Römische Gartenkunst und kulturelles Selbstverständnis
Ein Garten war in der römischen Welt weit mehr als bloßer Schmuck. Er stand für Lebensart, Bildung und die Sehnsucht nach einem geordneten Gegenbild zur Enge der Stadt. Ein Vortrag im RegioMuseum, Klosterhof 2 in Seligenstadt nimmt diese Kulturgeschichte nun in den Blick und zeigt, wie Römer Natur gestalteten und inszenierten. Am Donnerstag, 23. April 2026, spricht Dr. Carsten Amrhein, Leiter des Römerkastells Saalburg, über römische Gartenkunst. Der Vortrag trägt den Titel „Rus in fenestra oder Ein Landgut auf dem Fensterbrett“. Veranstalter sind das RegioMuseum und der Verein zur Förderung des RegioMuseums Seligenstadt e.V. Beginn ist um 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Im Mittelpunkt des Abends steht die Frage, welche Bedeutung Gärten im römischen Alltag hatten und wie sie gestaltet wurden. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass auch Stadtbewohner in Rom ein Stück Landleben bewahren wollten. Selbst auf engem Raum sollte ein Garten an Ruhe, Ordnung und ländliche Ideale erinnern. Im Vortrag wird beschrieben, wie Ziergärten in Pompeji, Wasserbecken, Brunnen und bepflanzte Innenhöfe aussahen. Auch Gartenmalereien und andere illusionistische Elemente spielen dabei eine Rolle.
Darüber hinaus richtet sich der Blick auf die Rekonstruktion römischer Gartenanlagen an der Saalburg. Dr. Carsten Amrhein erläutert, wie archäologische und archäobotanische Erkenntnisse helfen, frühere Gestaltungen nachvollziehbar zu machen. So wird deutlich, dass römische Gärten nicht nur ästhetisch angelegt, sondern auch Ausdruck eines kulturellen Selbstverständnisses waren. Der Vortrag eröffnet damit einen anschaulichen Zugang zur Alltagskultur der Antike. Zugleich zeigt er, wie eng Architektur, Natur und Lebensgefühl in der römischen Welt miteinander verbunden waren.
Weitere Informationen gibt es im RegioMuseum, Telefon 06074 8180-1069, E-Mail museum@kreis-offenbach.de, sowie unter www.kreis-offenbach.de/regiomuseum.