Experte spricht über „Antisemitismus gegen Israel in Deutschland und im Nahen Osten“
Bei einem Vortrag im Haus des Lebenslangen Lernens in Dreieich-Sprendlingen geht es am Montag, 9. März 2026, 19:00 Uhr, um die antisemitische Dimension der jüngsten Eskalation im Nahen Osten und die Konstellationen nach dem 7. Oktober. „Antisemitismus gegen Israel in Deutschland und im Nahen Osten“ lautet der Titel, hinter dem eine Analyse des Massakers in Israel steht. Die Bedrohungssituation Israels nach dem 7. Oktober und die Rolle des iranischen Regimes sowie seiner verbündeten Milizen und deren Ideologie erläutert Professor Doktor Stephan Grigat, Professor für Theorien und Kritik des Antisemitismus an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen.
Der Referent ist Leiter des Centrums für Antisemitismus- und Rassismus-Studien (kurz: CARS) in Aachen und Köln. Auf Einladung der Volkshochschule Kreis Offenbach und der DEXT-Fachstelle Pro Prävention beim Kreis Offenbach spricht Professor Doktor Stephan Grigat auch über das Zusammenspiel aus Hamas, Hisbollah und weiteren, von Teheran gestützten Akteuren sowie deren erklärtes Ziel, Israel existenziell zu schwächen beziehungsweise zu zerstören. Anhand aktueller Entwicklungen beschäftigt sich der Experte mit der Frage, wie sich diese Konstellation im Lichte der antisemitischen Staatsdoktrin der Islamischen Republik Iran verstehen lässt und warum eine Kritik an Antisemitismus ohne die Berücksichtigung dieser regionalen Machtachsen unzureichend bliebe.
Ein Schwerpunkt des Vortrages von Professor Doktor Stephan Grigat liegt auf der antiisraelischen Mobilisierung in Deutschland seit dem 7. Oktober. Demonstrationen, Social-Media-Kampagnen und Übergriffe auf jüdische Einrichtungen oder Personen haben deutlich gemacht, dass israelbezogener Antisemitismus längst ein innenpolitisches Thema ist. Erörtert wird, inwieweit sich klassische antisemitische Motive in aktuellen Israel-Bildern wiederfinden und wie sich eine Übertragung traditioneller Judenfeindschaft auf den Staat Israel analytisch fassen lässt.
Darüber hinaus thematisiert der Vortrag die Bündnispolitik Israels im Rahmen der Abraham Accords. Diese Normalisierungsabkommen mit arabischen Staaten werden als möglicher Gegenpol zur „iranischen Achse des antisemitischen Terrors“ diskutiert. Es geht darum, ob und wie diese regionalen Kooperationen langfristig dazu beitragen können, Israel sicherheitspolitisch zu stabilisieren und neue, differenziertere Perspektiven auf den Nahostkonflikt auch in der deutschen Debatte zu eröffnen.
Der Vortag knüpft an die Präventionsarbeit gegen Antisemitismus, Rassismus und demokratiefeindliche Ideologien im Kreis Offenbach an und bietet Raum für Rückfragen aus dem Publikum. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung unter Angabe der Kursnummer 261D010003 bei der vhs Kreis Offenbach, Telefon 06103 3131-1313, E-Mail an vhs@kreis-offenbach.de, gebeten. Ansprechpartner sind für die DEXT-Fachstelle Pro Prävention im Kreis Offenbach Dr. Janoš Klocke, Telefon 06074 8180 4209, E-Mail Praevention@kreis-offenbach.de, und für die vhs Kreis Offenbach Ebbe Volquardsen, Telefon 06103 3131-1340, E-Mail e.volquardsen@kreis-offenbach.de.