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20.11.2019

Neues Elektroauto bereichert Ausbildung an der Max-Eyth-Schule

Elektromobilität erfreut sich auch im Kreis Offenbach einer wachsenden Beliebtheit. Die Zahl der zugelassenen Elektro- und Hybridfahrzeuge ist von 2.317 im Jahr 2018 um knapp 50 Prozent auf 3.471 (Stand 11. November 2019) gestiegen. Die Technik, die ihnen zugrunde liegt, unterscheidet sich stark von Diesel- und Benzinmotoren und bringt somit neue Herausforderungen für all jene mit sich, die die Fahrzeuge warten und reparieren müssen. Für den Ausbildungsbereich der KFZ-Mechatroniker an der Max-Eyth-Schule in Dreieich hat der Kreis Offenbach aus diesem Grund einen Renault Zoe zur Verfügung gestellt. Landrat Oliver Quilling ließ sich am Mittwoch von Schulleiter Wolf-Dieter Gäbert die Arbeit mit dem Elektroauto zeigen. Anschließend stellte der Geschäftsführer der MAINGAU Energie GmbH Richard Schmitz zwei neue öffentliche Stromladepunkte im angrenzenden HLL-Parkhaus vor. Dort wird nicht nur das neue Elektroauto der Schule aufgetankt, die sogenannten Wallboxen stehen allen Bürgerinnen und Bürgern offen.

„Die Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Klimaschutz und wird auch künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erfüllen, werden bis 2030 weit über sieben Millionen Elektroautos in Deutschland unterwegs sein müssen. Dafür ist aber auch die passende Infrastruktur notwendig: Neben einem engmaschigen Netz an Ladesäulen braucht es zum Beispiel auch entsprechend geschultes Personal in den Werkstätten, das mit den komplexen Elektromotoren und verbauten Batterien vertraut ist. Es freut mich daher, dass der Kreis auch zu diesem Punkt einen Teil beitragen kann“, sagte Landrat Oliver Quilling.

An der Max-Eyth-Schule werden aktuell im Fachbereich Kraftfahrzeugtechnik der Teilzeitberufsschule 163 Schülerinnen und Schüler in acht Klassen zum KFZ-Mechatroniker beziehungsweise zur KFZ-Mechatronikerin ausgebildet. Der neue Renault Zoe ergänzt bereits seit Dezember 2018 als erstes Elektroauto den Fuhrpark der Schule, an dem in der Werkstatt praxisnah unterrichtet wird. Es kommt für die Auszubildenden unter anderem bei den Themen Hochvolttechnik, Unfallschutz und Messtechniken zum Einsatz. Darüber hinaus lernen sie am Zoe, wie sie Elektroautos spannungslos schalten, und wie sein Lithium-Ionen-Akku aufgebaut ist. „Das Fahrzeug ist eine große Bereicherung“, sagte Schulleiter Wolf-Dieter Gäbert. „Für eine umfassende Ausbildung ist es wichtig, Trends frühzeitig zu erkennen und entsprechend in den Unterricht einfließen zu lassen. Auf diese Weise sind die Schülerinnen und Schüler am Ende optimal auf die sich – vor allem in diesem Fachbereich – ständig weiterentwickelnde Arbeitswelt vorbereitet.“

Die Kosten für die Neuanschaffung des Fahrzeugs lagen bei 23.000 Euro. Eine Hälfte davon stammt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), die andere finanziert der Kreis aus dem Schulbudget. „Eine Investition in die Zukunft“, stellte Landrat Oliver Quilling fest. „Auch die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Offenbach entscheiden sich schließlich immer öfter bewusst gegen einen Diesel oder Benziner und für ein emissionsärmeres Elektromodell. Da ist es nur konsequent, wenn wir auch an unseren Berufsschulen im Kreis Offenbach auf dem neuesten Stand der Technik ausbilden.“ In Sachen Elektromobilität geht der Kreis selbst mit gutem Beispiel voran: Sechs Elektro- und Hybridfahrzeuge – darunter auch der Dienstwagen des Landrats – gehören mittlerweile zum Fuhrpark der Kreisverwaltung. Ein weiteres Elektroauto stellt die MAINGAU Energie GmbH den Beschäftigten des Kreises seit September 2018 als Dienstfahrzeug zur Verfügung.

Die MAINGAU ist es auch, die dafür sorgt, dass der neue Renault der Max-Eyth-Schule immer genügend Strom hat. Im nahen HLL-Parkhaus hat das Unternehmen deshalb zwei neue öffentliche Ladepunkte aufgestellt, die auch von anderen Besucherinnen und Besuchern des Parkhauses genutzt werden können. „Jeder Ladepunkt, der neu errichtet wird, ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Mobilitätswende. Deswegen freuen wir uns umso mehr, die Kommunen im Kreis bei ihrem Vorhaben in diese Richtung unterstützen zu können“, sagte MAINGAU-Geschäftsführer Richard Schmitz, der das Angebot am Mittwoch näher vorstellte.