Sprungziele
Seiteninhalt
12.11.2020

»Kunst vor Ort«: Egelsbach findet Zueinander

Künstler Georg Brinkies stellt im Verkehrskreisel eine Skulptur auf

Im Süden von Egelsbach wird im Frühjahr nächsten Jahres in der Mitte des großen Verkehrskreisels eine Skulptur entstehen, die die Verbindung zwischen dem Wohnviertel Bayerseich und dem Rest der Gemeinde stärken soll. Die Jury des Projektes „Kunst vor Ort“ hat unter 25 Bewerbern in einem einstimmigen Votum den Gewinner des Wettbewerbs ausgewählt. Den Zuschlag erhielt der Entwurf des in Neuhaus am Schliersee lebenden Künstlers Georg Brinkies. Er wird für das Rondell eine Skulptur schaffen, die die Einheit der Gemeinde und das Miteinander symbolisiert. „Die Pläne des erfahrenen Künstlers Georg Brinkies haben uns überzeugt und passen hervorragend zum Projekttitel ,Egelsbach verbindet´. In seiner Skulptur steckt viel Philosophie und eine starke Symbolkraft, die die Einheit und das Zueinander der verschiedenen Teile der Gemeinde Egelsbach verkörpert“, sagt Landrat Oliver Quilling, Mitglied der sechsköpfigen Jury.

Georg Brinkies, Jahrgang 1953, absolvierte eine Ausbildung zum Holzbildhauer und studierte an der Kunstakademie München Bildhauerei. Als Künstler arbeitet er seit mehr als 40 Jahren mit Holz und Ton. Der geborene Münchener sagt, er mag keine festen Konzepte im Kopf und auch keine Kunsttheorien. Jeder vom Menschen geschaffene Raum sei ein plastisches Ereignis und menschliche Sprache, in deren Mitte zunächst die schöpferische Idee stehe.

Für sein Kunstwerk im Verkehrskreisel an der Kreuzung Kurt-Schumacher-Ring / Theodor-Heuss-Straße will Brinkies ein Paar drei bis vier Meter hohe Eichenstämme künstlerisch bearbeiten und im Zentrum aufstellen. „Diese werden eine klare, unverwechselbare Einheit bilden“, sagt Georg Brinkies. So soll es eigentlich auch mit dem Teil der Gemeinde nördlich der Theodor-Heuss-Straße und dem südlichen Wohnviertel Bayerseich sein. Doch von vielen Bürgerinnen und Bürgern wird Bayerseich als separater Ortsteil von Egelsbach empfunden. „Zueinander“ ist der Titel des Entwurfes von Brinkies´ hölzerner Skulptur, die er der Jury in seiner Bewerbung als „atmend und lebendig“ beschreibt.

Die geformten Eichenstämme sind zwar fest im Fundament des Verkehrskreisels verankert, doch sie sollen nicht statisch wirken. Durch den wechselnden Blickwinkel der vorbeigehenden oder -fahrenden Betrachterinnen und Betrachter kommen die beiden Stelen in Bewegung und können visuell auch aufeinander zugehen. „Das Zueinander bildet einen Raum, der das Ergebnis ihres Verhältnisses ist. Dieser Raum wird geschützt, denn er ist der Ort der Zukunft, die das Leben als gutes Versprechen weitergibt“, schreibt Georg Brinkies der Jury.

Eine Aufgabe der Künstler des seit 1999 jährlich neu aufgelegten Projektes „Kunst vor Ort“ ist es, die Bevölkerung in den künstlerischen Prozess miteinzubeziehen. Das bedeutet, Georg Brinkies wird die Eichenstämme in Egelsbach mit der Kettensäge sowie Schnitzeisen und Klöpfel bearbeiten und mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. Vorgesehen sind auch Mitmachaktionen, das heißt Kinder und Erwachsene können mit Holz oder Ton plastisch arbeiten. „Durch das Kunstwerk von Georg Brinkies, das je nach Blickrichtung immer anders aussieht, kann Egelsbach noch stärker verbunden werden und näher zueinander finden“, sagt Bürgermeister Tobias Wilbrand.

Der Wettbewerb „Kunst vor Ort“ wird seit mehr als 20 Jahren vom Kreis Offenbach sowie der Sparkasse Langen-Seligenstadt, die die Finanzierung sicherstellt, getragen. Die künstlerischen Werke im öffentlichen Raum sind jeweils mit 15.300 Euro dotiert. Wegen der Corona-Pandemie hat sich die Kunstaktion sowie die Entscheidung der Jury in diesem Jahr verzögert, so dass die Skulptur in Egelsbach erst 2021 realisiert werden kann. „In den Werken des Künstlers Georg Brinkies entdeckt man immer viel Nachdenkliches. Das gilt auch für die sich scheinbar aufeinander zu bewegenden Baumstämme im Verkehrskreisel, die in Egelsbach sicherlich eine große Verbundenheit schaffen“, sagt Landrat Oliver Quilling.