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19.08.2019

Feuerwehren weiterhin im Einsatz

Eine Schneise der Verwüstung hinterlies der Sturm, der gestern Abend ab etwa 18 Uhr über den Kreis Offenbach hinwegzog. Die Feuerwehren hatten mehr als tausend Einsätze zu bewältigen. Sie wurden vom Technischen Hilfswerk und Betreuungs- sowie Verpflegungszügen der Sanitätsorganisationen unterstützt. Einsatzschwerpunkte waren Langen, Egelsbach, Dreieich, Dietzenbach, Rodgau und Seligenstadt. Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume und sonstige "fliegende Gegenstände" bildeten den Schwerpunkt. Alle 29 Feuerwehren des Kreises waren im Einsatz, um überörtliche Hilfe in Nachbarkommunen zu leisten.

Am heutigen Montag sind noch zahlreiche Einsatzstellen abzuarbeiten. Vor allem Hubrettungsfahrzeuge und Motorkettensägen sind gefragt. Alle Feuerwehren helfen sich gegenseitig – auch aus den nicht betroffenen Kommunen. Aus den Nachbarkreisen Darmstadt-Dieburg und dem Main-Kinzig-Kreis kamen ebenfalls Feuerwehrkräfte zur Unterstützung.

Rund 20 Personen mussten rettungsdienstlich versorgt werden. Es gab verschiedene Verletzungen, vor allem aufgrund herumfliegender Teile.

Aus den Kommunen:

Rodgau

Bislang wurden rund 150 Einsätze abgearbeitet: Etliche Dächer sind teilweise oder komplett abgedeckt. Zahlreiche Bäume liegen auf Straßen und Wegen. Gestern Abend folgte ein besonders spektakulärer Einsatz: Ein Fahrradfahrer lag unter einem Baum, der Mann wurde schwer verletzt. Die Feuerwehr musste von der B 45 her eine Schneise schlagen, um an die Unfallstelle heran zu kommen.

Dreieich

Bisher wurden rund 200 Einsätze gemeldet, knapp 40 sind noch offen. Die Straße von Offenthal nach Langen war gesperrt, da ein Stromkabel auf ein Auto heruntergefallen war. Die Personen im Wagen wurden befreit – außerdem musste zahlreichen Pkw der Weg freigeschnitten werden, um diese aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Eine Basisstation für den Digitalfunk von Polizei und Feuerwehr war vom Stromausfall betroffen und fiel deshalb aus.

Langen

Eine der am stärksten betroffenen Kommunen. Am Montag sind noch mehr als 150 Einsätze abzuarbeiten. Gestern Abend waren 60 bis 70 Menschen aus Fahrzeugen zu befreien. Es gab zwölf verletzte Personen.

Egelsbach

Die Mahrsiedlung war teilweise nicht mehr erreichbar und verschiedene Straßen mussten freigeräumt werden. Bisher hat die Feuerwehr rund 150 Einsätze abgearbeitet, etwa 15 sind noch offen.

Dietzenbach

Die Feuerwehr hatte seit Sturmbeginn rund 140 Einsätze abzuarbeiten. Heute Vormittag sind 30 neue dazugekommen. Alle Stadtteile – außer dem oberen Steinberg – waren betroffen.
Da ein Baum auf die Oberleitung der S-Bahn gefallen war, konnte diese nicht mehr fahren. Die Feuerwehr befreite Personen aus der S-Bahn und führte sie zur nächsten S-Bahn-Station.
Ein Passant mit einer Kopfplatzwunde, die er sich aufgrund einer zerborstenen Fensterscheibe zugezogen hatte, wurde in der Feuerwache bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes qualifiziert versorgt.

Seligenstadt

"Bei uns sieht es chaotisch aus", lautet die Meldung aus dem Feuerwehrhaus in Seligenstadt. Dort waren die "sturmtypischen" Einsätze zu bewältigen.
Gestern Abend schafften es 20 Standup-Paddler in Klein-Welzheim gerade noch ans Ufer. Einige von ihnen hatten sich Blessuren zugezogen. Die Feuerwehr leistete Erste Hilfe.

Quelle: Kreisfeuerwehrverband Offenbach