Aus Wissen wird Wandel

Schulterschluss zwischen Frankfurt UAS und Kreis Offenbach

Die Frankfurt University of Applied Sciences (kurz: Frankfurt UAS) und der Kreis Offenbach haben sich am Donnerstag bei der Veranstaltung „Wissenschaft trifft Kommunen“ zwei zentralen Zukunftsthemen gewidmet. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter aus der Wissenschaft sowie Fachleute aus den Kommunen des Kreises. Der Austausch fand im Rahmen der strategischen Partnerschaft zwischen dem Kreis Offenbach und der Frankfurt UAS statt.

Im Mittelpunkt stand die gezielte Überführung aktueller Forschungsergebnisse in die kommunale Praxis. Ein weiterer Schwerpunkt war der direkte Dialog zwischen Bürgermeistern, Verwaltungsfachleuten, Wirtschaftsförderung sowie der Hochschule. Dieser Dialog ist die Grundlage für konkrete Ansätze, mit denen die Herausforderungen vor Ort angegangen werden können. Das Treffen auf Gut Neuhof setzte darüber hinaus Impulse für eine nachhaltige und digitale Entwicklung der Städte und Gemeinden im Kreis Offenbach. Dabei richtete sich der Blick vor allem auf tragfähige Lösungen für die kommenden Jahre.

Zum Auftakt begrüßten Professorin Doktorin Susanne Rägle, Vizepräsidentin für Forschung, Transfer und Internationalisierung der Frankfurt UAS, und Landrat Oliver Quilling die Teilnehmenden. Professorin Doktorin Rägle unterstrich dabei den Anspruch der Frankfurt UAS, als praxisorientierte Hochschule eng mit der Region zusammenzuarbeiten und den Wissenstransfer weiter auszubauen. „Der Kreis Offenbach ist für uns ein echter Experimentierraum, in dem wir Forschung und Praxis unmittelbar zusammenbringen können“, erklärte sie.

Oliver Quilling betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des Schulterschlusses von Wissenschaft und Verwaltung. Nur in dieser Verbindung entstünden Lösungen, die den Alltag in den Rathäusern spürbar verbessern, so der Landrat weiter. „Die Frankfurt UAS bringt anwendungsnahe Forschung und starke Projektteams ein. Der Kreis Offenbach und Standort Plus stehen für ein leistungsfähiges Netzwerk, das Themen aufgreift und Impulse weiterträgt. So werden aus Konzepten konkrete Maßnahmen und aus einer Idee gemeinsamer Fortschritt“, machte Quilling deutlich.

Im ersten Fachvortrag zeigte Professor Doktor Tobias Krause von der Frankfurt UAS den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung auf. Er verdeutlichte, wie KI-Anwendungen Abläufe straffen und damit Prozesse effizienter machen. Sie verbesserten Entscheidungsgrundlagen und entlasteten Mitarbeitende. Zugleich wies er darauf hin, dass die Einführung neuer Technologien stets organisatorische Entscheidungen erfordere und ethische Fragen aufwerfe. Letztlich entscheide die Akzeptanz in den Verwaltungen selbst darüber, welche Anwendungen dauerhaft ihren Platz finden und welche nicht. Die kommunale Ebene spiele dabei eine Schlüsselrolle.

Im zweiten Vortrag sprach Professor Doktor-Ingenieur Jan Dieterle über das Thema „Regenerative Kommunen: Klima wandeln – Lebensräume lokal gestalten“. Er erläuterte die klimapolitischen Herausforderungen und bezog sie konkret auf kommunale Handlungsspielräume. Für Dieterle hat die ökologische Fragestellung darüber hinaus stets soziale Dimensionen. Kommunen sollten als resiliente, lernende und regenerative Systeme verstanden werden. Entscheidungen müssten konsequent die natürlichen Gegebenheiten wie Wasser, Boden, Vegetation und Mikroklima einbeziehen. Ebenso sei es erforderlich, dass lokale Gemeinschaften Verantwortung übernehmen und aktiv zur Gestaltung ihrer Umgebung und Lebenswirklichkeit beitragen.

Im Anschluss an die Vorträge kamen alle Teilnehmenden ins Gespräch. Dabei wurde deutlich, dass das Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit groß sei. Besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz und der nachhaltigen Stadtplanung bestehe Potenzial für weitere gemeinsame Projekte im Kreis Offenbach, so die übereinstimmende Meinung. Übergeordnetes Ziel ist es zudem, wissenschaftliche Konzepte ganz konkret im Alltag zu erproben und den Wissenstransfer langfristig zu etablieren.

„Die Veranstaltung ‚Wissenschaft trifft Kommunen‘ machte einmal mehr deutlich, wie fruchtbar die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise und kommunaler Praxis sein kann. Beide Seiten ergänzen sich und leisten einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Region“, so das Fazit von Landrat Oliver Quilling.

Mehr zur strategischen Partnerschaft gibt es unter www.standortplus.de/Wissenschaft-stärkt-Wirtschaft.