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13.09.2019

19 Bus- und Bahnbegleiter zertifiziert

Am Freitag hat der Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mbH, Andreas Maatz, im Beisein von Vertretern der Stadt Seligenstadt sowie des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) die Abschlusszertifikate als Bus- und Bahnbegleiter an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe sieben der Einhardschule in Seligenstadt überreicht. Die jungen Menschen werden in den Buslinien OF 85, OF 86 und 567 sowie in weiteren Bussen und Bahnen im Kreis unterwegs sein, um dafür zu sorgen, dass es möglichst stressfrei zum Unterricht und nach Hause geht.

Die neun Mädchen und zehn Jungen haben ein umfassendes Schulungsprogramm in der Projektwoche absolviert. Bestandteil der Ausbildung waren Elemente wie beispielsweise die Suche nach Konfliktlösungen, das richtige Einschätzen und Erkennen von kritischen Situationen, selbstbewusstes Auftreten, die Vermeidung von Gewalt und unparteiische Überzeugungsarbeit.

„Wenn es in öffentlichen Verkehrsmitteln zu Auseinandersetzungen kommt, wenn Schüler aneinandergeraten oder Einzelne gemobbt werden, ist einerseits Zivilcourage gefragt, andererseits aber auch Besonnenheit und ein kühler Kopf. Es gilt zu deeskalieren und dabei ruhig zu bleiben. Deshalb ist es wichtig Situationen durchzuspielen, um dann in der Realität einen Konflikt entschärfen zu können. Gleichzeitig gibt es Grenzen, die jeder, der in einen eskalierenden Konflikt eingreift, kennen muss. Auch über diese Grenzen wird mit den potentiellen Bus- und Bahnbegleitern intensiv gesprochen. Denn niemand soll sich selbst in Gefahr bringen“, erklärte Andreas Maatz während der Übergabe der Urkunden an die Jugendlichen.

Auch deshalb gab es einen Praxistest, an dem das erlernte Wissen im ganz normalen ÖPNV-Alltag getestet, ausprobiert und auf die Probe gestellt wurde. Dazu spielten die Bus- und Bahnbegleiter eine Konfliktsituation im Bus nach, ohne dass die Fahrgäste oder der Busfahrer vorher eingeweiht wurden. Danach wurde die Situation durch die Projektleitung aufgelöst und die Fahrgäste wurden befragt, wie sie die Situation wahrgenommen haben.

Im Mittelpunkt der Ausbildung zum Bus- und Bahnbegleiter standen darüber hinaus Themen wie die Wirkung der Körpersprache, aber auch eine möglichst wertschätzende und vermittelnde Gesprächsführung. Die Jugendlichen hatten im Rahmen des Projektes zudem die Möglichkeit, mit einem Busfahrer zu sprechen und sich intensiv mit verschiedenen Möglichkeiten der Deeskalation auseinanderzusetzen. Der Jugendkoordinator der Polizei vermittelt den Jugendlichen während der fünftägigen Projektwoche außerdem, wie sie sich effektiv schützen, um in bestimmten Konfliktsituationen nicht selbst zum Opfer zu werden.

Das Polizeipräsidium Südosthessen arbeitet bei der Ausbildung der Bus- und Bahnbegleiter bereits seit 2006 mit dem Kreis Offenbach und der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mbH zusammen. Seitdem wurden rund 850 Bus- und Bahnbegleiter ausgebildet, die im Kreisgebiet für ein sicheres Miteinander auf den Schulwegen sorgen.