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22.06.2020

Geschenk aus Fernost

Chinesische Partnerstadt Kunming spendet 20.000 Mundschutzmasken

„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ lautet ein deutsches Sprichwort. Die Freunde aus der chinesischen Partnerstadt der Kreisstadt Dietzenbach Kunming nehmen dies wörtlich. Anfang Juni trafen 20.000 Mundschutzmasken in Dietzenbach ein. Dem ging ein früher Austausch zwischen Wang Xiliang, Oberbürgermeister der chinesischen Millionenstadt Kunming und Jürgen Rogg, Bürgermeister der Kreisstadt Dietzenbach über die Infektionswelle mit dem neuartigen Corona-Virus voraus. Aus den Schilderungen vom Februar 2020, dem Beginn der weltweiten Ausbreitung der Infektionswelle, konnte man erahnen, was auf Europa zukommen wird. Von wirksamen Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen war da die Rede. „Ich bin stolz darauf, mit Ihnen in Dietzenbach für das Wohlergehen der Menschen in beiden Städten zusammenzuarbeiten“, heißt es aus Kunming. „Nach dem Sturm wird es einen Regenbogen geben“, schreibt Xiliang in seinem Brief.

Nach dem die erste Infektionswelle in China zurückging und in Europa im April anstieg, sicherte der Oberbürgermeister von Kunming 20.000 zertifizierte Masken für Dietzenbach und die Region zu, und schickte diese auf die lange Reise. Vorgesehen ist der Mund-Nasen-Schutz für Schulen, Kindertagesstätten, Alten- und Pflegeheime, die Volkshochschulen des Kreises und Dietzenbachs, die Arbeiterwohlfahrt, die Dietzenbacher Musikschule und viele weiteren Stellen.

„Wir freuen uns sehr über das Geschenk aus China“, sagt Carsten Müller, Kreisbeigeordneter des Landkreises Offenbach. „Zeigt es doch, dass Freundschaft auch über Tausende von Kilometer hinweg gelebt werden kann. Auch wenn inzwischen immer mehr Masken auf dem deutschen Markt angeboten werden, sind sie dennoch ein rares Gut.“

Bürgermeister Jürgen Rogg und Stadtverordnetenvorsteherin Christel Germer freuen sich ebenfalls über die Spende der Partnerstadt aus Fernost: „Der Austausch in den vergangenen Jahren war auf verschiedenen Ebenen intensiv und freundschaftlich. Dass man in einer solch schwierigen Lage den Kontakt konstant aufrecht erhält, sich gegenseitig über die weltweite Infektionswelle austauscht und letztendlich sogar noch mit notwendigem Material unterstützt wird, zeigt die tiefe Verbundenheit der beiden Städte.“

Norbert Kern, seit Jahren ein Motor der deutsch-chinesischen Beziehungen, kann dem nur beipflichten: „Dieses Geschenk ist umso höher zu bewerten, da wir den chinesischen Freunden nicht helfen konnten, als bei ihnen die Not am größten war.“

Neben der Spende seitens der Stadt Kunming erreichten Dietzenbach in den vergangenen Wochen immer mal wieder kleiner Lieferungen aus China. Diese sind zurückzuführen auf den chinesischen Abenteurer und Extremsportler Fei Bao, der mit Norbert Kern die Städtepartnerschaft vor etwa zehn Jahren vorantrieb. Kern macht deutlich: „Beim Ausbruch des Coronavirus in China fragten sie bei uns an, ob wir ihnen Masken senden können. Aber wir mussten verneinen, weil wir selbst keine hatten. Nachdem das Schlimmste in der Millionenmetropole überstanden war, erinnerten sie sich an unsere Notlage und sendeten uns erste Masken.“

Kunming ist die Hauptstadt der Provinz Yunnan im Süden der Volksrepublik China. Sie wird auch „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt, weil dort das ganze Jahr über relativ milde Temperaturen gemessen werden. Knapp sieben Millionen Menschen leben in der Stadt, die auf dem fast 2.000 Meter hohen Ost-Yunnan-Plateau liegt und sich zunehmend um den Dian-See ausbreitet.

Auch der Kreis Offenbach unterhält eine Partnerschaft mit einer chinesischen Stadt. Liaocheng liegt im Westen der Provinz Shandong und ist einer der Wirtschaftsmotoren der Region. Die Provinz wird durchzogen vom Gelben Fluss und seinen 25 Nebenflüssen, weswegen Liaocheng auch „Venedig im Norden Chinas“ genannt wird. Rund sechs Millionen Menschen leben in der Stadt.

Quelle: Kreisstadt Dietzenbach