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05.12.2019

Auszeichnung für engagierte Menschen zum Tag des Ehrenamtes

Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Weit über eine Million Menschen in Hessen und unzählige Bürgerinnen und Bürger zwischen Neu-Isenburg und Seligenstadt machen sich Tag für Tag für andere oder für die Gemeinschaft stark. Am „Tag des Ehrenamtes“ zeichnet der Kreis Offenbach gemeinsam mit der Sparkasse Langen-Seligenstadt seit vielen Jahren Männer und Frauen aus, die sich in ihrer Freizeit in einem Verein oder anderswo engagieren und so ein Zeichen des Miteinanders in unserer Gesellschaft setzen. Am Donnerstagabend wurde dieser persönliche Einsatz für das Allgemeinwohl im Kreistagssitzungssaal mit dem Deutschen Bürgerpreis sowie der Ehrenmedaille zur Anerkennung für bürgerschaftliches Engagement gewürdigt.

Für Landrat Oliver Quilling sind die Ehrenamtlichen „die wahren Helden des Alltags“. Quilling: „Weil sie sich dafür entschieden haben, Dinge positiv zu verändern, zu helfen und mit anzupacken, damit es Menschen in diesem Kreis etwas besser geht und sie wieder Hoffnung haben.“ Nicht zuletzt strahle das Ehrenamt Zuversicht, Hoffnung, Lebensmut und Optimismus aus, machte der Landrat deutlich und sprach allen, die sich in einem Verein, der Feuerwehr, einer Initiative oder anderswo freiwillig engagieren seinen persönlichen Dank und Respekt aus.

Darüber hinaus wollte es Oliver Quilling am „Tag des Ehrenamtes“ nicht nur bei bloßen Worten des Dankes belassen, sondern zeichnete zusammen mit dem Kreistagsvorsitzenden Bernd Abeln einige besonders engagierte Menschen mit dem Deutschen Bürgerpreis sowie der Medaille für bürgerschaftliches Engagement aus.

Die einzelnen Ehrungen in Kurzform:

Anerkennung bürgerschaftliches Engagement

Besondere Verdienste im Bereich des ehrenamtlichen Engagements werden vom Kreis Offenbach zudem durch Verleihung einer extra dafür gestalteten Medaille gewürdigt. Die Auszeichnung wird seit dem Jahr 2007 jährlich am 5. Dezember, dem Tag des Ehrenamtes, vorgenommen. Unter der Bezeichnung „Anerkennung bürgerschaftliches Engagement“ wurden daher auch in diesem Jahr wieder Personen ausgezeichnet, die seit mindestens zehn Jahren ehrenamtlich tätig sind und deren Engagement Vorbild für andere sein kann. Diesmal wurden Preisträger in den Bereichen Migration, Sport, Katastrophenschutz und Gesang sowie erstmals auch im Bereich Senioren geehrt.

Anerkennung bürgerschaftliches Engagement – Bereich Senioren

Selbst in einem fortgeschrittenen stolzen Alter, engagiert sich Willibald Heller aus Seligenstadt seit nunmehr über einem Jahrzehnt für die Belange von Seniorinnen und Senioren. Willibald Heller ist Vorsitzender und die „gute Seele“ der „Seniorenfahrgemeinschaft Froschhausen“. Wobei es hier in erster Linie um Ausflüge und gemeinschaftliche Fahrten ins Grüne geht. Aber auch über sein Engagement als Vereinsvorsitzender hinaus hat Willibald Heller sich vielfältige Verdienste um die Betreuung und Unterstützung älterer Menschen erworben. Er bringt seine Erfahrungen und Fähigkeiten, wo er nur kann, ein und erleichtert durch sein selbstloses Engagement den Alltag von Seniorinnen und Senioren. Herr Heller trägt so zu einem positiven Lebensgefühl älterer Menschen bei und ist stets zur Stelle, wenn Not am Mann oder der Frau ist. Über das Jahr hinweg gestaltet er zudem das bunte Monatsprogramm des Vereins. Er organisiert Weihnachtsfeiern, den jährlichen Kreppelkaffee, Ausflüge in die nähere Umgebung oder Faschingsveranstaltungen.

Daneben bereitet Willibald Heller die traditionellen Halbtagsfahrten der „Seniorenfahrgemeinschaft Froschhausen“ mit anschließendem gemeinsamen Abendessen und geselligem Beisammensein vor und organisiert für die Sommermonate mehrtägige Urlaubsreisen; etwa in die Lüneburger Heide oder ins Allgäu. Zuhören, Anteilnahme und Empathie zeigen, für andere da sein, wenn sie jemanden zum Reden brauchen oder ihr Herz ausschütten wollen; all das ist für Willibald Heller selbstverständlich. Daher besucht er die Mitglieder der „Seniorenfahrgemeinschaft“ an runden Geburtstagen oder nimmt zusammen mit den Hinterbliebenen an Beerdigungen teil und hat ein Ohr für Sorgen und Nöte. Er zeigt damit, was alles auch im Alter möglich ist und ist damit ein Vorbild für andere.

Anerkennung bürgerschaftliches Engagement – Bereich Migration

Elias Merhazion aus Hainburg engagiert sich seit 2001 mit großem Einsatz für die Integration von Flüchtlingen und schon länger in Deutschland lebenden Menschen aus Eritrea, Äthiopien, Somalia und anderen afrikanischen Ländern. Mit seinem umfangreichen Erfahrungsschatz begleitet und unterstützt er sie in allen Lebenslagen und Alltagsproblemen. Darüber hinaus bringt er seine Kenntnisse und Kompetenzen in die Arbeit des Ausländerbeirates Hainburg, den Kreisausländerbeirat sowie in die Arbeitsgemeinschaft „Bildung“ des Landesausländerbeirates ein.

Menschlich und fachlich wird Elias Merhazion von vielen Geflüchteten sehr geschätzt. Er ist ein ausgezeichneter Brückenbauer, zuverlässiger Ansprechpartner und eine wichtige Bezugsperson für sie. Im Verein „Tzlma“, dem er seit 2012 angehört, berät, vermittelt und unterstützt er Jugendliche und Erwachsene auf ihrem Weg zu einem Studium, einer Ausbildungsstelle oder bei der beruflichen Orientierung. Elias Merhazion hat in den Jahren 2017 und 2018 das Polizeipräsidium Südosthessen zudem bei der Durchführung von Informationsveranstaltungen zu vertrauensbildenden Maßnahmen in den Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete in einigen Kreiskommunen unterstützt. Darüber hinaus war er 2019 maßgeblich bei der Aufbauarbeit des Mühlheimer Selbsthilfevereins „Sinit“ für Geflüchtete aus Eritrea beteiligt. In der Zusammenarbeit mit Geflüchteten und Behörden sowie anderen Institutionen ist es Elias Merhazion wichtig, durch intensive Aufklärungsarbeit über die Lebensverhältnisse, Rechtsordnung, Geschichte, Kultur und Werte in Deutschland die Integration der Flüchtlinge und Migranten zu fördern.

Anerkennung bürgerschaftliches Engagement – Bereich Sport

Gertrud Römer aus Rodgau engagiert sich seit 27 Jahren für den Tennissport. In ihrem Heimatverein, dem Tennisclub Blau-Weiß Dudenhofen, war sie Jugendwart und Vorsitzende, später Gründungsmitglied der Tennisspielgemeinschaft Rodgau und bis 2019 Beisitzerin für Events und Jugend. Schwerpunkt ihres Engagements ist die Heranführung von Kindern an den Tennissport. So hat Gertrud Römer sich insbesondere für den Ausbau der Kooperation mit der ortsansässigen Grundschule, der Freiherr-vom-Stein-Schule, eingesetzt. Bereits seit dem Jahr 2000 arbeitet der TC Blau Weiß mit der Schule zusammen. Zunächst im Nachmittagsangebot, später in der Betreuung, in Projektwochen und im Grundschulcamp. Letzteres hat der Verein später sogar in Eigenregie durchgeführt. Jahr für Jahr förderte und fördert Gudrun Römer somit nicht nur den Sport in der Schule, sondern verantwortet auch die für uns alle so wichtige Nachwuchsförderung für den Verein.

Im Rahmen ihrer Tätigkeit hat Frau Römer früh begonnen, sich nicht nur um den sportlichen Nachwuchs zu kümmern, sondern auch um die Ausbildung von Jugendtrainern und dem ehrenamtlichen Nachwuchs. Viele ihrer ehemaligen Schülerinnen und Schüler haben sich später ehrenamtlich im Vorstand engagiert und wie sie, Verantwortung, übernommen. Sie hat stets den Nachwuchs gefördert und steht auch heute allen mit Rat und Tat zur Seite.

Anerkennung bürgerschaftliches Engagement – Bereich Katastrophenschutz

Im Bereich Katastrophenschutz wird dieses Jahr Bernard Hubrich aus Obertshausen geehrt. Durch sein langjähriges und kontinuierliches Engagement, kann Bernard Hubrich nach 25 Jahren auf viele Ehrenamtsstunden im Sanitätsdienst und Katastrophenschutz zurückblicken. Er ist Gruppenführer und für den Malteser Hilfsdienst im Kreis Offenbach in Obertshausen tätig und hat großen Anteil am Auf- und Ausbau der Katastrophenschutzeinheit in Obertshausen. Aktuell ist er aufgrund seiner Qualifikation im zweiten Betreuungszug des Kreises Offenbach eingesetzt. Bernard Hubrich engagiert sich weit über den normalen Anforderungen eines Helfers. Der regelmäßige Besuch von Schulungen, Lehrgängen und Seminaren ist für ihn selbstverständlich. Seine Aufgaben jedweder Art erledigt er zur vollsten Zufriedenheit und mit großartigem Einsatz. Durch seine fachliche und ausgeprägte soziale Kompetenz ist Bernard Hubrich für den Katastrophenschutz eine wertvolle Bereicherung als Mensch und Kamerad. Er genießt in der Mannschaft ein hohes Ansehen und zeichnet sich durch seine große Hilfsbereitschaft aus.

Anerkennung bürgerschaftliches Engagement – Bereich Gesang

Udo Sommer aus Seligenstadt stützt, prägt und stärkt seit 1973 das gesellschaftliche und kulturelle Leben der Einhardstadt. Sein Werdegang sprüht förmlich vor Kreativität und Vielfalt: Messdiener, Jugendvertreter, Gruppenleiter, Betreuer, Probeleiter, Schriftführer, Vorsitzender, mehrfaches Gründungsmitglied von Bands- und Gesangsgruppen, Tourneeleiter, Sänger, Arrangeur, Moderator und Löffelwirt. So war Udo Sommer unter anderem Sänger, Texter und Arrangeur bei den Peperoninis, Aktiver der Fastnacht oder Organisator der Kaufmannszüge und Mitglied der Ordensbruderschaft vom Steyffen Löffel zu Seligenstadt. Udo Sommer ist zudem Vizechorleiter der Gesellschaft der Freunde 1856 und versteht es bravourös, die Mitglieder für die verschiedensten Aktivitäten des Vereins zu begeistern. Udo Sommer ist durch und durch Seligenstädter. Er hat das Herz auf dem rechten Fleck und sein ganzes ehrenamtliches Engagement beruht auf tiefster innerer Überzeugung. Er ist heimatverbunden und ein Mensch, der immer für andere da ist.

Deutscher Bürgerpreis

Auch 2019 haben der Kreis Offenbach und die Sparkasse Langen-Seligenstadt den Deutschen Bürgerpreis im Rahmen der Initiative „Für mich. Für uns. Für alle“ ausgeschrieben. Das Motto lautete dieses Mal „Sport vor Ort – Engagement, das bewegt“. Gesucht wurden Personen und Projekte, die innovative Sportangebote, Fitness-Events oder Trainingsmöglichkeiten organisieren oder anbieten. Dadurch stärken diese Menschen eine wichtige gesellschaftliche Klammer, den Sport. Denn Sport verbindet Männer und Frauen aus den unterschiedlichsten Schichten, Kulturen und Generationen. Eine Eigenschaft, die in Deutschland dieser Tage immer wichtiger wird. Vergeben werden fünf Preise in drei Kategorien.

In der Kategorie U 21 gibt es dieses Jahr zwei Preisträgerinnen, die sich den Preis teilen. Diese Kategorie zeichnet Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 21 Jahren, die sich im Sinne des diesjährigen Mottos ehrenamtlich engagieren, aus. Der erste Preis mit 500 Euro geht je zur Hälfte an Leonie David und Julia Sauer für ihr Projekt „Ferienspiele Sommer & Herbst“.

Leonie David und Julia Sauer, zwei gerade mal 18-jährige Schülerinnen, engagieren sich seit drei Jahren für die Sommer- und Herbstferienspiele des Jügesheimer Sport- und Kulturvereins. Beide organisieren gemeinsam die Ferienspiele. Angefangen als jugendliche Teilnehmerinnen, sind sie jetzt selbst die „Macherinnen“. Sie betreuen und leiten jedes Jahr zwei Wochen Sommerferienspiele und eine Woche Herbstferienspiele, weitgehend eigenverantwortlich. Beide sind als Team unschlagbar, haben sich gut in die Sache eingearbeitet, so dass der Vorstand ihnen trotz ihres jugendlichen Alters volles Vertrauen entgegenbringt. Leonie ist zudem noch als Trainerin tätig. Sie betreut seit fünf Jahren eine Kinder-Tanzgruppe, mit der sie zweimal wöchentlich trainiert. Julia betreut ebenfalls seit fünf Jahren eine Kindergruppe in der Sportart „Rope Skipping“.

In der Kategorie Alltagshelden gibt es dieses Jahr zwei Preisträger. In dieser Kategorie werden Personen sowie Gruppen, Initiativen, Vereine und Unternehmer ausgezeichnet, die sich freiwillig in ihrem Lebensumfeld engagieren.

Der mit 300 Euro dotierte zweite Preis geht an Thomas-Oliver Petzold von der Turnerschaft Klein-Krotzenburg für die Projekte „FIT-KIDSS“ und „Gib uns Talent“. Thomas-Oliver Petzold ist ein Alltagsheld, weil er es ausgezeichnet versteht, Kinder und junge Menschen an den Sport heranzuführen und sie für ein ehrenamtliches Engagement zu begeistern. Mit dem Projekt „FIT-KIDSS“ wird den Kindern in den Grundschulen und der integrativen Kindertagesstätte „Tabaluga“ ein zusätzliches Bewegungsangebot ermöglicht. „Gib uns Dein Talent“ ist eine Initiative von Thomas-Oliver Petzold, mit der er es geschafft hat, junge Menschen für ein Ehrenamt zu gewinnen und zu binden.

Der erste Preis in der Kategorie Alltagshelden, der mit 500 Euro dotiert ist, geht an Karl-Heinz Matzen von der JSK Rodgau. Seit mehr als 18 Jahren setzt sich Karl-Heinz Matzen als helfende Hand für den Verein ein. Er leitet den Wirtschaftsausschuss, verwaltet das gesamte Equipment des Vereins, organisiert Veranstaltungen. Er ist gewissermaßen der ehrenamtliche Hausmeister. Besonders hervorzuheben ist seine Unterstützung für die Geschäftsstelle, indem er täglich die Vereinspost mit dem Fahrrad ausfährt, was für den Verein eine erhebliche Gebühreneinsparung bedeutet. Karl-Heinz Matzen passt wie kein anderer zu unserem diesjährigen Motto: „Sport vor Ort – Engagement, das bewegt.“ Bringt er es mit dem Ausfahren der Vereinspost doch jährlich auf stattliche 2.450 Kilometer.

In der Kategorie „Lebenswerk“ wird ein mit 500 Euro dotierter Preis für langjähriges Engagement an eine einzelne Person vergeben, die seit mindestens 25 Jahren ehrenamtlich tätig ist. Dafür hat die Jury in diesem Jahr einen Menschen ausgewählt, der mittlerweile über 30 Jahre in ehrenamtlichen Funktionen tätig ist. Seit 1988 ist Dieter Ricker Motor und Seele der Turngemeinde Dietesheim.

Hervorgetan hat er sich zunächst als Hauptorganisator der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Vereins im Jahr 1981. Zeitgleich wird Dieter Ricker Organisator des „Internationalen Mühlheimer Volkslaufes“. Bis heute hat er sage und schreibe 38 Läufe mit viel Herzblut auf die Beine gestellt. Ein weiterer Meilenstein seiner ehrenamtlichen Aktivitäten war die Erweiterung der Turnhalle des Vereins um neue Gymnastik- und Sanitärräume sowie um moderne Umkleidekabinen. Ein wichtiges Event im ehrenamtlichen Engagement Dieter Rickers waren außerdem die Feierlichkeiten zum 1.000-jährigen Jubiläum von Dietesheim. Als Hauptorganisator und Ideengeber hat Dieter Ricker das Jubiläum maßgeblich geprägt. Sein Engagement wird daher mit der Verleihung des Deutschen Bürgerpreises in der Kategorie „Lebenswerk“ gewürdigt.