Kinderschutz im Sport sichtbar machen

Kreis Offenbach würdigt engagierte Vereine

Prävention entfaltet ihre Wirkung nur, wenn sie strukturell verankert und im Alltag konsequent umgesetzt wird. Das Projekt „Prävention von sexualisierten Grenzverletzungen in Sportvereinen“ wird seit dem Jahr 2019 von pro familia im Auftrag des Kreises Offenbach umgesetzt. Die Finanzierung erfolgt durch das Land Hessen. Zum fünfjährigen Jubiläum hat der Kreis Offenbach deshalb am Donnerstag im Kreistagssitzungssaal des Kreishauses in Dietzenbach Sportvereine ausgezeichnet, die den Schutz von Kindern und Jugendlichen nachweislich stärken. Auf der Veranstaltung „Kindeswohl im Fokus – 5 Jahre Sportprojekt im Kreis Offenbach“ wurden insbesondere Vereine gewürdigt, die im Rahmen des Projekts feste Kindeswohlbeauftragte benannt haben. Weitere Kriterien sind unter anderem ein tragfähiges Kinderschutzkonzept sowie die Teilnahme an fortlaufenden Qualifizierungsmaßnahmen.

„Denn Kinderschutz erfordert klare Regeln und direkte Wege. Vereine, die ihn verbindlich organisieren, schaffen eine Vertrauensbasis und gewährleisten Kindern ein sicheres Umfeld“, betonte Erster Kreisbeigeordneter Carsten Müller vor Ort. Vereinsinterne Workshops, individuelle Beratungen und passgenaue Schulungen bilden das Herzstück des Angebots. Mittlerweile haben knapp 90 Vereine an dem Projekt teilgenommen und Strukturen geschaffen, die auch in schwierigen Situationen Orientierung geben und Handlungssicherheit fördern.

Die Auszeichnungen werden in drei Stufen vergeben. Als Bewertungsgrundlage dienen die formale Verankerung eines Schutzkonzepts, die Benennung und Qualifizierung von Kindeswohlbeauftragten sowie absolvierte interne wie vereinsübergreifende Qualifizierungen oder die Durchführung einer Risikoanalyse. Das Ziel ist, ein verlässliches System zu etablieren, sodass Kinder wirksam geschützt und Verantwortlichen praktische Orientierung an die Hand gegeben wird.

Dabei steht das Projektteam von pro familia, vertreten durch Manfred Menzel und Claudia Kegel, als fachliche Anlaufstelle zur Verfügung. Es begleitet Vereine bei der Entwicklung von Schutzkonzepten; bietet Qualifizierung von Vereinsmitarbeitenden und unterstützt sie bei Fragen zu Risikoanalysen oder dem Vorgehen im Verdachtsfall.

Der präventive Kinder- und Jugendschutz im Bereich Jugendförderung und Frühe Hilfen im Fachdienst Jugend und Familie des Kreises Offenbach begleitet das Projekt kontinuierlich, bündelt Erfahrungen aus der Praxis und gibt gezielte Impulse für Weiterentwicklungen. Dabei wird ein starkes Netzwerk genutzt. In enger Zusammenarbeit mit dem Sportkreis Offenbach und der Sportjugend Hessen ist es gelungen, dauerhaft tragfähige Strukturen in den Vereinen zu etablieren.

Abschließend hob Müller den einfachen Einstieg für interessierte Vereine hervor. „Wer noch kein Konzept hat, erhält konkrete Unterstützung. Das Projektteam begleitet Schritt für Schritt und sorgt dafür, dass aus Leitlinien gelebte Praxis wird.“

Weitere Informationen und Kontaktangebote stehen online unter www.keinmissbrauchimsport.de beziehungsweise unter www.kreis-offenbach.de/Jugendförderung/ bereit.

Urkunden in Gold und Silber bekamen:

Gold

    • S.K.G Rodgau 1888 e.V.
    • Sport-Club Steinberg 1953 e.V.
    • Turn- und Sportvereinigung 1873 e.V. Heusenstamm
    • Turngemeinde 1910 e.V. Zellhausen
    • VFS Rödermark e.V.

Silber

    • Mühlheimer Ruderverein von 1911 e.V.
    • MTV Urberach e.V.
    • TC-Rot-Weiß Sprendlingen e.V.
    • Turnerschaft Ober-Roden 1895 e.V.
    • Schützenclub „Gamsbock“ Nieder-Roden Rollwald e.V. 1954
    • Sportfreunde Rodgau 1911 e.V.
    • Sport- und Sänger-Gemeinschaft Langen 1889 e.V.
    • Sprendlinger Turngemeinde 1848 e.V.