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26.09.2019

Zehn Jahre Elternlotsinnen in Mühlheim: 17 Frauen erhalten Zertifikate

Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger hat am Donnerstag im Kontakt-Werk in Mühlheim gemeinsam mit Bürgermeister Daniel Tybussek 17 Frauen aus 15 verschiedenen Herkunftsländern ausgezeichnet. Außerdem wurden ihnen Zertifikate als Elternlotsinnen überreicht und das bereits zum zehnten Mal, denn in Mühlheim feiert die Ausbildung dieses Jahr Jubiläum.

Die Mütter engagieren sich künftig ehrenamtlich in Kindertagesstätten, an Grundschulen und überall dort, wo ihre Kompetenz gebraucht wird. „Die Elternlotsinnen fungieren an wichtigen Stellen, wie Kindertagesstätten und Schulen, als Mittler und Übersetzer zwischen Erziehern und Lehrern auf der einen sowie Eltern mit Migrationshintergrund auf der anderen Seite. Durch ihre Sprachkenntnisse und ihre interkulturelle Kompetenz helfen sie dabei, Vorurteile abzubauen, Missverständnissen vorzubeugen und Brücken zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen zu bauen“, stellte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger bei der Übergabe der Zertifikate die Bedeutung der Frauen für eine gelingende Integration von Kindern und Jugendlichen heraus.

Die Schulung der Elternlotsinnen ist fester Bestandteil der Förderung des Ehrenamtes der Stadt Mühlheim am Main und des Integrationsbüros des Kreises Offenbach. „Wir unterstützen die Qualifizierung in den Kommunen seit vielen Jahren und haben seit 2009 allein in Mühlheim etwa 100 Lotsinnen geschult“, so Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. Der Kreis Offenbach übernimmt dabei eine Teilfinanzierung - im Fall von Mühlheim in der Höhe von rund 1.000 Euro. Insgesamt greift der Kreis den Kommunen in diesem Jahr bei der Qualifizierung von Elternlotsen und bei der Sprachförderung in Kindertagesstätten - beides fällt in ein Budget - mit rund 56.000 Euro unter die Arme.

Die neuen Elternlotsinnen übersetzen und helfen Menschen, die die deutsche Sprache noch nicht so gut beherrschen, sich im Alltag und im deutschen Bildungssystem zurechtzufinden. Sie beraten und informieren Familien über die Schulwahl oder das duale Ausbildungskonzept in Deutschland. Sie sind zur Stelle, wenn sich Verständnisschwierigkeiten ergeben oder übersetzen Briefe und Informationsmaterial. In Mühlheim engagieren sich die Lotsinnen seit nunmehr zehn Jahren. „Bei der Ausbildung ist es wichtig, dass die Teilnehmerinnen neben der Theorie auch schwierige Alltagssituationen, auf die Menschen ohne ausreichende Sprachkenntnisse stoßen, kennenlernen und gemeinsam Lösungen finden“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger.

Bürgermeister Daniel Tybussek betonte: „Ich bin stolz, dass wir dieses Jubiläum feiern können. Mit ihrem Einsatz haben die Lotsinnen in ihrem persönlichen Umfeld, ihrer Familie und in unserer Stadt in den vergangenen zehn Jahren vieles in Bewegung gesetzt. Ihr ehrenamtliches Engagement trägt erheblich zur Identifikation mit dem Wohnort bei und fördert so das Zusammenleben und unser gesellschaftliches Miteinander. Ferner geben die Lotsinnen, von denen viele Erfahrungen mit Migration oder gar Flucht haben, Impulse für Aktionen in den Kitas, in der Stadtbücherei oder im Kontakt-Werk etwa mit dem mehrsprachigen Vorlesen oder der Kleider-Tausch-Party während der Interkulturellen Wochen. Dieses wichtige ehrenamtliche Engagement wollen wir heute mit der feierlichen Übergabe der Zertifikate würdigen“.

Während der Qualifizierungsphase beschäftigten sich die Frauen einmal wöchentlich unter anderem mit Themen wie Bildung und Erziehung, Freizeit und Medien, gesunde Ernährung, migrationsbedingte Mehrsprachigkeit, Sicherheit im Straßenverkehr oder dem Grundgesetz als Basis des Zusammenlebens in Deutschland. Darüber hinaus standen für die Frauengruppe Ausflüge in die Stadtbücherei oder Gespräche mit der Frauen- und Integrationsbeauftragten der Stadt Mühlheim auf dem Programm. Ziel der Ausbildung zur Elternlotsin ist es, die Teilhabe von allen Zugewanderten an den zentralen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu fördern, eine chancengerechte Bildung für Familien und ihre Kinder zu ermöglichen und die Bildungs- und Betreuungseinrichtungen nachhaltig interkulturell zu öffnen.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass die Lotsinnen einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen von Integration im Kreis Offenbach leisten. Denn der Kontakt von Mensch zu Mensch ist die beste Möglichkeit, sich in einem neuen Kulturkreis zurechtzufinden und am Alltagsleben in einer Gemeinde oder Stadt teilnehmen zu können. Dafür bin ich den engagierten Mitbürgerinnen sehr dankbar“, erklärte Claudia Jäger abschließend.