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10.11.2020

Wechselmodell für die Sekundarstufe II und Berufliche Schulen

Der Kreis Offenbach hat ergänzend zur Stufe 2 „Eingeschränkter Regelbetrieb“ gemäß der Anlage eins des Hygieneplanes 6.0 des Hessischen Kultusministeriums für die Schulen im Kreisgebiet das Wechselmodell für die Sekundarstufe II und die Berufliche Schulen ausgerufen. Spätestens am Montag, 16. November 2020, soll diese Neureglung in Kraft treten und zunächst bis zum Beginn der Weihnachtsferien gelten.

Die seit dem Ende der Herbstferien bestehende Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen reicht nach Ansicht des Kreises in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt nicht aus, um den Schulbetrieb bestmöglich aufrechtzuerhalten. „Wir wollen den Regelbetrieb so gut und so lang wie möglich weiter aufrechterhalten und ein komplettes Schließen der Schulen verhindern“, betont Landrat Oliver Quilling. „Die Schülerinnen und Schüler sollen ihren Anspruch auf Bildung unter Anbetracht der pandemischen Lage wahrnehmen können“, ergänzt die Leiterin des Staatlichen Schulamtes für Stadt und Kreis Offenbach, Susanne Meißner. „Präsenzunterricht soll als wichtigstes Mittel der Lernstoffvermittlung möglich bleiben.“

Die Infektionslage entwickelt sich im Kreis Offenbach äußerst dynamisch. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt meist im dreistelligen Bereich. Der Kreis ist der Stufe 5 (dunkelrot) des Eskalationskonzepts zugeordnet und weist eine der höchsten Infektionszahlen in Hessen aus. Infektionsketten können häufig nicht nachvollzogen werden.

Zentraler Punkt der Neureglung ist das Wechselmodell für die Sekundarstufe II und die beruflichen Schulen. Demnach können die Schulen kleine Gruppen bilden und die Abstände im Klassenraum vergrößern, indem ein Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht durchgeführt wird. Darüber hinaus können zusätzliche Angebote, wie beispielsweise Arbeitsgemeinschaften, ausgesetzt und Pausen gestaffelt werden. Weiterhin ist im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

In Grundschulen sollte möglichst nur noch im festen Klassenverband unterrichtet werden. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist immer zu tragen, wenn sich Lerngruppen dennoch in einzelnen Fächern oder auch in der Nachmittagsbetreuung mischen. Auch Lehrkräfte, die in mehreren Lerngruppen in der Grundschule unterrichten, haben im Unterricht generell eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

In den Sekundarstufen I gilt die bereits bestehende Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Unterricht für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und anderes Personal weiter. Der Unterricht soll möglichst nur im festen Klassenverband organisiert werden. In den Integrierten Gesamtschulen und Förderstufen wird die sogenannte äußere Differenzierung (also auf die Fähigkeiten der Schüler angepasste Lerngruppen aus unterschiedlichen Klassen) durch den eingeschränkten Betrieb aufgehoben. Der Unterricht findet nur noch im festen Klassenverband statt. Innerhalb der Klasse werden die Lehrkräfte stattdessen in ihrer pädagogischen Arbeit auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler eingehen. Lerngruppen sind nur noch für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch in den Jahrgangsstufen neun und zehn vorgesehen, da dort die differenzierte Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen erforderlich ist. Alle Regelungen gelten auch für die entsprechenden Jahrgänge der Förderschulen.

An allen Schulen gilt wie bisher auch schon:

  • Der Sportunterricht darf nur kontaktfrei stattfinden. Unter Wahrung des Mindestabstands und ausreichender Lüftung sowie mit Verwendung der Mund-Nasen-Bedeckung können auch die Umkleiden genutzt werden.
  • Der herkunftssprachliche Unterricht sowie Vorlaufkurse werden ausgesetzt, sofern Schülerinnen und Schüler mehrerer Kindergärten, Schulen oder Jahrgänge gemeinsam unterrichtet werden. Sie werden im Distanzunterricht angeboten.
  • Präsenzveranstaltungen der Schulen außerhalb des Unterrichts sind bis auf Weiteres auszusetzen. Elternabende können unter Einhaltung der notwendigen Hygienemaßnahmen stattfinden.
  • Konferenzen, Arbeitssitzungen et cetera können mit dem entsprechenden Hygienemaßnahmen ebenfalls stattfinden.
  • Im Lehrerzimmer ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.
  • Allen, die eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen, sollen „Maskenpausen“ erhalten.
  • Essenspausen in den Klassenräumen sind möglich, wenn nach sorgfältiger Lüftung ein Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten wird.
  • Ein Gesichtsvisier ist gemäß Verordnung des Landes nicht zulässig.

„Wir wägen gründlich ab, welche Regeln und Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie angemessen, notwendig und begründet sind“, so der Landrat. „In den vergangenen Tagen haben wir viele Rückmeldungen von Eltern, Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern erhalten. Dabei war deutlich festzustellen, dass die Meinungen gespalten sind. Die einen möchten gerne unbedingt weiterhin Präsenzunterricht und die anderen möchten gerne, dass die Schulen geschlossen werden.“