Hainstadt zu etwas Neuem, ohne ihre ursprüngliche Identität völlig aufzugeben“, beschreibt Daniel Amadeus Michel den Grundgedanken seiner Skulptur.

Wie der Künstler bei früheren Arbeiten vorgegangen ist, wie er die ausgewählten Holzteile erst mit der Motorsäge und später in Feinarbeit bearbeitet oder welche Steine überhaupt in Frage kommen, zeigen eindrucksvoll ein Video sowie Bilder, die auf der Website des Bildhauers unter www.dam-kunst.de zu sehen sind.