Sprungziele
Seiteninhalt
04.02.2020

Kreis Offenbach stärkt das Ehrenamt

Rund ein Drittel der Bevölkerung im Kreis Offenbach engagiert sich in seiner Freizeit ehrenamtlich in Vereinen, Organisationen und Initiativen. Dabei reicht die Bandbreite von Lesepaten und Elternlotsen im Kindergarten über Eltern in Fördervereinen an Schulen, Unternehmern, die sich in Prüfungsausschüssen einbringen, Besuchsdiensten in Krankenhäusern bis hin zu Aktiven in den Seniorengenossenschaften sowie Trauerbegleitern. „Es gibt eigentlich kein gesellschaftliches Thema, in dem nicht Menschen ehrenamtlich tätig sind“, stellt Landrat Oliver Quilling die besondere Bedeutung des Ehrenamtes heraus. „Beim Thema Ehrenamt denken viele zuerst an den Sportverein, den Gesangsverein und die Feuerwehr. Doch das Ehrenamt ist weitaus facettenreicher. Vieles davon wird in der Öffentlichkeit gar nicht so wahrgenommen. Daher ist es uns auch besonders wichtig, alle diejenigen, die sich einbringen, zu unterstützen.“

Um die freiwillige Arbeit mehr in die Öffentlichkeit zu rücken und einfach Danke zu sagen, zeichnet der Kreis Offenbach regelmäßig Menschen oder Vereinigungen aus, die sich innerhalb des Kreises ehrenamtlich engagieren. Dabei gibt es verschiedene Ebenen – von der Ehrenplakette des Kreises über den Landesehrenbrief bis hin zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Zum Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember wird einigen sehr engagierten Menschen die Medaille für bürgerschaftliches Engagement verliehen. Ein besonderes Dankeschön ist die Ehrenamts-Card (kurz: E-Card), die im Jahr 2003 im Kreis Offenbach pilotiert wurde. Die Inhaberinnen und Inhaber profieren von Vergünstigungen unterschiedlichster Art. Beispiele im Kreis sind freier Eintritt in Museen und Schwimmbäder, Rabatte im Einzelhandel und Ermäßigungen bei Kulturveranstaltungen. Dazu kommen inzwischen landesweit vielfältige Vergünstigungen. Derzeit haben 2.200 Personen im Kreis eine E-Card inne.

Ein wesentlicher Baustein ist auch die Beratung der Vereine und die Schulung von Menschen, die Ämter in Vereinen und Initiativen bekleiden oder übernehmen möchten. „Die Vereinsarbeit hat sich in den letzten Jahren stark verändert“, beschreibt der Landrat die Situation, die oftmals vor Ort herrscht. „Immer neue gesetzliche Regelungen und Verordnungen, ob Datenschutz oder Steuerrecht, sorgen für zusätzliche Arbeit. Gesellschaftliche Umbrüche, wie der demografische Wandel, die Einführung von Ganztagsschulen oder die Individualisierung der Lebensweisen, gehen nicht spurlos an den Vereinen vorbei. Dies erfordert neue Wege, um Mitglieder und ehrenamtlich Tätige zu gewinnen und zu binden. Mit dem Projekt ‚Vereint Aktiv‘ haben wir auf diese Veränderungen reagiert.“ „Vereint Aktiv“ unterstützt die Vereine bei Lösungsansätzen für die künftigen Herausforderungen: von der Gewinnung von Ehrenamtlichen bis zur Fusion von Vereinen, bietet Qualifizierungsprogramme für Vorstandsmitglieder an und gibt Tipps für die Drittmittelakquise.

„Die Ehrenamtlichen leisten unbezahlbare Arbeit“, dankt Landrat Oliver Quilling allen Aktiven. „Dies wird umso deutlicher, wenn wir uns diese Zahlen vor Augen führen: Beispielsweise wurden im Jahr 2018 in den zwölf Seniorenhilfen im Kreis etwa 92.000 Stunden geleistet. Dies entspricht etwa 200 Vollzeitstellen oder einem Geldwert von rund 860.000 Euro auf Basis des Mindestlohns von 9,35 Euro pro Stunde. Bei der Umrechnung der Vorstandsarbeit in den knapp 2.000 registrierten Vereinen und Organisationen auf Basis von sieben Personen, die fünf Stunden pro Woche tätig sind, sind es rund 34 Millionen Euro im Jahr.“

„Ohne das Ehrenamt wäre unsere Gesellschaft um vieles ärmer“, so Landrat Oliver Quilling abschließend. „Die Menschen in den Vereinen und Initiativen machen unseren Kreis erst so lebenswert. Im Clubraum, auf dem Fußballplatz oder im Feuerwehrfahrzeug kommen verschiedene Generationen und Kulturen zusammen. Sie erleben ein Gemeinschaftsgefühl und lernen von den Stärken der jeweils anderen.“