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27.06.2019

23 Bus- und Bahnbegleiter zertifiziert

Am Donnerstag hat Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mbH, Andreas Maatz, im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Polizei und des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) die Abschlusszertifikate als Bus- und Bahnbegleiter an 23 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe sieben der Einhardschule in Seligenstadt überreicht. Die jungen Menschen werden in den Buslinien OF 85, OF 86 und 567 unterwegs sein, um dafür zu sorgen, dass es möglichst stressfrei zum Unterricht und nach Hause geht.

Von Januar bis März haben die neuen Bus- und Bahnbegleiter ein umfassendes Schulungsprogramm absolviert. Bestandteil der Ausbildung waren Elemente wie beispielsweise die Suche nach Konfliktlösungen, das richtige Einschätzen und Erkennen von kritischen Situationen, selbstbewusstes Auftreten, die Vermeidung von Gewalt und unparteiische Überzeugungsarbeit.

„Wenn es in öffentlichen Verkehrsmitteln Streit gibt, jemandem das Handy weggenommen wird oder es zu einer Mobbingattacke kommt, sind selbstbewusste aber besonnene Menschen mit Zivilcourage gefragt, die deeskalierend wirken und die Situation entschärfen. Wichtig ist aber immer, dass alle, die eingreifen, ihre Grenzen kennen und sich nicht selbst überschätzen. Auch darüber haben die Jugendlichen im Kurs gesprochen“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger bei der Übergabe der Urkunden an die Jugendlichen.

Zudem gab es einen Praxistag. Claudia Jäger: „Am Praxistag wird das hauptsächlich zunächst bei Rollenspielen erlernte Wissen im ganz normalen ÖPNV getestet, ausprobiert und auf die Probe gestellt.“ Dazu stellen die Bus- und Bahnbegleiter eine Konfliktsituation im Bus nach, ohne dass Fahrgäste oder Busfahrer vorher eingeweiht werden. Danach wird die Situation durch die Projektleitung aufgelöst und Fahrgäste werden befragt, wie sie die Situation wahrgenommen haben.

„Nach der Aufklärung der Situation ist die Resonanz der Fahrgäste bislang durchweg positiv gewesen“, macht Claudia Jäger deutlich. „Sie kennen die gespielten Szenarien aus dem Alltag und finden es toll, dass junge Menschen zur Konfliktlösung ausgebildet werden.“

Im Mittelpunkt standen darüber hinaus Themen wie die Wirkung der Körpersprache, aber auch eine möglichst wertschätzende und vermittelnde Gesprächsführung. Die Jugendlichen hatten im Rahmen des Projektes zudem die Möglichkeit, mit einem Busfahrer zu sprechen und sich intensiv mit verschiedenen Möglichkeiten der Deeskalation auseinanderzusetzen. Fachleute der Polizei vermittelten den Jugendlichen außerdem, wie sie sich effektiv schützen, um in bestimmten Konfliktsituationen nicht selbst zum Opfer zu werden. Das Polizeipräsidium Südosthessen arbeitet bei der Ausbildung der Bus- und Bahnbegleiter bereits seit 2006 mit dem Kreis Offenbach und der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mbH zusammen.

„Mittlerweile konnten wir kreisweit mehr als 800 Bus- und Bahnbegleiter ausbilden, die im Kreisgebiet für ein sicheres Miteinander auf den Schulwegen sorgen“, betonte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger abschließend.