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10.11.2020

Kreis Offenbach bietet unbegleiteten Minderjährigen Schutz

Die Bilder von unbegleiteten Minderjährigen, die auf der Flucht auf den griechischen Inseln gestrandet sind, bewegen. Dazu kommt die Dramatik des abgebrannten Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos. Der Kreis Offenbach sowie die Kreiskommunen Dreieich, Egelsbach, Heusenstamm, Neu-Isenburg und Rödermark wollen helfen und zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen.

„Wir können unsere Augen nicht vor der humanitären Katastrophe verschließen“, sagt Kreisbeigeordneter Carsten Müller. „Vielmehr ist es unsere humanitäre Pflicht, den Kindern, die schwerkrank oder alleine und ohne Familie auf der Flucht in Griechenland ausharren, eine Perspektive zu geben. Dabei geht es nicht nur um die medizinische Versorgung, sondern vor allem um ein Leben ohne Hunger und Angst.“

Bereits im April hatten Landrat Oliver Quilling und Kreisbeigeordneter Carsten Müller sich in einem offenen Brief an den Bundessozialminister Hubertus Heil gewandt und die Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Minderjährigen über den Königsteiner Schlüssel hinaus zugesagt. Bislang hat der Kreis Offenbach noch keine Zuweisung von Hilfsbedürftigen seitens des Bundes erhalten.

Bürgermeister Martin Burlon betont: „Dreieich hat in der Vergangenheit geholfen, wir werden es auch jetzt wieder tun. Für Kinder und Jugendliche, die ohne Begleitung auf der Flucht sind, soll Dreieich erneut ein Ort sein, an dem sie ankommen können und willkommen sind.“

Auch die Gemeinde Egelsbach, die im Juli dieses Jahres dem Bündnis „Sichere Häfen“ beigetreten ist, macht sich für die Aufnahme von Flüchtlingen über den Königsteiner Schlüssel hinaus stark. „In Zusammenarbeit mit dem Kreis, in dessen Auftrag die Christliche Flüchtlingshilfe Egelsbach-Erzhausen (CFEE) eine Gemeinschaftsunterkunft im Ort betreibt, sind wir bereit, auch über den verpflichtenden Teil hinaus Menschen in Egelsbach zu integrieren“, bietet Bürgermeister Tobias Wilbrand seine Unterstützung an und verweist dabei auf die über 25-jährige Erfahrung der CFEE.

„Gerne unterstützt die Stadt Heusenstamm das Engagement des Kreises Offenbach und erklärt sich dazu bereit, zusätzlich unbegleitete Minderjährige aufzunehmen. Was auf den griechischen Inseln in dramatischer Weise passiert, mag tausende Kilometer von uns entfernt sein. Aber der Schutz von schwerkranken, elternlosen und traumatisierten Kindern – egal, woher sie kommen – geht uns alle an. So gut wir können, müssen und möchten wir helfen“, sagt Bürgermeister Halil Öztas.

„Die Stadt Neu-Isenburg bekennt sich zu ihrer Verantwortung“, erklärt Bürgermeister Herbert Hunkel. „Wir wollen helfen, auch weil unsere Stadt als Zufluchtsort von Hugenotten gegründet wurde.“

„Wir in Rödermark setzen uns dafür ein, nicht nur Minderjährige aufzunehmen, sondern auch Familien zusammenzuführen. Das betrifft konkret Flüchtlinge in unserer Stadt, deren Angehörige in dem Lager Moria auf Lesbos untergebracht waren“, sagt Bürgermeister Jörg Rotter.

„Die Stadt Neu-Isenburg bekennt sich zu ihrer Verantwortung“, erklärt Bürgermeister Herbert Hunkel. „Wir wollen helfen,  auch weil unsere Stadt als Zufluchtsort von Hugenotten gegründet wurde.“