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15.11.2022

Zukunftsweisender Nahverkehrsplan bestätigt

Zustimmung zu Nahverkehrsplan 2022ff der kvgOF im Kreisausschuss

Mit der Zustimmung im Kreisausschuss am Montag hat der Nahverkehrsplan 2022ff der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mbH (kvgOF) das vorletzte Etappenziel erreicht. Nun steht noch die Entscheidung im Kreistag am 7. Dezember 2022 aus, bevor das richtungsweisende und fortschrittliche Planungswerk für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreis Offenbach für die nächsten Jahre gültig wird. Im Nahverkehrsplan werden Ziele, Anforderungen und Standards sowie die entsprechenden Maßnahmen und Projekte für den ÖPNV der nachfolgenden Jahre beschrieben.

„Wir haben die Zeichen unserer Zeit erkannt und mit diesem zeitgemäßen Plan die Grundlage zur Mobilitätswende für unsere Region geschaffen. Nahezu termingerecht konnten wir den Nahverkehrsplan 2022 mit seinen ambitionierten Zielen und Maßnahmen zum Öffentlichen Personennahverkehr im Kreisausschuss vorlegen. Wir freuen uns, dass unser Planungsinstrument für einen modernen und zukunftsweisenden Öffentlichen Personennahverkehr breite Zustimmung findet“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete und Aufsichtsratsvorsitzende der kvgOF Claudia Jäger und dankt vor allem den Kommunen im Kreis für die wertvollen Beiträge zum Nahverkehrsplan. „Angesichts der bundesweiten gesetzlichen Vorgaben für den Klimaschutz ist ein guter ÖPNV unabdingbar, um den Ausstoß der Emissionen zu verringern und Bürger und Bürgerinnen dazu zu bewegen, ganz oder teilweise vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen.“

Ein wichtiger Baustein zur Reduzierung der Treibhausgase ist der Einsatz von alternativen Antrieben im Busverkehr. Nach dem NVP 2022 wird die kvgOF bei den demnächst anstehenden Ausschreibungen im Busverkehr den Einsatz von batteriebetriebenen Bussen gemäß der Clean Vehicles Directive (CVD) prüfen. Für den Betrieb müsste vorab die entsprechende Ladeinfrastruktur im Kreis Offenbach aufgebaut werden. Schrittweise arbeitet die kvgOF dann eine Lösung für die kreisweite Umsetzung sauberer und umweltfreundlicher Antriebe aus.

Auch schnelle und direkte Expressbuslinien sollen den Fahrgästen die Fahrtzeiten verkürzen und sie so zum Umstieg auf den ÖPNV motivieren. Im Nahverkehrsplan aufgeführte Verbindungen sind: die X99 (Seligenstadt-Rodgau-Dietzenbach-Langen-perspektivisch Flughafen T3), die X91 (Sprendlingen-Neu-Isenburg-Frankfurt-Niederrad) und die Linie X96 (Dietzenbach-Offenthal-Darmstadt). Auf bestehenden, nachfragestarken Busachsen zwischen den Kommunen soll der Takt auf 30 Minuten sowie auf 15 Minuten auf allen Buslinien in der Hauptverkehrszeit ausgebaut werden.

„Wir möchten den Fahrgästen einen hochwertigen und nutzerfreundlichen ÖPNV bieten“, versichert Andreas Maatz, Geschäftsführer der kvgOF. „Dass eine Vielzahl von Kunden diesen zu schätzen wissen, haben die hohen Verkaufszahlen des 9-Euro-Tickets gezeigt. Die Maßnahmen und Instrumente dafür haben wir im NVP festgelegt. Nun hoffen wir, diese alsbald umsetzen zu können und auch über die notwendigen finanziellen Mittel zu verfügen. Dies wird sicherlich angesichts der steigenden Energiekosten und der wirtschaftlichen Ungewissheit durch das 49-Euro-Tickets kein leichtes Unterfangen.“

Mit der Einführung des On Demand Shuttles kvgOF Hopper im Osten des Kreises Offenbach leistete die kvgOF 2019 bereits Pionierarbeit im Bereich digitaler Lösungen im ÖPNV im suburbanen Raum. 2022 gingen weitere sechs Kommunen im Kreis äußerst erfolgreich in den Betrieb. Im nächsten Jahr soll das flexible und digitale ÖPNV Angebot Hopper im gesamten Kreis Offenbach verfügbar sein. Ende des vergangenen Monats wurde das RMV-On-Demand-Projekt, bei dem die kvgOF mit dem Hopper nun der Projektpartner mit der größten „Flotte“ ist, mit dem Deutschen Mobilitätspreis in der Kategorie „Best Practice“ vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr ausgezeichnet.

Weitere Vorhaben im NVP betreffen die Busspuren und Bevorrechtigungen an Ampelanlagen, um die Busse zu beschleunigen.

Auch die Verknüpfung zwischen dem ÖPNV und anderen Verkehrsmitteln wurde im NVP 2022ff berücksichtigt: Haltestellen, die wichtige Umstiegspunkte darstellen, sollen erweitert und zu Mobilitätsstationen umgebaut werden: Hier können dann Fahrradboxen aufgestellt und Fahrradverleihsysteme angeboten werden.

Die Beratungsfirmen plan:mobil Verkehrskonzepte & Mobilitätsplanung aus Kassel und KCW GmbH aus Berlin unterstützten die kvgOF bei der Ausarbeitung und Planung des rund 230 Seiten umfassenden Werks plus Anlagenband. Die ersten Gespräche fanden bereits im Herbst 2020 statt. Nach dem Anhörungsverfahren im Sommer wurde der entsprechend angepasste NVP bereits im September 2022 im Aufsichtsrat der kvgOF bestätigt. Nun steht noch die Entscheidung im Kreistag an.

Quelle: kvgOF Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mbH