Einblick in den klösterlichen Alltag

Spannender Vortrag über Benediktinerregel

Geschichte gewinnt an Anschaulichkeit, wo sie nicht nur bewahrt, sondern auch erzählt und gemeinsam reflektiert wird. Im RegioMuseum in Seligenstadt war dies auf eindrucksvolle Weise zu erleben. Ein Vortrag zur Benediktinerregel veranschaulichte die Welt des klösterlichen Lebens und sorgte zugleich für einen regen Austausch unter den rund 60 Gästen.

Mit der Veranstaltung zum „Regula Benedicti” setzte das RegioMuseum seine Reihe zum 50-jährigen Jubiläum des Vereins zur Förderung des RegioMuseums Seligenstadt e.V. fort. Im Winterrefektorium der ehemaligen Benediktinerabtei sprach Karin Pauly, Gästeführerin im Kloster Bronnbach, über die Lebensweise der Mönche sowie über monastische Tugenden. Ein weiterer Schwerpunkt lang auf den Regeln des Zusammenlebens im Kloster. Der Vortrag wurde von beeindruckenden Bildern begleitet, die unter anderem Einblicke über die Historie des im Taubertal gelegenen Klosters Bronnbach gaben.

Nach der Begrüßung durch die Museumsleiterin Doris Reitz-Bogdoll widmete sich Karin Pauly den Grundlagen der Benediktinerregel und konkreten Auswirkungen auf den Alltag der Ordensgemeinschaft. Karin Pauly machte anschaulich deutlich, wie genau das Leben im Kloster geordnet war und wie mit Verstößen gegen die Regel umgegangen wurde. Darüber hinaus erläuterte sie, welche Vorgaben über Jahrhunderte hinweg Bestand hatten.

Manche Bestimmung sorgte dabei für das eine oder andere Schmunzeln im Publikum, besonders der Satz: „Du sollst nicht murren”. Was heute beiläufig klingt, verweist im klösterlichen Zusammenhang auf einen ernsten Kern. Es ging nicht nur um höfliches Benehmen, sondern um den Schutz des Zusammenlebens. Murren galt als Ausdruck innerer Unzufriedenheit, die Unruhe in die Gemeinschaft tragen und die Ordnung des Klosters untergraben konnte. Die Regel zielte deshalb auf Disziplin nach außen und Haltung nach innen ab.

Nach dem Vortrag gab es eine kurze Fragerunde, in der einzelne Aspekte des klösterlichen Tagesablaufs weiter vertieft wurden. Dr. Norbert Gassel, der erste Vorsitzende des Vereins zur Förderung des RegioMuseums Seligenstadt e.V., dankte anschließend der Referentin für den eindrucksvollen Vortrag. Beim darauffolgenden Beisammensein setzte sich der Austausch in persönlicher Atmosphäre fort. So blieb am Ende nicht nur ein lebhafter und erfrischender Einblick in die Welt der Benediktiner, sondern auch eine Einsicht, die durchaus über die Klostermauern hinausreicht: Wo Menschen zusammenleben, beginnt der Frieden oft damit, nicht über alles zu murren.

Die Dauerausstellung im RegioMuseum widmet sich unter anderem den benediktinischen Wurzeln des Klosters Seligenstadt sowie dem Leben und Wirken des Ordensgründers, dem Heiligen Benedikt von Nursia. Mehr zum RegioMuseum gibt es unter www.kreis-offenbach.de/RegioMuseum.