2025 – Jahr des Schulbaus
Jahresrückblick des Kreises Offenbach
Ein Jahreswechsel bietet immer gute Gelegenheit Rückschau zu halten und Bilanz zu ziehen. „Die vergangenen zwölf Monate standen ganz im Zeichen des Schulbaus“, so Landrat Oliver Quilling, Erster Kreisbeigeordneter Carsten Müller und Kreisbeigeordneter Alexander Böhn. „Hinzu kommen gute Zahlen für unseren Kreis.“
Zahlen & Fakten
Zu Beginn des Jahres lebten 358.022 Menschen in den 13 Kommunen, davon sind 5,7 Prozent unter sechs Jahre (20.566), 9,1 Prozent zwischen sechs und 15 Jahren (32.401) und 21,9 Prozent älter als 65 Jahre (78.384). In der PROGNOS-Studie „Zukunftsatlas 2025“ belegt der Kreis Offenbach aktuell Rang 39 aller 400 deutschen Kreise und kreisfreien Städte. Er verbessert damit seine Wettbewerbsstärke im bundesweiten Vergleich nicht nur gegenüber der letzten Analyse aus dem Jahr 2022 um neun Plätze, sondern steigt auch aus der „Zukunftsklasse 3“ in die „Zukunftsklasse 2“ auf, die ihm „sehr hohe Zukunftschancen“ bescheinigt. Die Forscherinnen und Forscher der PROGNOS AG bewerten im Drei-Jahres-Rhythmus Zukunftschancen und -risiken anhand ausgewählter makro- und sozioökonomischer Indikatoren und machen dadurch regionale Entwicklungen sichtbar.
Investitionen in den Schulbau
Der Kreis Offenbach ist der zweitgrößte Schulträger in Hessen und investiert Jahr für Jahr den Großteil seiner Mittel in den Ausbau der verschiedenen Bildungseinrichtungen. Im Jahr 2025 flossen 50 Millionen Euro in den Schulbau, denn der Kreis Offenbach will weiterhin Schulstandort Nummer eins in Hessen bleiben. Die einzelnen Maßnahmen:
-
- Astrid-Lindgren-Schule in Dietzenbach, Wingertschule in Dreieich-Offenthal, Albert-Einstein-Schule in Langen und Friedrich-Ebert-Schule in Mühlheim: Klassenanlagen sind im Betrieb (knapp 1,6 Millionen Euro)
- Gerhart-Hauptmann-Schule und die Max-Eyth-Schule in Dreieich-Sprendlingen: Reaktivierung „Haus 2“ (rund 1,9 Millionen Euro)
- Matthias-Claudius-Schule in Heusenstamm–Rembrücken, Goetheschule in Mühlheim, Ludwig-Uhland-Schule in Neu-Isenburg–Gravenbruch, Hermann-Hesse-Schule in Obertshausen und Wilhelm-Busch-Schule in Rodgau-Jügesheim: Holzmodulbauten sind im Betrieb (etwa 10,9 Millionen Euro)
- Waldschule in Obertshausen–Hausen: Richtfest für die Erweiterung (rund 15,6 Millionen Euro, davon trägt die Stadt Obertshausen 3,5 Millionen Euro für die Betreuung)
- Dependance Breidert der Trinkbornschule in Rödermark–Ober-Roden: kurz vor der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts des Neubaus (rund 30,5 Millionen Euro, davon trägt die Stadt Rödermark 4,5 Millionen Euro für die Betreuung)
- Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Mühlheim: Erweiterung (etwa 9,6 Millionen Euro)
- Goetheschule in Neu-Isenburg: Spatenstich für die Erweiterung (rund 15 Millionen Euro)
- Sterntalerschule in Dietzenbach: Spatenstich für die Erweiterung (rund 25,6 Millionen Euro, davon trägt die Stadt Dietzenbach rund 3,5 Millionen Euro für die Betreuung)
- Ludwig-Uhland-Schule in Neu-Isenburg–Gravenbruch: Auftakt für die Erweiterung (rund 2,8 Millionen Euro)
- Albert-Einstein-Schule in Langen: Fertigstellung einer Interimsanlage (rund 1,5 Millionen Euro)
- Sechste Grundschule in Langen: Spatenstich für den Neubau (rund 30,6 Millionen Euro, davon übernimmt die Stadt Langen knapp 4,3 Millionen für die Betreuung)
- Gerhart-Hauptmann-Schule in Dreieich–Sprendlingen: Spatenstich für die Erweiterung (rund 17 Millionen Euro, davon trägt die Stadt Dreieich 2,4 Millionen Euro für die Betreuung)
- des Adolf-Reichwein-Gymnasiums in Heusenstamm: Beschluss des Kreistages für die Erweiterung (etwa 21,7 Millionen Euro)
- Albert-Schweitzer-Schule in Neu-Isenburg: Fertigstellung des Interimsgebäudes (etwa 12,1 Millionen Euro)
Finanzen
Das Thema Kreishaushalt beschäftigte die Verantwortlichen in diesem Jahr gleich zwei Mal. Im Februar erst wurde der Haushalt für das laufende Jahr eingebracht. Aufgrund zahlreicher Unwägbarkeiten war dies notwendig. Der Haushalt mit einem Gesamtvolumen von knapp einer Milliarde Euro war geprägt von einem großen Delta zwischen den Einnahmen und Ausgaben für die Transferleistungen sowie einem nur noch marginalen Anteil an freiwilligen Leistungen in Höhe von 0,28 Prozent. Die Kreisumlage für 2025 musste um 3,5 Prozentpunkte erhöht werden. Im März verfassten der Kreis und die 13 Kommunen eine Resolution zur Finanzlage: „Es ist fünf nach zwölf: Wer bestellt, muss bezahlen“. Sie richten diese an die neue Bundesregierung sowie das Land Hessen.
Anfang Dezember wurde der Haushalt für das Jahr 2026 eingebracht. Kalkuliert ist eine gleichbleibende Umlage für die Kommunen in Höhe von 58,79 Prozentpunkte, wobei eine Verschiebung zwischen Kreisumlage und bedarfsorientierter Schulumlage erfolgt. Eine geringfügige Anpassung nach unten soll während der Aktualisierung vor der Beschlussfassung erfolgen. Der Kreis rechnet im Ergebnishaushalt mit ordentlichen Erträgen in Höhe von 975,2 Millionen Euro. Bei den ordentlichen Aufwendungen werden 998,2 Millionen Euro kalkuliert. Insgesamt ergibt sich ein Defizit im Ergebnishaushalt in Höhe von etwa 24,1 Millionen Euro. Ausgeglichen werden kann dieses Defizit durch bestehende ordentliche Rücklagen aus Vorjahren. Im investiven Bereich stehen Einzahlungen in Höhe von knapp 8,6 Millionen Euro Auszahlungen in Höhe von 99,3 Millionen Euro gegenüber. Daraus folgt eine Neuaufnahme von investiven Krediten in Höhe von 90,9 Millionen Euro.
Sicherheit & Bevölkerungsschutz
Der Bevölkerungsschutz hat aufgrund der veränderten Weltlage eine neue Bedeutung gewonnen. Im Mai hat der Kreis eine Stabsstelle Bevölkerungsschutz eingerichtet und mit Hauptmann a. D. Nils Kraft einen Experten gefunden. Zusätzlich wird wieder vermehrt die Funktionstüchtigkeit der Sirenen getestet. In zwei Übungen haben zahlreiche ehren- und hauptamtliche Einsatzkräfte den Ernstfall geübt – im April wurde ein Waldbrand zwischen Rödermark und Dietzenbach bekämpft und im Oktober folgte das Szenario Flugzeugabsturz bei Neu-Isenburg.
Der Kreistag hat den Neubau eines Verwaltungs- und Funktionsgebäudes am Standort des Gefahrenabwehr- und Gesundheitszentrums in Dietzenbach beschlossen. Für rund 25 Millionen Euro entstehen moderne Arbeitsplätze für das Gesundheitsamt, den Vorbeugenden Brandschutz, den Fachdienst Veterinärwesen und lebensmittelrechtlicher Verbraucherschutz sowie die Leitstelle und den Arbeitsmedizinischen Dienst des Eigenbetriebs Rettungsdienst Kreis Offenbach (kurz: ERD). Ebenfalls wird Platz für die Rettungsdienstschule sowie eine Fahrzeughalle für die Gefahrenabwehr eingeplant. Um auf dem Gelände an der Gottlieb-Daimler-Straße bauen zu können, mussten die Verwaltungseinheiten seit Herbst interimsweise an anderen Standorten untergebracht werden. Für die Interimslösungen sind etwa 4,1 Millionen Euro vorgesehen.
Im Juni wurde die neue Rettungswache in Mühlheim fertiggestellt. Der Eigenbetrieb Rettungsdienst des Kreises Offenbach hat rund 2,1 Millionen Euro in den Neubau investiert. In der Anton-Dey-Straße ist das Team des Deutschen Roten Kreuzes stationiert. Marco Bauer ist seit Herbst der neue Leiter des Fachdienstes Brand- und Katastrophenschutz und zudem hauptamtlicher Kreisbrandinspektor. Die Jugendverkehrsschule hat ein neues Fahrzeug erhalten. Dieses löst das bisherige Fahrzeug nach 15 Dienstjahren ab. Der Kreis Offenbach hat etwa 45.000 Euro in das neue Fahrzeug investiert. Rund 15.000 Euro hat das Land Hessen bezuschusst. Die Verkehrswacht Offenbach hat circa 2.000 Euro für die Beschriftung übernommen.
Gesundheit
Im Mai wurde das Gesundheitsamt, das im Kreis Offenbach Fachdienst Gesundheit heißt, aus dem Fachdienst Gefahrenabwehr- und Gesundheitszentrum herausgelöst. Die Leitung hat Dr. med. Katrin Steul übernommen.
Der Kampf gegen die Entstehung und Ausbreitung von Multiresistenten Erregern (kurz: MRE) ist in medizinischen Einrichtungen von ganz großer Bedeutung. Vor 15 Jahren wurde das MRE-Netz Rhein-Main gegründet, um Krankenhäuser, Altenpflegeheime, Praxen und medizinische Dienstleister dabei zu unterstützen. Das Qualitäts-Siegel ist ein sichtbares Zeichen für den permanenten Einsatz gegen die sogenannten Krankenhauskeime, die die kooperierenden Einrichtungen effektiv eindämmen wollen. Ziel ist es, die Weiterverbreitung dieser Erreger zu verhindern. Im Juni haben 22 Einrichtungen aus dem Kreis Offenbach das Hygiene-Siegel des MRE-Netzes Rhein-Main, das drei Jahre Gültigkeit hat, erhalten. Eine dieser Einrichtungen ist auch der ERD. Die Voraushelfer haben seit Start des Projektes im Mai 2024 28 Personen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erfolgreich reanimiert, so dass diese nach einem Herz-Kreislaufstillstand ins Krankenhaus gebracht werden konnten.
Älter werden
Der demografische Wandel stellt Kommunen vor zahlreiche Aufgaben: Teilhabechancen im Alter zu sichern, soziale Ungleichheiten abzubauen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein gutes Leben auch bei begrenzten Ressourcen ermöglichen. Im Herbst wurde der neunte Altersbericht der Bundesregierung im Kreis Offenbach vorgestellt. Dieser unterstreicht die große Vielfalt der Lebenslagen älterer Menschen und verweist zugleich auf ungleiche Chancen gesellschaftlicher Teilhabe, die zum Beispiel durch Altersdiskriminierung – auch Ageismus genannt – entstehen. Die Verfasser des Berichts empfehlen eine ressortübergreifende Politik, die die Bereiche Wohnen, Erwerbsarbeit, Sorgearbeit, Gesundheit, Sozialraum und soziale Eingebundenheit gemeinsam in den Blick nimmt und gezielt gegen Benachteiligung im Alter vorgeht.
Der Kreis Offenbach stellt sich den Herausforderungen des demografischen Wandels und setzt ein deutliches Zeichen für mehr Nähe, Prävention und Unterstützung im Alter. „Gemeindepflege“ heißt das neue Angebot des Kreises Offenbach, speziell für ältere Menschen. Ziel ist es, deren Lebensqualität zu stärken und ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten. Das Projekt Gemeindepflege ist ein quartiersnahes Unterstützungsangebot für ältere Menschen. Dieses wird durch das Land Hessen gefördert und ist derzeit bis Dezember 2026 befristet. Miriam Mauthe ist als Gemeindepflegerin in Hainburg und Heusenstamm erste Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um soziale, gesundheitliche und pflegerische Themen – von der Organisation des Alltags über den Kontakt zu Ärztinnen und Ärzten bis hin zur Vermittlung passender Unterstützungsangebote.
Ende November wurden die Zertifikate für die abgeschlossene Basisqualifikation „Alltagsbegleitung für Menschen mit Pflegebedarf“ überreicht. Insgesamt nahmen 22 Personen an der Schulung teil und absolvierten diese erfolgreich. Die Basisqualifikation befähigt zur Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Pflegebedarf sowie deren Familien im Alltag. Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten und pflegende Angehörige zu entlasten. Die Hilfe erfolgt bei alltäglichen Aktivitäten im häuslichen Umfeld sowie bei Wegen außer Haus. Die gesetzliche Grundlage bildet die Pflegeunterstützungsverordnung, nach der Leistungen der Alltagsbegleitung über die Pflegekasse abgerechnet werden können.
Kinder & Jugend
Die Stadt Dietzenbach erhielt 550.000 Euro für den Erweiterungsbau der Kindertagesstätte 12 sowie die Neugestaltung der Außenanlage der Kindertagesstätte 5 aus dem Landesinvestitionsprogramm „Kinderbetreuung“ 2021-2023. Aus dem gleichen Programm gingen rund 860.000 Euro an die Stadt Langen. Diese sind für die Kindertagesstätten Zauberburg, Am Steinberg und Waldkitz zweckgebunden.
Zwölf junge Menschen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren aus Südkorea, Taiwan, Kenia, Mexiko, Italien, Dänemark und Spanien haben im Sommer auf dem Aktivspielplatz Wilde Wiese in Dietzenbach am internationalen Workcamp teilgenommen. Zwei Wochen lang haben sie sich in verschiedenen Projekten auf dem Gelände am Stiergraben eingebracht und gemeinsam ein Zeichen für gelebte interkulturelle Zusammenarbeit gesetzt.
Der Start in die Schule ist ein entscheidender Meilenstein – doch immer mehr Kinder stehen dabei vor großen Herausforderungen. Schwierigkeiten beim Knüpfen von Freundschaften, beim Einhalten von Regeln oder im Umgang mit Frustration führen etwa dazu, dass sie sich in ihrer neuen Umgebung nicht wohlfühlen. Als Folge können sie ihr Potenzial oft nicht vollständig entfalten. Um dem entgegenzuwirken, hat der Kreis Offenbach eine Kooperation mit dem Präventionsanbieter Papilio gestartet. Ziel des Pilotprojekts ist es, Kinder beim Übergang gezielt zu unterstützen, ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen zu stärken und die Zusammenarbeit von Schulen und Kindertagesstätten nachhaltig zu verbessern. Die Schlüsselrolle übernehmen Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendsozialarbeit an Schulen (kurz KiJaS), die die wachsenden Probleme vor Ort miterleben. Zu den zentralen Bausteinen des Projekts „Papilio 6bis9 im Kreis Offenbach“ zählt die kindzentrierte Fortbildung der KiJaS-Fachkräfte. Die ersten Module sind im Juni mit Beschäftigten, die an insgesamt zwölf Grundschulen in Dietzenbach, Dreieich, Hainburg, Mühlheim, Obertshausen, Rodgau und Seligenstadt eingesetzt sind, gestartet.
Eine wirksame Begleitung von Eltern in schwierigen Lebenslagen eröffnet Kindern faire Startchancen. Wenn junge Familien in belastenden Lebenslagen früh und konkret unterstützt werden, steigen Bildungserfolg und Teilhabe. Das ist ein wichtiger Aspekt, der unsere freiheitliche Gesellschaft trägt. Genau an dieser Stelle setzt das Modellprojekt „ElternChanceN – Mit Elternbegleitung Familien stärken“ an. Ende August begann mit erweiterten Angeboten und Maßnahmen der Start der zweiten Förderphase, die bis Ende Mai 2028 läuft. Zielgruppe sind nach wie vor Familien aus dem Dietzenbacher Spessartviertel. Im Alltag setzt „ElternChanceN“ auf niedrigschwellige Ansprache, individuelle Beratung und passgenaue Angebote. Bewährte Formate wie das Elterncafé, Vorlesestunden, Bewegungsangebote, Ausflüge und der enge Austausch mit den Elternteilen, die die Angebote nutzen, werden fortgeführt.
Beim Wettbewerb „Schulradeln 2025” wurden die besten Teams im Kreisranking sowie Beiträge in der Kategorie „Beste Fahrradaktion” prämiert. Im Kreisranking verteidigte die Carl-Orff-Schule mit 30.691 gefahrenen Kilometern und 335 aktiven Radlerinnen und Radlern ihren ersten Platz aus dem Vorjahr. Den zweiten Rang erreichte die Einhardschule in Seligenstadt gefolgt von der Georg-Büchner-Schule in Rodgau–Jügesheim. In der Sonderwertung „Beste Fahrradaktion” überzeugten die Albert-Einstein-Schule in Langen mit einem eigens produzierten Fahrrad-Rap, die Goetheschule in Neu-Isenburg mit einem erlebnisreichen Fahrrad-Aktionstag und die Konrad-Adenauer-Schule in Seligenstadt mit der Fahrrad-AG, die ein starkes Zeichen für soziale Teilhabe setzt. Erfolgreich waren auch Schülerinnen und Schüler vom Adolf-Reichwein-Gymnasium in Heusenstamm, der Goetheschule in Neu-Isenburg und der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in Rödermark – Ober-Roden beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“.
Klimaschutz & Umwelt
Seit 2022 ist der Kreis Offenbach Teil des hessischen Bündnisses der Klima-Kommunen. Fragen des Klimaschutzes und der CO₂-Bilanz gewinnen zudem immer weiter an Bedeutung. Mitte Mai hat Johannes Lotz seine Tätigkeit als Klimaschutzmanager in der Kreisverwaltung aufgenommen. Die Stelle wird zunächst für zwei Jahre im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) aus Mitteln des Klima- und Transformationsfonds des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Ziel ist es, den Klimaschutz auf kommunaler Ebene strategisch weiterzuentwickeln, Maßnahmen zu bündeln und neue Projekte anzustoßen.
Zum 1. September 2025 hat Marion Buley die Geschäftsführung des Landschaftspflegeverbandes Kreis Offenbach e.V. übernommen. Gleichzeitig wurde die Geschäftsstelle in der Carl-Zeiss-Straße 35 in Rödermark–Ober-Roden bezogen.
Mitglieder der „StreuObstCoOp-Rodgau“ haben im November auf dem Festplatz in Rodgauer Stadtteil Nieder-Roden 70 vom Kreis Offenbach bereitgestellte Obstbäume entgegengenommen. Unter anderem wurden Apfel-, Zwetschgen-, Birnen-, Quitten- und Kirschbäume kostenlos ausgehändigt, ergänzt um klimatisch angepasste Wildobstgehölze wie Walnuss, Mispel, Elsbeere, Maulbeere und Speierling. Ziel der Verteilung ist es, die genetische Vielfalt zu fördern, alte Sorten zu bewahren und ein lebendiges Stück Kulturlandschaft zu erhalten, das in der Region tief verwurzelt ist.
Mobilität
Die Regionaltangente West (kurz: RTW) macht sichtbar Fortschritte im Kreisgebiet. Der Tunnel bei Neu-Isenburg nimmt Gestalt an. Eine Erfolgsgeschichte ist auch der Hopper. Das On-Demand-Shuttle wird ständig optimiert und das Angebot an das bestehende ÖPNV-Netz angepasst.
Der Kreis Offenbach hat die Überarbeitung der Beschilderung des kompletten Radwegenetzes gestartet. Ziel ist es, die Orientierung für Radfahrende zu verbessern und die Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen. Auf dem rund 520 Kilometer langen Radwegesystem stehen etwa 5.600 Einzelschilder.
Radschnellwege, innerörtliche Fahrradstraßen und sogenannte „Protected-Bike-Lanes“ waren die zentralen Punkte auf der achten Radtour durch den Kreis Offenbach. Rund 30 Teilnehmende aus Politik, Verwaltung und Verkehrsgesellschaften erlebten neuralgische Punkte und gelungene Maßnahmen auf der rund 30 Kilometer langen Tour von Neu-Isenburg über Gravenbruch, Heusenstamm und Offenbach nach Mühlheim aus dem Sattel heraus.
Apropos Sattel – zahlreiche Sportlerinnen und Sportler nutzen das Rad, um zum Sport zu kommen oder sogar für den Sport selbst. Wie durch die kurzen Fahrten zur Turnhalle, zum Schwimmbad oder zum Sportplatz Immissionen eingespart werden können, stand im Fokus des 15. Mobilitätsforums des Kreises Offenbach.
Wirtschaft
Der Kreis Offenbach behauptet auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten seine starke Position. Der Wirtschaftsförderbericht 2023/2024, der in diesem Jahr vorgelegt wurde, belegt, dass sich zentrale Kennzahlen im Zweijahreszeitraum positiv entwickelt oder stabilisiert haben. Die Arbeitslosenquote stieg während des betrachteten Zeitraums leicht an: Lag der Jahresdurchschnitt 2022 noch bei 4,6 Prozent, so erhöhte er sich 2023 auf 4,8 Prozent und 2024 auf 5,1 Prozent. Parallel dazu entwickelte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten jedoch äußerst positiv: 2023 waren 136.779 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 2024 stieg diese Zahl auf 138.088. Im Vergleich zu 2020 bedeutet dies einen Zuwachs von 10.813 Personen beziehungsweise ein Plus von 8,5 Prozent. 109.515 Einpendler stehen in den 13 Kommunen 122.437 Auspendlern gegenüber. Ein starker Mittelstand bleibt das Rückgrat der regionalen Wirtschaft. Während die Zahl der IHK-zugehörigen Unternehmen im Kreis von 26.462 in 2023 auf 26.648 in 2024 stieg, sank die Anzahl der in der Handwerksrolle eingetragenen Betriebe von 4.684 im Jahr 2023 auf 4.671 in 2024. Ein besonderes Ausrufezeichen setzte der Kreis Offenbach im NUI-Regionenranking 2023/2022 des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn. Mit einem herausragenden Platz acht unter allen 400 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten zählt er zu den gründungsstärksten Standorten bundesweit. Hessenweit sicherte er sich sogar die Spitzenposition unter den Landkreisen. Der NUI-Indikator des Kreises Offenbach lag mit 186,8 deutlich über dem Bundesdurchschnitt (131,3) und unterstreicht die hohe Dynamik und Innovationskraft im lokalen Unternehmertum.
Der Zugang internationaler Talente zum deutschen Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Faktor im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Wie er besonders schnell und effizient gelingen kann, hat sich Staatssekretärin Manuela Strube vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales im Juli in der Kreisverwaltung Offenbach angeschaut. Im Fachdienst Ausländerangelegenheiten informierte sie sich über die „Fast Lane Fachkräfte“. Dies ist ebenso ein Beitrag zum Abbau von Bürokratie wie die vollständige Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens, die bereits seit 2019 genutzt wird. In diesem Jahr verzeichnet der Kreis Rekordeinnahmen bei den Bauaufsichtsgebühren – 8,5 Millionen Euro sind eingenommen, geplant waren sieben Millionen Euro.
Bei der diesjährigen Verleihung des Qualitätssiegels „Hessen à la carte“ wurde ein Betrieb aus dem Kreis Offenbach ausgezeichnet. Das Gasthaus Zum Löwen „Mortsche“ in Rödermark – Ober-Roden hat als eines von 47 Restaurants in ganz Hessen die Zertifizierung erhalten.
Partnerschaften
Im April besuchte eine kleine Delegation aus dem Kreis Offenbach die ukrainische Partnerstadt Berehowe. Offiziell übergeben wurde ein Kanalreinigungswagen. Das Spezialfahrzeug wurde im November 2024 durch den Kreis erworben und Ende Februar 2025 nach Berehowe überführt. Es unterstützt die Kommune dabei, ihre Abwasserinfrastruktur instand zu halten. Ende September ging es zum Besuch des Städtefestes erneut in die Westukraine. Bei Gesprächen auch mit den weiteren Partnerstädten von Berehowe stand der direkte Austausch zu Infrastrukturfragen und Zivilschutz auf der Agenda.
Anfang September war eine Delegation aus dem polnischen Partnerkreis Powiat Radomsko im Kreis Offenbach zu Gast. Im Zuge dessen unterzeichneten Landrat Oliver Quilling und sein polnischer Amtskollege Łukasz Więcek eine Erklärung, mit der beide Kreise ihre bestehende Partnerschaft erneuern und gezielt um die Themen Gesundheit und Soziales erweitern. Der Austausch soll künftig noch stärker praxisbezogen erfolgen. Geplant sind unter anderem gegenseitige Besuche von Fachkräften, Einblicke in kommunale Einrichtungen sowie der systematische Transfer von Erfahrungen, beispielsweise in den Bereichen soziale Hilfe, Pflegefamilien und Unterstützung von Seniorinnen und Senioren in ihrem Lebensumfeld.
Kultur
Auch in diesem Jahr gab es wieder ein umfangreiches Kulturprogramm im Kreis Offenbach, das vom Kultursommer Südhessen und vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain unterstützt wurde. Der Kreis Offenbach hat im vergangenen Jahr den Beitritt zum Kulturfonds Frankfurt RheinMain beschlossen und dieser Schritt zahlt sich bereits spürbar für die Kulturszene in der Region aus. Zwei neue Gemeinschaftsanträge für Projektreihen – einerseits das Thema „Kunst der Freiheit – Freiheit der Künste“ und andererseits „Jazz und mehr 2025“ – wurden beispielsweise bewilligt. Insgesamt standen rund 100.000 Euro an Fördermitteln aus dem Kulturfond zur Verfügung, um kulturelle Veranstaltungen in Jahr 2025 zu ermöglichen.
Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten zu „1.250 Jahre Mainflingen“ ist im Juni auf dem Verkehrskreisel zwischen der Geschwister-Scholl-Straße, der Klein-Welzheimer Straße und dem Erwin-Grimm-Ring das Kunstwerk „Der Schimmel – ein Wappentier mit Mainhäuser Geschichte“ enthüllt worden. Es ist Teil der Reihe „Kunst vor Ort“, die seit 1999 im Kreis Offenbach zeitgenössische Kunst in den öffentlichen Raum bringt.
Sport
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Sportkreis Offenbach 3.925 Sportabzeichen verliehen, darunter 18 an Menschen mit Behinderung. 25 Personen erhielten eine Urkunde des Deutschen Olympischen Sportbundes und des Landessportbundes Hessen für ihre vielfache Teilnahme an der Sportabzeichenprüfung.
Der Kreis Offenbach unterstützt Vereine beim Bau oder der Sanierung der vereinseigenen Sportstätten. Insgesamt wurden Förderbescheide über ein Gesamtvolumen von rund 154.000 Euro an 18 Vereine überreicht.
Das Projekt „Prävention von sexualisierten Grenzverletzungen in Sportvereinen“ wird seit dem Jahr 2019 von pro familia im Auftrag des Kreises Offenbach umgesetzt. Die Finanzierung erfolgt durch das Land Hessen. Zum fünfjährigen Jubiläum hat der Kreis Offenbach Sportvereine ausgezeichnet, die den Schutz von Kindern und Jugendlichen nachweislich stärken. Auf der Veranstaltung „Kindeswohl im Fokus – 5 Jahre Sportprojekt im Kreis Offenbach“ wurden insbesondere Vereine gewürdigt, die im Rahmen des Projekts feste Kindeswohlbeauftragte benannt haben. Weitere Kriterien sind unter anderem ein tragfähiges Kinderschutzkonzept sowie die Teilnahme an fortlaufenden Qualifizierungsmaßnahmen. Es gab fünf Mal Gold und acht Mal Silber.
Ehrenamtliches Engagement
Ehrenamtliche Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher tragen dazu bei, Sprachbarrieren im Alltag zu überwinden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Anfang des Jahres haben 16 Personen die Qualifikation erfolgreich abgeschlossen, im Herbst haben weitere zwölf Personen ihre Zertifikate erhalten.
Im Mai fanden erstmals Vereinsaktionswochen statt. Zahlreiche Veranstaltungen luden zum Mitmachen, Zuschauen und Kennenlernen ein.
Stadt und Kreis Offenbach haben im September im Winterrefektorium des RegioMuseums in Seligenstadt verdiente Züchterinnen und Züchter sowie erfolgreiche Hundesportlerinnen und Hundesportler ausgezeichnet. Insgesamt 123 Personen aus Vereinen in Stadt und Kreis Offenbach oder der Umgebung haben in den fünf Bereichen Hundesport, Rassekaninchenzucht sowie Brieftauben-, Rassegeflügel- und Vogelzucht hervorragende Erfolge erzielt.
Im November wurde Lothar Mark aus Rodgau, der sich im Sport, im sozialen und kulturellen Bereich engagiert, für seine Leistungen das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Im Laufe des Jahres wurden Jutta Loesch aus Neu-Isenburg, Dr. Günter Gericke aus Dreieich sowie Karin Wagner und Jürgen Kaiser aus Rodgau mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Ingrid Bickmann aus Neu-Isenburg und Richard Biegel aus Seligenstadt erhielten den Hessischen Verdienstorden. Zudem wurde 18 Personen der Landesehrenbrief verliehen.
Der Integrationspreis der Stiftung „Miteinander Leben“ ging an Horst Schäfer. Der Dietzenbacher engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in vielen Vereinen und Gruppen und setzt sich für Vielfalt und Integration ein. Die Stiftung blickte in 2025 nicht nur auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück, sondern unterstützte auch wieder gute Ideen. 19 Schecks über insgesamt mehr als 63.000 Euro wurden im Lauf des Jahres verteilt werden.
Am „Tag des Ehrenamtes“ erhielten Sabrina Berktold aus Seligenstadt, Elke Dubberstein aus Rodgau, Margrit Tobginski aus Dietzenbach, Hannelore Weiß aus Hainburg sowie Giovanni Micciché aus Mühlheim die Auszeichnung „Anerkennung bürgerschaftliches Engagement“ des Kreises Offenbach.
Kreisverwaltung & mehr
Seit zwei Jahrzehnten übernimmt der Kreis Offenbach Verantwortung für die Menschen, die auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen sind. Das Optionsmodell wurde im Rahmen der Hartz-IV-Reformen eingeführt und ermöglicht es Kommunen, die Aufgaben eines Jobcenters eigenständig zu übernehmen. Die Pro Arbeit - Kreis Offenbach - (AöR) verfolgt das Ziel, passgenaue Lösungen vor Ort zu entwickeln und enger mit regionalen Partnern wie sozialen Trägern oder Unternehmen zusammenzuarbeiten.
Die „Partnerschaft für Demokratie“ des Kreises wurde auch 2025 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und dem Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz gefördert. Nachdem die Interessensbekundungen aus den Städten Dietzenbach, Heusenstamm und Neu-Isenburg abgelehnt wurden, kann der Kreis dies zwar nicht vollumfänglich kompensieren, sichert aber zumindest flächendeckend die gerade in der heutigen Zeit so wichtige Arbeit zur Demokratieförderung.
Der Kreis Offenbach ist ein familienfreundlicher Arbeitgeber. Im Juni überreichte der Hessische Innenminister Roman Poseck das Gütesiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber Land Hessen“. Zuvor hatte sich die Kreisverwaltung um das Gütesiegel beworben. Mit der Bewerbung wurde eine Vereinbarung mit Zielen für eine weitere Verbesserung der Familienfreundlichkeit eingereicht. Demnach verpflichtet sich der Kreis Offenbach weitere Maßnahmen in den Themenbereichen Führung/Kultur, Arbeitszeit und -ort, Information sowie Angebote für Beschäftigte einzuführen.
Im Juni ist die Ganztagsbetreuung im Pakt gGmbH (kurz: GiP) aus dem Dietzenbacher Kreishaus ins 14. Obergeschoss auf den Campus in Heusenstamm umgezogen. Der Platz für die stetig wachsende Gesellschaft reichte im zehnten Jahr ihres Bestehens einfach nicht mehr aus. Beim Tag der offenen Tür stellte das Team sein neues Domizil zahlreichen Gäste aus Politik und Bildungslandschaft vor.
Das EUROPE DIRECT Relais Rhein-Main im Kreis Offenbach bleibt auch über das Jahr 2025 hinaus bestehen. Die Europäische Kommission hat dem Antrag zur Fortführung des Informationsangebots stattgegeben. Durch die Entscheidung ist der Standort im Kreishaus Dietzenbach bis zum Jahr 2030 gesichert. Damit steht fest, dass Menschen aus dem Kreis Offenbach und dem Rhein-Main-Gebiet auch zukünftig einen direkten Zugang zu verlässlichen Informationen rund um die Europäische Union erhalten. Die positive Entscheidung der Kommission basiert auf einer umfassenden fachlichen Bewertung. Der eingereichte Antrag erhielt 96 von 100 möglichen Punkten – ein Ergebnis, das den hohen Qualitätsstandard der bisherigen Arbeit unterstreicht. Besonders hervorgehoben wurden die durchdachte Veranstaltungsplanung, die starke Vernetzung in der Region, die präzise inhaltliche Ausrichtung sowie die Verankerung in bewährte Bildungsstrukturen.
Mit Jahresbeginn wurde begonnen, ein Kreisarchiv neu aufzubauen. Dieses hat gleich im Januar eine Sammlung mit Postkarten, Briefmarken, Poststempeln und weiteren historischen Zeugnissen aus dem Kreis Offenbach in Empfang genommen. Im Mai ist die Web App des Kreises Offenbach gestartet. In allen gängigen Browsern sowie auf Smartphones, egal ob Android oder iOS, sind die wichtigsten Neuigkeiten rasch verfügbar.
Frank Lortz, Vizepräsident des Hessischen Landtags, ist 2025 seit 40 Jahren Mitglied des Kreisausschusses. Karl-Heinz Stier aus Mühlheim wurde in diesem Jahr für 50 Jahre Mitgliedschaft im Kreistag ausgezeichnet. Der Kreistag gratulierte mit Standing Ovation zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum.