Kreis will sich vom Parkhotel trennen

Gemeinschaftsunterkunft in Rödermark soll zum Jahresende schließen

Die letzten der aktuell noch rund 260 Geflüchteten sollen bis zum 31. Dezember 2026 aus der Gemeinschaftsunterkunft Parkhotel in Rödermark–Ober-Roden ausziehen. Aufgrund der rückläufigen Zahl an Geflüchteten trennt sich der Kreis Offenbach von der zweitgrößten Einrichtung im Kreisgebiet, die an der unmittelbaren Grenze zum Rodgauer Stadtteil Rollwald liegt. Die Bewohnerinnen und Bewohner, der Betreiber, die Flüchtlingsberatung sowie die beiden Städte sind bereits über die Planung informiert.

Die Gemeinschaftsunterkunft Parkhotel ist auf 375 Personen ausgelegt. Der Kreis hatte diese im April 2022, zur Hochzeit der Flüchtlingswelle aus der Ukraine, angemietet. Die Zahl der Geflüchteten, die dem Kreis zugewiesen werden, ist stark rückläufig. Im ersten Quartal 2026 wären es maximal 270 Personen gewesen, letztlich sind 210 Personen tatsächlich aufgenommen worden. Zum Vergleich: Im Jahr 2022, als die Einrichtung eröffnet wurde, waren es 4.400 Geflüchtete, darunter 3.085 Personen aus der Ukraine. Insgesamt sind derzeit rund 6.500 Flüchtlinge in den 13 Kommunen im Kreis Offenbach im Leistungsbezug, davon leben 2.099 Menschen in einer der 25 Gemeinschaftsunterkünfte.

„Aufgrund dieser Entwicklungen haben wir uns entschlossen, auf die Gemeinschaftsunterkunft in Rödermark zu verzichten“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Carsten Müller. „Einerseits belegen wir die Plätze in dieser Einrichtung nicht mehr neu. Andererseits müssen sich alle Bewohnerinnen und Bewohner nach einer neuen Bleibe umschauen. Die Wohnraumberatung der Caritas unterstützt dabei tatkräftig. Außerdem hoffen wir, dass die Bevölkerung uns Wohnraum anbietet.“ Wer eine freie oder frei werdende Wohnung hat, kann diese an die Pro Arbeit – Kreis Offenbach – (AöR) melden. Ansprechpartnerinnen sind Nursen Karakas, Telefon 06074 8058-292, E-Mail n.karakas@proarbeit-kreis-of.de, und Samira Mey, Telefon 06074 8058-142, E-Mail s.mey@proarbeit-kreis-of.de