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03.06.2019

Schwärmen für die Region

Das Kunstprojekt Regionalpark-Wanderbienen zu Gast im Landschaftspark Bruchsee bei Egelsbach

In Anlehnung an die Tradition der Wander-Imkerei schickt der Regionalpark RheinMain auch 2019 die Bienenwagen der Frankfurter Künstlergruppe „finger“ auf Reisen. Das Kunstprojekt geht in seine mittlerweile vierte Saison und informiert über das Verhalten von Bienen sowie über die Vielfalt der Landschaften der Rhein-Main Region und setzt sich mit dem Verhältnis von Bienen und Menschen auseinander.

Kräftiges Grün wohin das Auge schaut. Auch im Regionalpark RheinMain hat der Frühsommer Einzug gehalten. Zeit für die Wanderbienen des Regionalparks aufzubrechen, um an verschiedenen Standorten Station zu machen und den für die jeweilige Landschaft typischen Nektar zu sammeln.

Die beiden Mitglieder der Künstlergruppe „finger“, Florian Haas und Andreas Wolf, reisen mit drei Bienenwagen und neun Bienenvölkern entlang der etwa 190 Kilometer langen Regionalpark-Rundroute. Die Unterkünfte der Bienenvölker wurden auf Fahrradanhänger montiert. So werden die Tiere alle paar Wochen von einem Standort im Regionalpark zum nächsten kutschiert.

Die Bienenwagen selbst wurden von Haas und Wolf künstlerisch inszeniert. Wie können Bienen in dichtbesiedelten Gebieten überleben? Welche speziellen Lebensbedingungen brauchen Wanderbienen? Wie organisieren sich Bienen im Vergleich zu menschlichen Gesellschaften? Die Antworten auf diese faszinierenden Fragen befinden sich als großformatige Bildergeschichten an den Wagen der Wanderbienen. Diese Graphic Novels ändern sich im Laufe der Wanderschaft – abhängig von Jahreszeit und Landschaft.

2019 sind erstmals insgesamt fünf Bienenwagen mit mehr als 600.000 Bienen an verschiedenen Standorten im Rhein-Main-Gebiet anzutreffen. Bis Anfang Oktober sind jeweils drei Bienenwagen im Regionalpark unterwegs. Zusätzlich macht je ein Wagen an den Regionalpark Portalen Weilbacher Kiesgruben und Wetterpark Offenbach dauerhaft Halt.

Die jeweiligen Standorte für die Wanderbienen werden danach ausgesucht, wo gerade etwas blüht. So steht seit Anfang Juni ein Bienenwagen am Landschaftspark Bruchsee in Egelsbach. Hier finden die Wanderbienen in den Blüten der Lindenbäume und Wiesenkräuter Nektar und Pollen.

Am Vormittag besuchte die Aufsichtsratsvorsitzende des Regionalparks RheinMain, Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger, zusammen mit Regionalpark-Geschäftsführer Kjell Schmidt die Wanderbienen an ihrem neuesten Standort.

Claudia Jäger nutzte die Gelegenheit, um sich aus erster Hand über das Projekt Regionalpark Wanderbienen zu informieren. So erfuhr die Erste Kreisbeigeordnete, dass ein Wanderbienenumzug idealerweise nachts oder sehr früh am Morgen über die Bühne gehen sollte - eben dann, wenn alle Mitglieder eines Volkes auch „zu Hause“ sind.

„Das Projekt der Künstlergruppe ist ein wirklich spannender und erfolgreicher Ansatz, der dieses Jahr bereits in die vierte Saison geht“, betonte die Aufsichtsratsvorsitzende vor Ort. „Durch seine Arbeit schützt der Regionalpark die Landschaft und macht sie für die Menschen erlebbar. Durch unser Projekt haben die fleißigen Sammler zum einen die Möglichkeit an verschiedenen Stellen an Nektar zu gelangen, die Besucher des Regionalparks wiederum für das Thema sensibilisiert. Das Projekt der Regionalpark Wanderbienen leistet so einen bemerkenswerten Beitrag zum Umweltschutz und zum Erhalt der Biodiversität in der Region“, machte Jäger deutlich.

Regionalpark-Geschäftsführer Kjell Schmidt bestätigte die ungemein wichtige Aufgabe der Bienen für die Natur. „Ein Großteil unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Deshalb wollen wir mit dem Projekt die kleinen Helfer in der Region bekannt machen“, so Schmidt. „Dass nebenbei ein ausgesprochen guter Honig entsteht, welcher die Vielfalt der regionalen Landschaft abbildet ist ein toller Nebeneffekt!“

Auch die Künstler und Imker waren vor Ort und so gab es viel Wissenswertes rund um die Themen Bienen und Imkerei sowie über das Zusammenleben von Bienen und Menschen zu erfahren.

Das Kunstprojekt erzeugte im Laufe der letzten drei Sommer bereits viel Aufmerksamkeit und bot so auch neue Erfahrungen der Landschaftswahrnehmung.

Die Honigernte von 2018 ergab eine Menge von 154 Kilogramm.

Die Honigmischungen der Regionalpark Wanderbienen können in den beiden Regionalpark Portalen Weilbacher Kiesgruben und Wetterpark Offenbach erworben werden. Im Labor lässt sich übrigens analysieren, welche Pollen im Honig sind. So liefert er eine Art Abbildung der jeweiligen Landschaft.

Quelle: Regionalpark RheinMain