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23.05.2019

Nisthöhlen und eine neue Infotafel in Musterstreuobstwiese

Im Landschaftsschutzgebiet südlich des Offenthaler Wegs in Dreieich-Dreieichenhain entstand vergangenes Jahr als Ausgleichfläche für ein landwirtschaftliches Gebäude eine 3.000 Quadratmeter große Muster-Streuobstwiese, die vom Obst- und Gartenbauverein Dreieichenhain gepflegt und bewirtschaftet wird. Der Verein stellte auf dem Gelände auch Nisthilfen für Vögel und eine Steinkauz-Röhre auf. Außerdem ließ er eine Lehrtafel „Landschaftselement Streuobstwiese“ anfertigen.

Der Kreis Offenbach unterstützte die Anschaffung der Nisthöhlen und das Aufstellen der Infotafel mit rund 350 Euro. Am Donnerstagmorgen stellte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger zusammen mit Vertretern des Obst- und Gartenbauvereins Dreieichenhain die neue Lehrtafel am Rand der Streuobstwiese vor.

Streuobstwiesen vereinigen viele Besonderheiten: Extensiv gepflegte Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas. Sie bereichern das Landschaftsbild und besitzen damit einen besonders hohen Erholungswert. Zudem werden das Mikroklima, Grundwasser und der Boden von Streuobstwiesen positiv beeinflusst. In der Vielfalt verschiedener alter Obstsorten steckt darüber hinaus ein erhaltenswertes Stück Natur. Die Obstbäume liefern gesunde Früchte und damit die Basis für Apfelwein und -saft. In Hessen gelten Streuobstwiesen daher als gesetzlich geschützte Biotope.

„Der Erhalt von Streuobstwiesen als besonders artenreiche Kulturbiotope hat für den Naturschutz bei uns seit jeher eine hohe Priorität“, erläutert Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. Schon seit vielen Jahren unterstützt der Kreis Offenbach daher die Instandsetzung und Pflege dieser Biotope nicht nur durch fachliche Beratung und eigene Projekte, sondern auch durch die Bereitstellung von Geldmitteln für Naturschutzgruppen, Vereine oder Projekte von Privatpersonen.

„Vergangenes Jahr haben wir rund 15.500 Euro einschließlich der von uns verwalteten Landesmittel für die Kulturbiotope Streuobstwiesen ausgezahlt“, so Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger abschließend. „Zudem haben wir seit 2013 ein eigenes Förderkonzept für Streuobstwiesen. Damit leisten wir nicht nur einen direkten Beitrag zum Erhalt der Vielfalt von Flora und Fauna im Kreis, sondern fördern auch unsere heimische Kulturlandschaft. Die neue Musterstreuobstwiese bei Dreieichenhain ist hierfür ein sehr gutes Beispiel. Dort konnten zahlreiche alte Obstsorten – wie beispielsweise Rheinischer Bohnapfel, Gravensteiner und Goldparmäne – wieder kultiviert werden.“

Grundsätzlich können sich Interessierte an den Fachdienst Umwelt, Untere Naturschutzbehörde, Telefon 06074 8180-4106 wenden. Er berät auch über Förderungsmöglichkeiten des Kreises.