Kreis Offenbach zeichnet weitere ehrenamtliche Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher aus
Der Kreis Offenbach hat erneut ehrenamtliche Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher geschult und sie nach Abschluss einer Qualifizierung ausgezeichnet. Kreisbeigeordneter Alexander Böhn überreichte am Donnerstagmittag zwölf Personen im Kreishaus in Dietzenbach ihre Zertifikate. Das Engagement der Ehrenamtlichen hilft, Sprachbarrieren im Alltag zu überwinden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Kreis Offenbach zu stärken.
„Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher schaffen Verständigung dort, wo Worte fehlen. Sie erleichtern die Kommunikation in Schulen, Kindertagesstätten, Behörden und sozialen Einrichtungen, öffnen Zugänge zu Angeboten und bringen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern miteinander ins Gespräch“, sagte Alexander Böhn bei der Übergabe. „Damit werden Missverständnisse verhindert, Hürden abgebaut und ein respektvolles Miteinander gefördert.“
Die Qualifizierung umfasste insgesamt 24 Stunden an drei Tagen. Die Teilnehmenden wurden zu Themen wie Neutralität sowie Allparteilichkeit geschult, vertieften sprachliche und interkulturelle Kompetenzen und trainierten unterschiedliche Dolmetsch-Techniken. Ein Schwerpunkt lag auf der sogenannten „Dolmetsch-Lehr-Inszenierung“, bei der typische Gesprächssituationen realitätsnah nachgestellt und geprobt werden. Ziel ist es, auf unterschiedliche Einsatzfelder und Situationen vorzubereiten und zugleich Techniken für strukturierte Gespräche sowie den sensiblen Umgang mit nonverbalen Signalen zu vermitteln. Alle Ehrenamtlichen müssen zudem ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und verpflichten sich zur Verschwiegenheit, denn sensible Informationen müssen vertraulich bleiben. Sämtliche Übersetzerinnen und Übersetzer verfügen darüber hinaus mindestens über Sprachkenntnisse auf dem Niveau C2 in ihrer Muttersprache und B1 in Deutsch. Weitere Voraussetzungen sind ein hohes interkulturelles Verständnis und Empathiefähigkeit.
Die Nachfrage nach Unterstützung durch ehrenamtliche Dolmetscherinnen und Dolmetscher ist unverändert hoch. Seit Etablierung des Angebots im vergangenen Jahr melden sich vor allem Kindertagesstätten, Schulen und Migrationsberatungsstellen. Das Feedback zu den Einsätzen fällt durchweg positiv aus.
Mit der aktuellen Gruppe stehen dem Kreis Offenbach nun insgesamt rund 40 qualifizierte Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher zur Verfügung. Abgedeckt werden 26 Sprachen: Albanisch, Amharisch, Arabisch, Berberisch, Bosnisch, Bulgarisch, Chinesisch, Dari, Englisch, Farsi, Französisch, Hindi, Italienisch, Kroatisch, Kurdisch, Marokkanisch, Mazedonisch, Punjabi, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Spanisch, Tigrinya, Türkisch, Ungarisch und Urdu.
„In den 13 Kommunen leben Menschen mit familiären Wurzeln in rund 170 Nationen“, unterstrich Alexander Böhn. „Integration bleibt deshalb eine dauerhafte Aufgabe, die nur mit Verständigung gelingt. Unsere ehrenamtlichen Dolmetscherinnen und Dolmetscher schlagen Brücken, wo Sprache trennt, und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für das Zusammenleben im Kreis Offenbach.“
Menschen, die die Angebote der Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher nutzen oder sich selbst engagieren möchten, erhalten Informationen beim Integrationsbüro des Kreises Offenbach. Ansprechperson ist Ricarda Lange, Telefon 06074 8180-5115, E-Mail r.lange@kreis-offenbach.de. Weitere Informationen gibt es unter www.kreis-offenbach.de/EhrenamtlicheLaiendolmetscher.