Kreis Offenbach setzt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Der Kreis Offenbach beteiligt sich erneut an der Kampagne „Orange the World“ und wird in der Zeit vom 25. November bis 10. Dezember 2025 Flagge zeigen, um das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Mit der von den Vereinten Nationen initiierten und vom Verein UN Women Deutschland umgesetzten Aktion soll die Gesellschaft für das Thema sensibilisiert werden. Start und Ende der Aktion sind nicht zufällig gewählt, sondern markante Punkte. Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, der 10. Dezember gilt als der Tag der Menschenrechte, an dem die Vereinten Nationen daran erinnern, dass diese Rechte weltweit immer wieder verletzt werden.

Während der 16-tägigen Aktion taucht das Foyer des Kreishauses abends in orangefarbenes Licht ein. Außerdem wird die Kampagnenflagge, die auch das Kreislogo trägt, durchgehend gehisst. Ergänzend werden in den vier Aufgängen des Verwaltungsgebäudes Plakate und Tafeln auf das Thema vertiefend eingehen. „Die Botschaft ist klar: Keine Gewalt gegen Mädchen und Frauen! Der Kampf gegen Übergriffe, die Stärkung der Präventionsarbeit sowie der Ausbau der Hilfsangebote für Betroffene ist eine permanente Aufgabe, zu der auch Aufklärungsarbeit gehört. Es muss jeder und jedem klar werden, dass das Thema kein individuelles Problem ist, sondern uns alle angeht“, sagt Landrat Oliver Quilling. Mit der Teilnahme an der Kampagne bringt der Kreis zudem seine Solidarität mit den Opfern zum Ausdruck.

Gewalt gehört laut der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den größten Gesundheitsrisiken von Frauen. UN Women Deutschland geht davon aus, dass in der Bundesrepublik jede dritte Frau – unabhängig von Alter, sozialem Status und Herkunft – mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt erfährt. Auch die am Freitag veröffentlichten Zahlen des Bundeskriminalamts zeichnen ein düsteres Bild: Aus den Bundeslagebildern „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ und „Häusliche Gewalt“ geht hervor, dass die Straftaten in 2024 weiter zugenommen haben. 308 Frauen und Mädchen wurden im Kontext von Partnerschaftsgewalt Opfer von Tötungsdelikten. Es gab 53.451 weibliche Opfer von Sexualdelikten, ein Plus von 2,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Knapp die Hälfte von ihnen war zum Tatzeitpunkt minderjährig. Um ganze sechs Prozent sind die Zahlen digitaler Gewalt gestiegen: 18.224 Frauen und Mädchen wurden also Opfer von zum Beispiel Cyberstalking und Online-Bedrohungen. Bei den Fällen häuslicher Gewalt sind über 70 Prozent der Opfer weiblich: im vergangenen Jahr waren es demnach 187.128 Frauen und Mädchen – 3,5 Prozent mehr als noch 2023.

Hilfe finden Betroffene im Kreis Offenbach unter anderem bei der Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen Kreis Offenbach e.V.“ unter der Telefonnummer 06106 3111 sowie über die Internetseite www.frauenhelfenfrauen-kreisof.de. Das Frauenhaus im Kreis ist darüber hinaus durchgehend unter 06106 13360 erreichbar. Auch das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ steht unter der Telefonnummer 116 016 zur Verfügung. Nähere Informationen sind unter www.kreis-offenbach.de/häusliche-gewalt und www.unwomen.de/orange-the-world abrufbar, die aktuellen Lagebilder unter www.bka.de.